Die Römer im Radar

BETTINGEN/INGENDORF. Gleich an drei Standorten in der Gemarkung Bettingen hat der Förderkreis Bettinger Geschichte geophysikalische Messungen in Auftrag gegeben. Mit Radargeräten wurde untersucht, wo schon lange Historisches vermutet wurde: unter der Erde – wo es noch immer liegt und wahrscheinlich auch für immer bleiben wird.

"Wenn man es genau wissen will, dann muss man graben", sagt Willi Fink vom Förderkreis Bettinger Geschichte, "aber das wird definitiv keiner tun". Und schon gar nicht das Landesmuseum in Trier. Dafür gibt es in dessen Zuständigkeitsbereich viel zu viele römische und sonstige historische Fundstellen und auf der anderen Seite viel zu wenig Geld. Immerhin: Mit 200 Euro hat die Landeseinrichtung den Bettinger Geschichtsverein bezuschusst, als dieser im Frühjahr eine geophysikalische Vermessung von drei Standorten in Bettingen in Auftrag gegeben hat. Jeweils 1000 Euro haben die Gemeinden Bettingen und Ingendorf übernommen, 1500 Euro die Kreissparkassen-Stiftung, 360 Euro die Bitburger Brauerei und den Rest der insgesamt rund 5500 Euro der Verein selbst. Nicht mehr gesehen als die Eifeler

Mittels so genannter geomagnetischer Untersuchungen und Georadar-Messungen hat das beauftragte Unternehmen "Estern Atlas" aus Berlin, das auch oft in Luxemburg tätig ist, den Burgplatz in Bettingen, den Bereich im Umfeld der alten Kirchenruine in Altbettingen sowie eine große Fläche im Grenzbereich der Gemarkungen Bettingen und Ingendorf unter die Lupe genommen. Gesehen haben die Fachleute aus Berlin dabei zwar nicht mehr als die Eifeler - nämlich letztendlich auch nur Boden. Doch zeigt die Auswertung der gesammelten Messungen, mit Hilfe derer Gesteinsformationen in verschiedenen Schichten unter der Erde lokalisiert werden können, dass es an jeder der drei Stellen in der Vergangenheit Bebauungen gegeben haben muss. Mindestens zwei Bauphasen lassen sich rekonstruieren

So lassen sich aus den Georadar-Messungen am Burgplatz mindestens zwei Bauphasen rekonstruieren, wobei die ältere durch eine mehr oder weniger geschlossene Bebauung des gesamten Platzes gekennzeichnet ist, während die jüngere Phase wahrscheinlich nur aus einem einzelnen größeren Gebäude bestand. Die geomagnetische Messung (diese wird bei größeren Flächen angewendet) auf der Ingendorfer/Bettinger Flur bestätigen zum einen die Überlieferungen, dass es dort im 19. Jahrhundert einen Hof gegeben hat und zum anderen, dass dort zuvor eine römische Anlage gestanden haben muss. "Die haben dort wahrscheinlich auf die Reste der Römermauer drauf gebaut", sagt Fink, dessen Interesse aber vor allem den Radar-Untersuchungen bei der Ruine in Altbettingen gilt. Denn diese Stelle stellt vermutlich das Zentrum des früheren Dorfs Bettingen dar. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg und der Pest hätten die Menschen wahrscheinlich die Siedlung dort aufgegeben und sich in "Frenkingen", dem heutigen Bettingen, niedergelassen. Um den Zerfall der noch vorhandenen und sichtbaren Ruinen zu sichern, habe das Land bereits finanzielle Unterstützung zugesagt, sagt Fink, und derzeit verhandle die Bettinger Gemeinde mit dem Eigentümer der Fläche, um das Grundstück zu erwerben. Die restlichen Mauerreste der Kirche könnten damit vor dem Einstürzen gesichert werden. Wer allerdings wissen möchte, was unter der Erde liegt, der muss auch hier graben. Doch Fink ist sich ziemlich sicher: Einen verborgenen Schatz sucht man dort vergebens.