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Die Rettung vor dem Verfall

Stadtentwicklung : Wenn der Frost am Stein nagt

17 000 Euro gibt die Stadt Bitburg aus, um ein Denkmal in der Trierer Straße zu sanieren. Das Wetter hatte dem Monument in den vergangenen Jahrzehnten zugesetzt.

Eine grüne Plastikplane ist über dem Sockel ausgebreitet. Steine beschweren die Plastikdecke, die sich über das Loch im Sandstein spannt. Einige Brocken sind aus dem Mauerwerk herausgebrochen. Sie liegen verstreut vor dem Denkmal in der Trierer Straße 15 in Bitburg.

Errichtet wurde das Monument nach dem Ersten Weltkrieg. Es sollte zwischen Turnhalle und Kreismuseum an Eifeler  Lehrer und Schüler erinnern, die in den Jahren 1914 bis 1918 gefallen sind. Später wurde eine Inschrift hinzugefügt, die auch die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen ehrt. Der Landwirtschaftliche Club Bitburger Abiturienten hatte das Denkmal einst gestiftet. Seit Jahren wird es am Volkstrauertag mit einem Kranz behängt.

Die Rettung vor dem Verfall
Foto: TV/Christian Altmayer

Heute gehören der Gedenkstein und das Grundstück auf dem er steht, der Stadt Bitburg. Die Gemeinde ist also auch zuständig für die Instandhaltung des rund 100 Jahre alten Mauerwerks. Und das sieht, wie Werner Krämer auf TV-Anfrage bestätigt, derzeit „etwas lädiert“ aus.

Die Rettung vor dem Verfall
Foto: TV/Christian Altmayer

Schuld daran seien aber nicht etwa Vandalen gewesen, sondern das Wetter.

In etwa 100 kalten Wintern gefror das Wasser, das sich in den Klüften im Sandstein sammelte. Dadurch geriet das Material immer mehr unter Druck und wurde nach und nach aufgesprengt. Es entstanden Risse, und irgendwann zerfielen die Blöcke in Fragmente. Dieser Vorgang wird von Wissenschaftlern als Gesteinskorrosion beziehungsweise Steinfraß bezeichnet.

Viele historische Gebäude nehmen dadurch über die Jahre Schaden – so auch das Denkmal in der Trierer Straße.

Dagegen will die Stadt etwas unternehmen. Die alten, weggebrochenen oder gerissenen Steine sollen restauriert und wieder eingesetzt werden. Die Sanierung des Denkmals habe bereits begonnen, sagt Krämer. Ein von der Stadt beauftragter Steinmetz hat Steine zur Renovierung mitgenommen. Gemauert könne wegen der kalten Temperaturen derzeit aber nicht werden.

Wieder loslegen können die Arbeiter also erst, wenn die Witterung es zulasse. Dann werde das Ganze aber in wenigen Wochen erledigt sein, sagt Bauamtsleiter Ralf Mayeres. Kosten soll die Sanierung rund 17 000 Euro.