Die neuen Erdgasverträge laufen 20 Jahre

Jünkerath · In der Verbandsgemeinde Obere Kyll ist die Versorgung mit Erdgas für 20 Jahre gesichert. Fünf von sechs ans Netz angeschlossene Gemeinden haben jetzt neue Verträge mit der Energieversorgung Mittelrhein abgeschlossen.

 Die Bürgermeister von fünf Gemeinden der Oberen Kyll haben im Jünkerather Rathaus die neuen Konzessionsverträge für Erdgas mit der Energieversorgung Mittelrhein AG (EVM) unterschrieben. Foto: privat

Die Bürgermeister von fünf Gemeinden der Oberen Kyll haben im Jünkerather Rathaus die neuen Konzessionsverträge für Erdgas mit der Energieversorgung Mittelrhein AG (EVM) unterschrieben. Foto: privat

Jünkerath. Selbst einsteigen ins lukrative Geschäft mit Erdgas oder doch auf Nummer sicher gehen und wieder einen Konzessionsvertrag mit einem Energieunternehmen abschließen? Die Ortsgemeinderäte in Stadtkyll, Jünkerath, Gönnersdorf, Lissendorf und Feusdorf haben sich nach dem Auslaufen der alten Verträge mit der Energieversorgung Mittelrhein AG (EVM) gegen ein eigenes Engagement auf dem Erdgasmarkt entschieden und erneut Konzessionsverträge mit EVM abgeschlossen.
"Der Plan, die Erdgasnetze selber zu betreiben, war schnell vom Tisch. Der Kauf des Netzes nach dem Auslaufen der alten Verträge wäre für die Gemeinden nur schwer finanzierbar gewesen", erklärt Diane Schmitz, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Obere Kyll. Zu teuer und zu risikoreich wäre der Einsatz für die verschuldeten Kommunen geworden, erläutert sie. Jetzt könne man auf weitere 20 Jahre den 1100 versorgten Bürgern ein sicheres Netz anbieten, und die Orte verfügten weiter über eine zuverlässige Einnahmequelle.
Im Haushaltsjahr 2013 erhielten Feusdorf 1900 Euro, Gönnersdorf 600 Euro, Jünkerath 5600 Euro, Lissendorf 5400 Euro und Stadtkyll 4000. Birgel nahm 1000 Euro ein, musste aber wegen eines noch laufenden Vertrags noch nicht neu verhandeln.Bessere Rückkaufbedingungen


Die Ortsbürgermeister haben mit dem Leiter des EVM-Vorstandsbüros und Unternehmenssprecher, Christian Schröder, die neuen Verträge nun unterschrieben. Sie sichern EVM das Recht zur Leitungsverlegung und des Netzbetriebs für 20 Jahre zu (siehe Extra). Im Gegenzug bekommen die Gemeinden jährliche Konzessionsabgaben.
Abgesehen von Gönnersdorf, wo sich nur die EVM für die Konzession beworben hat, gab es mit Angeboten der Stadtwerke Trier (SWT) einen zweiten Bewerber. Zwar bezeugte auch die Kreis-Energie-Versorgung Schleiden Interesse, meldete sich aber zu spät auf die Ausschreibungen. Das Unternehmen wurde aus zeitlichen Gründen nicht mehr berücksichtigt.
Vor einem Jahr forderten die Gemeinden die SWT und EVM auf, zu den Kriterien Netzsicherheit, verbraucherfreundliche Versorgung, Umweltverträglichkeit und den kommunalen Einfluss auf die Energieversorgung schriftlich Stellung zu nehmen. Zudem wurden ihnen Musterverträge vorgestellt.
EVM punktete mit der weitgehenden Übernahme der vorgeschlagenen Verträge und ging auf Forderungen der Gemeinden ein. "Sollten wir in 20 Jahren die Netze doch kaufen wollen, sind die Bedingungen für uns dann dadurch wesentlich besser", sagte Diane Schmitz. Auch die bereits bestehende EVM-Servicestelle in Gerolstein war ein Pluspunkt, weil bereits jetzt Kunden in direkter Nähe einen Ansprechpartner bei Problemen finden können. affExtra

Mit einem Konzessionsvertrag erteilt eine Gemeinde einem Energieunternehmen die Erlaubnis, ihre Straßen, Wege, Plätze und Grundstücke zum Verlegen von Versorgungsleitungen zu benutzen. Im Gegenzug für das Leitungsrecht erhalten die Kommunen eine sogenannte Konzessionsabgabe. Aber auch wenn ein Unternehmen einen Konzessionsvertrag abgeschlossen hat, ist der Endkunde nicht verpflichtet, mit diesem Unternehmen einen Vertrag abzuschließen. Bis zur Liberalisierung des Energiemarkts hatte der Kunde hier kein Mitspracherecht. Mittlerweile muss der Betreiber aber sein Netz der Konkurrenz zur Verfügung stellen, erhält aber im Gegenzug eine Nutzungsgebühr von dem Mitbewerber. aff