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Die Pfarrkirche war die letzte Rettung

Die Pfarrkirche war die letzte Rettung

70 Jahre ist es her, dass amerikanische Fliegereinheiten im Luftraum rund um Bitburg unterwegs waren. So flogen sie zwischen dem 19. Februar und 5. März auch mehrere Angriffe auf Fließem, um den Vormarsch der Bodentruppen vorzubereiten. Fließems Ortsbürgermeister Wolfgang Schnarrbach hat die Ereignisse dieser Tage dokumentiert.

Fließem. In diesen Tagen erinnern sich die Menschen, an die schrecklichen Ereignisse des Krieges, an die Tage zwischen dem 19. Februar und 5. März 1945. Soldaten der deutschen Wehrmacht nahmen die Flugzeuge unter Flakbeschuss. Dabei wurde eine Maschine schwer getroffen, sie stürzte etwa 200 Meter hinter der Schule in Fließem ab. Durch die Explosion wurde ein Soldat getötet, die beiden Bordschützen wurden aus der Maschine geschleudert. Ein weiteres Besatzungsmitglied stieg ohne Fallschirm aus der brennenden Maschine, zwei weitere retteten sich mit dem Fallschirm.
Es war an einem Sonntag, als in 30-minütigen Zeitintervallen jeweils vier Maschinen im Verband über Fließem Bomben abwarfen. Dabei schlug eine Bombe auf der Kreuzgass ein, umliegende Häuser, Gebäude wurden schwer beschädigt, Vieh in den Ställen wurde getötet. Die Menschen hatten in ihren Kellern und zum größen Teil in der Pfarrkirche Zuflucht gefunden. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass an diesem Tag keine Menschen getötet oder verletzt wurden. Weitere Bomben gingen im offenen Gelände bei Unselt, Belt und Ginsberg nieder.
Zwischen dem 2. und 6. März 1945 überquerten alliierte Verbände an mehreren Stellen die Kyll in Richtung Badem, Wilsecker und Metterich. Es war die vierte Panzerdivision, die ins Landesinnere unterwegs war. Von deutschen Stellungen, die den Vormarsch verhindern wollten, erfolgte ein Beschuss von den Veteidigungslinien Höhe Badem/Metterich
Am 4. März schlugen mehrere Artillerie-Geschosse in Fließem ein. Dabei wurden Theodor Barg (56) und Johann Neuerburg (34) tödlich getroffen. Die Menschen fanden Schutz in der Kirche. Aus der Gemeinde waren zu dieser Zeit 80 Männer an die Front gerufen worden. Es waren bereits zur Zeit der Angriffe auf Fließem mehr als 40 gefallen, am Ende erhöhte sich die Zahl auf 50. red