Eichenprozessionsspinner nisten in Speicher und Wolsfeld Die Giftraupen sind zurück

Speicher/Wolsfeld · Mit dem sommerlichen Wetter beginnt die Saison der Eichenprozessionsspinner in der Eifel. Am Speicherer Kindergarten und Friedhof sowie an der Wolsfelder Grundschule gibt es die ersten befallenen Bäume. Besucher sollen sich Nestern nicht nähern.

Wir wollen diesem Nest auf dem Speicherer Friedhof nicht zu nahetreten. Denn die Brennhaare der Eichenprozessionsspinners sind gefährlich.

Wir wollen diesem Nest auf dem Speicherer Friedhof nicht zu nahetreten. Denn die Brennhaare der Eichenprozessionsspinners sind gefährlich.

Foto: TV/Christian Altmayer

Sie sehen harmlos aus: Etwa zweieinhalb Zentimeter lang sind die Raupen, die auf der Baumrinde herumkrabbeln und von einem pelzigen Flaum umgeben sind. Doch exakt dieser Flaum ist der Grund für all das Flatterband und die Warnschilder auf dem Speicherer Friedhof.

Denn die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können auf der Haut Juckreiz und Entzündungen auslösen. Und Luftnot, wenn sie in Atemwege geraten. Sich den Giftraupen, die auf der Eiche ihr weißes Nest gesponnen haben, zu nähern, ist daher nicht ungefährlich. Manche Begegnungen mit den Tierchen enden gar im Krankenhaus.

Von zwei befallenen Bäumen in Speicher weiß Stadtbürgermeister Erhard Hirschberg (CDU) bislang: einer steht am Rand des Friedhofs, hinter der Leichenhalle. Und einer auf dem Außengelände der neuen Kindertagesstätte. Und auch nahe der Wolsfelder Grundschule haben sich die Raupen breitgemacht.

Entdeckt wurden Gespinst und Larven auf dem Gräberfeld in Speicher bereits Anfang Mai, der befallene Baum bei der Kindertagesstätte etwas später.

Die Schädlinge sind also in diesem Jahr früh dran. 2019 waren sie erst im Juni in Erscheinung getreten, und 2018 zum ersten Mal überhaupt in der Südeifel. Zuvor waren die haarigen Biester nur aus wärmeren Gegenden wie dem Moseltal bekannt. Denn sie mögen es lauschig warm.

Wegen der durch den Klimawandel steigenden Temperaturen fühlt sich der Prozessionsspinner aber auch in nördlichen Gegenden immer wohler. Und das vergangene heiße Frühjahr hat den Larven sicher auch sehr gefallen.

Es ist also wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Gemeinden das Flatterband auspacken müssen.

Die Stadt Bitburg etwa hat den Raupen bereits vor Wochen den Kampf angesagt. Und setzt erstmals Fadenwürmer ein, die in die Insekten eindringen und sie töten sollen.

Andere Kommunen schwören auf das Absaugen der Tiere oder den Einsatz von Spritzmitteln.

Auch die Verbandsgemeinde Bitburger Land hat inzwischen eine Firma mit der Behandlung der Bäume in Wolsfeld beauftragt. Bei der Nachkontrolle, schreibt eine Sprecherin der Verwaltung allerdings, seien bereits weitere Gespinste entdeckt worden: Die hartnäckigen Tierchen würden aber „umgehend entfernt“.

In Speicher, sagt Stadtbürgermeister Hirschberg, seien derlei teure Maßnahmen derzeit nicht geplant. Absperrung und Schilder reichten erst mal aus, um Passanten fernzuhalten. Schließlich seien die Nester auf dem Friedhof weit genug von den Gräbern entfernt. Und das Außengelände der Kita sei seit Ausbruch der Corona-Pandemie noch nicht freigegeben.

„Wir behalten die Sache aber im Auge“, verspricht der Stadtbürgermeister.