Die Sache mit der Laterne

Wenn man versucht, zu verstehen, warum bestimmte Sachen so sind, wie sie sind, dann stößt man oft auf unterschiedliche Antworten. Wer kann schon mit Sicherheit sagen, woher der Brauch mit dem Weihnachtsbaum kommt, was es mit dem Osterhasen und den bunten Ostereiern auf sich hat oder aber, wer auf die Idee gekommen ist, mit einem Hüttenfeuer den Winter zu vertreiben. Und ähnlich ist es auch mit den Laternenumzügen zu Sankt Martin.

Schon als kleine Kinder sind wir mit Laternen durch den Ort gezogen. Genau wie unsere Eltern und Großeltern. Doch warum eigentlich?
Auch dazu gibt es unterschiedliche Erklärungen. Und wir beschränken uns mal auf eine dieser Versionen, die auch ganz vernünftig klingt. Die wiederum hat mit dem 11. November und damit dem Namenstag von St. Martin zu tun.
Schon im frühen Mittelalter wurde an diesem Tag das Ende des bäuerlichen Jahres gefeiert. Die Arbeit auf dem Feld war so weit erledigt, sodass die Bauern den Martinstag zum Anlass nahmen, ein wenig zu feiern.
Wahrscheinlich haben die meisten sogar recht ordentlich gefeiert, denn der 11. November war gleichzeitig auch der letzte Tag vor der 40-tägigen Fastenzeit. Anders als heute war früher die Zeit um Advent und Weihnachten nämlich keine Zeit, in der die Leute genüsslich Lebkuchen und Plätzchen gefuttert haben, sondern genau das Gegenteil.
In der Fastenzeit durften weder Eier, Butter, Milch noch Fett verspeist werden. Und nun versucht mal, ohne diese Zutaten etwas Leckeres zu backen.
Aus diesem Grund also haben die Menschen am letzten Abend vor der Fastenzeit noch einmal so richtig gefeiert. Und von Überlieferungen aus dem Mittelalter wissen wir, dass es an diesem Tag auch Fackelzüge mit anschließendem Martinsfeuer gegeben hat.
Irgendwann wurde damit begonnen. Und bei diesem Brauch ist es im Grunde bis heute geblieben. Nur dass statt Fackeln heute überwiegend Laternen zum Einsatz kommen.
Das wiederum könnte mit den "Trouliechtern" zusammenhängen. Trouliechter sind ausgehöhlte Futterrüben, die als Laterne dienen - genau wie die Halloween-Kürbisse.
Früher wurden diese Rüben ganz viel angebaut. Und die Kinder haben sich daraus dann Laternen gebastelt und Kerzen reingesteckt. Und mit diesen Lampen sind sie dann durch den Ort gezogen, um am letzten Tag vor der Fastenzeit Gebäck zu erbetteln. Möglicherweise ist daraus dann der Brauch mit den Laternen entstanden. uhe