"Die Perle im Kylltal"

AUW/KYLL. Eine neue Heizung hat sie schon, jetzt soll auch der Rest der Pfarrkirche in Auw renoviert und restauriert werden. Freiwillige Helfer aus dem kleinen Kylltalort haben das Innere des Gotteshauses bereits ausgeräumt.

Von der "Perle im Kylltal" spricht Pfarrer Andreas Müller, wenn von der Pfarrkirche in Auw die Rede ist. Urkunden im Bistumsarchiv belegen, dass bereits im 9. Jahrhundert, zur Zeit der fränkischen Könige, in Auw eine Kirche stand: "Auf dem uralten Kirchlein war das französische Wappen - drei Lilien und eine Rose". 1596 war die Marienkirche, wie auch heute noch, die Pfarrkirche für die Orte Auw, Hosten und Preist. Im Jahre 1738 wurde, vermutlich wegen des schlechten Zustandes, die alte Kirche abgerissen und eine neue, größere Kirche am selben Platz errichtet. Architekt war damals der aus Tirol stammende Friedrich Sieberger. Bereits im 17. Jahrhundert erlangte das historische Gemäuer den Status als Wallfahrtskirche und blieb es bis heute. Nicht zum Abriss vorgesehen, aber von Grund auf sanierungsbedürftig ist das kleine schmucke Gotteshaus auch im 21. Jahrhundert. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz, bei dessen Renovierungsarbeiten Architekt Theo Wolber aus Trier in die Fußstapfen seines Vorgängers Sieberger tritt. "Es ist ein großes Projekt für die kleine Barockkirche, wir ahnen vieles und müssen mit Überraschungen rechnen." Deshalb konnte der Kostenrahmen auch nur geschätzt werden. Dieser liegt dem Bistum vor, und "wir warten auf die Genehmigung und die Höhe der Kostenübernahme", sagt Architekt Wolber. "Wenn das Innengerüst steht, kann man erst mehr sagen", erzählt Christa Marx von der Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats in Trier. Dann kann festgestellt werden, ob beispielsweise die Ausmalungen an der Decke nur gereinigt oder restauriert werden müssen. Im Falle der Restaurierung gibt es vom Bistum einen Zuschuss von 25 Prozent. Alle Arbeiten, um die Substanz zu retten, werden normalerweise mit 60 Prozent unterstützt. Reine Verschönerungsarbeiten muss die Kirchengemeinde selbst tragen. Die Kirchensteuerratssitzung, bei der der Haushalt für 2007 beschlossen werde, sei am 1. Februar, und dann könne man bezüglich der Kosten mehr sagen, erklärt der Pressesprecher des Generalvikariats, Stephan Kronenburg: "Die Kosten für die Kirche in Auw sind nicht zu hundert Prozent zu fixieren." Im Zuge der Renovierungsarbeiten an den drei Kirchen Hosten, Auw und Preist seien 300 000 bis 400 000 Euro insgesamt realistisch.Denkmalschutz erschwert die Hilfe

Fest steht: Der gesamte Innenraum der Kirche muss renoviert werden, und alle Kirchenfenster, das Dach und der Außenanstrich werden erneuert. Die alten Bänke haben freiwillige Helfer aus Auw bereits abgebaut, "die werden zur Restaurierung zum Schreiner gebracht", sagt Küster und Pfarrgemeinderatsmitglied Winfried Becker. Obwohl wegen des Denkmalschutzes an Eigenleistung der Dorfbewohner nicht viel geleistet werden kann und darf, beteiligen sich zahlreiche Männer und Frauen an den Ausräumarbeiten oder sind bei Haussammlungen dabei, um die Kosten für die Pfarrgemeinde möglichst niedrig zu halten. Sakristei und Innenraum sind nun leer, die Altarfiguren werden sorgfältig im Pfarrhaus aufbewahrt. Alle beweglichen Gegenstände sind sorgfältig verwahrt und das Gnadenbild in die Filialkirche Sankt Cäcilia nach Preist gebracht worden. Hier werde auch bis zur Fertigstellung der Kirche in Auw die Heilige Messe gelesen, sagt Pfarrer Müller.