Die Reise der Löwenbabys

Vor einem Jahr waren sie da: drei kleine Löwenbabys. Unzählige Besucher kamen in den Eifelzoo nach Lünebach, um den süßen Nachwuchs zu bestaunen. Doch dann waren sie mit einem Mal plötzlich verschwunden.

Lünebach. Wo sind sie hin, die drei süßen kleinen Löwen-Babys, die 2007 so viele Besucher des Lünebacher Eifel-Zoos bewundert haben? Zoo-Besitzer Hans Wallpott klärt auf: "Sie sind in einen Zoo in Italien gekommen und ihnen geht es gut." Es sei ihm sehr wichtig, dass die Tiere auch anderswo gut untergebracht sind. "Ihr Schicksal liegt mir verständlicherweise sehr am Herzen", sagt Wallpott. Alles sei ordnungsgemäß über das Veterinäramt und die Tierschutzbehörde abgewickelt worden.

Zunächst seien sie von einem Tierarzt geimpft und fachmännisch und artgerecht mit einem Tiertransport weggebracht worden. Eigentlich sollten sie auf die Mittelmeerinsel Zypern, doch dort hätten die Bedingungen nicht gestimmt, berichtet Wallpott. Dann habe sich aber der Tierpark in Italien gefunden, der die kleinen Löwen aufgenommen hat.

"Wenn Tiere abgegeben werden sollen, werden sie europaweit in Zoo-internen Mitteilungen inseriert", berichtet Wallpott. So habe sich auch der italienische Zoo für die drei Löwenbabies gefunden. "Wir schauen uns die Tiere natürlich vorher an", berichtet Dieter Hoff, Leiter des Veterinäramts bei der Kreisverwaltung. "Sie haben einen Chip eingesetzt bekommen, über die wir sie zweifelsfrei identifizieren können." Außerdem habe jedes Tier einen Impfpass. Soll nun ein Tier von einem Zoo in einen anderen abgegeben werden, werden sie von Tierärzten untersucht und bekommen ein Gesundheitszeugnis. "Die benötigten Unterlagen sind dabei von Land zu Land unterschiedlich", sagt Hoff. Dabei schaue man sich natürlich auch den Adressaten des Transports an. "Wenn es ein Zoo oder ein anerkannter Händler ist, gehen wir davon aus, dass die Tiere ordnungsgemäß untergebracht werden." Bei Privatleuten werde im Vorfeld überprüft, ob die nötigen Voraussetzungen wie entsprechende Gehege gegeben sind, so Hoff. Außerdem werden die entsprechenden Behörden im Zielland informiert, so dass sie wissen, dass sie neue Tiere bekommen.

Das Glück, ein schönes neues Zuhause zu finden, haben längst nicht alle Zoo-Tiere. Denn es gibt das Problem, dass in den deutschen Zoos mehr Tiere auf die Welt kommen, als es Plätze für sie gibt. Ein Teil kann über den europäischen Zoo-Verband in andere Tierparks vermittelt werden. Die anderen, so berichtet Frank Albrecht von der Tierrechtsorganisation Peta, landen entweder bei Zootier-Schlachtern, zwielichtigen Tierhändlern oder in China. Gerade Großkatzen wie Löwen oder Tiger seien in China willkommen, weil sie dort in Tigerfarmen zu Potenzmitteln verarbeitet werden.

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