Die Rallye röhrt durch den Islek

Die Rallye röhrt durch den Islek

Seit 2002 ist die Region Gastgeber des Rallye-WM-Laufs - aber nun wird zum ersten Mal eine Wertungsprüfung im Eifelkreis Bitburg-Prüm ausgetragen: Am Freitag, 22. August, drehen die Fahrer zwei Runden um Dackscheid, Waxweiler und Plütscheid.

Waxweiler. Die Rallye kommt: Die Eifel war schon häufiger Gastgeber für hochkarätigen Rennsport, wie soeben wieder bei der Rallye Oberehe oder dem Eifel-Rallye-Festival rund um Daun (der TV berichtete).
Nun aber kommt die Weltelite erstmals in den Eifelkreis Bitburg-Prüm. "Waxweiler" heißt die Wertungsprüfung, die als Teil des anstehenden WM-Laufs in der Region zweimal am Freitag, 22. August, durchfahren wird. Auf 16,4 Kilometern geht es für die fast 100 Fahrzeuge über Feld- und Waldwege.
"Toll", sagt Klaus Juchmes - der ehemalige Ortsbürgermeister von Waxweiler freut sich sehr, dass der Tross in seinen Heimatort kommt. Juchmes hat die Eifel-Wertungsprüfung nach einer Anfrage des ADAC-Abschnittsleiters Mosel im Herbst vorigen Jahres noch mit eingetütet, bevor er nach 30 Jahren seine persönliche Etappe als Gemeindechef beendete und die Geschäfte an Nachfolger Manfred Groben übergab. Im Gemeinderat, dem Juchmes die Anfrage dann vorlegte, waren alle dafür, wie auch in den anderen beteiligten Orten.
Hunderte Helfer werden dann von Donnerstag an die Strecke präparieren, Absperrungen errichten, Zuschauerzonen aufbauen - denn nur dort dürfen sich aus Sicherheitsgründen und nach schweren Unfällen im Vorjahr die Fans aufhalten. Entlang der Strecke gibt es vier solcher Zonen, in Dackscheid, Lascheid, Waxweiler und Plütscheid, mit Parkplätzen versehen und weiträumig ausgeschildert. Für die Anwohner bedeutet die Rallye freitags aber auch Beeinträchtigungen: Einige Straßen rund um die Strecke (wie die L 10 von Lascheid nach Waxweiler) werden gesperrt, nach Plütscheid kommt man nur als Anwohner und nur aus Richtung der A 60. Im vergangenen Jahr wurde eine Wertungsprüfung des WM-Laufs rund um Blankenheim in der nordrhein-westfälischen Eifel ausgetragen - als "Überbrückung" des Wegs vom damaligen Rallyestart in Köln hinunter nach Trier, wo mit dem Servicepark das Herz der Rallye schlägt.
"Diese Prüfung in der Eifel kam bei Fahrern und Fans sehr gut an", sagt Manfred Kronenburg vom Racing Team Trier. Daher überlegte man sich, anno 2014 wieder einen Teil der Rallye in der Eifel auszutragen - und rund um Waxweiler wurden die Organisatoren um Rallyeleiter Alfred Rommelfanger aus Zerf (Kreis Trier-Saarburg) fündig.PS-Pilger aus dem Nachbarland


Sowohl Fahrer als auch Organisatoren betreten Neuland, denn diese Wertungsprüfung ist eine absolute Premiere im Rallyeprogramm - und eine Abwechslung zu den Moselweinbergen, wo freitags und sonntags gefahren wird, sowie zur Panzerplatte auf dem Militärgelände Baumholder, wo die Rallye samstags Halt macht.
Auf gute Einnahmen können die örtlichen Vereine und Feuerwehren hoffen - denn die dürfen Essens- und Getränkestände an den Zuschauerzonen errichten und die Parkgebühren kassieren. Wer keinen Rallyepass für alle Wertungsprüfungen hat (kostet 69 Euro beim ADAC), kann sich an den einzelnen Wertungsprüfungen einen sogenannten WP-Pass für 15 Euro kaufen.
Und an Fans wird es laut Veranstalter wohl nicht mangeln. Erstens seien alle Zuschauer (gerechnet wird insgesamt mit 90 000 am WM-Wochenende) an dieser neuen Wertungsprüfung interessiert, zweitens erwarte man vor allem aus Belgien Tausende PS-Pilger in der Eifel - denn schließlich ist auch der amtierende Vizeweltmeister Thierry Neuville aus dem Nachbarland am Start.
"Es wird wohl dazu kommen, dass viele Deutsche gleichzeitig Richtung Spa zur Formel 1 pilgern und viele Belgier nach Waxweiler zur Rallye", prophezeit Manfred Kronenburg vom Racing Team Trier. bp/fplExtra

Start ist in der Nähe von Dackscheid, dann geht es auf Feldwegen und einigen Abschnitten der Landesstraße 10 nach Waxweiler, an der Prüm entlang vorbei an Niederpierscheid nach Urmauel (Mühle) und Mauel, über Serpentinen zur Mülldeponie Gewerberhof, vorbei an Plütscheid - und das Ziel ist schließlich mitten im Wiersdorfer Wald. Gefahren wird diese Wertungsprüfung - wie alle anderen auch - zweimal. Aus dem Sauertal kommend, startet der Rallye-Tross freitags erstmals um 9.56 Uhr nahe Dackscheid, nach dieser Prüfung geht es schnurstracks zur nächsten nahe Piesport an der Mosel. Nachmittags um Punkt 16 Uhr folgt dann der zweite Umlauf rund um Waxweiler. bp