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Die Schule bleibt zu, aber nicht wegen Corona

Brandgefahr und instabile Decken : Grundschule bleibt vorerst geschlossen

Die Grundschule Orenhofen ist geschlossen. Und das nicht erst seit das Corona-Virus den Eifelkreis erreicht hat. Das Gebäude musste wegen erheblicher Baumängel dichtgemacht werden.

Die Klassenräume sind leer, die Tafeln blank. Wo sonst Kinder durchs Treppenhaus oder über den Hof flitzen, ist niemand zu sehen. Statt Kindergeschrei liegt eine fast gespenstische Stille in der Luft. „Im Moment ist hier jeder Tag wie Sonntag“, sagt der Orenhofener Ortsbürgermeister Wolfgang Horn.

Nun gibt es wohl derzeit kaum eine Schule auf die diese Beschreibung nicht zutreffen würde. Denn seit das neuartige Corona-Virus im Eifelkreis angekommen ist, müssen auch Schüler zuhause bleiben. Zumindest noch bis Anfang Mai, wie es die rheinland-pfälzische  Bildungsministerin Stefanie Hubig am Mittwoch auf einer Pressekonferenz verkündet hat.

Die Grundschule in Orenhofen ist allerdings schon eine Woche länger dicht als alle anderen Schulen. Und mit Covid-19 hat das ausnahmsweise gar nichts zu tun. Sondern mit Baumängeln.

Aufgefallen seien die Probleme bei einer Begehung des Gebäudes mit einem Statiker und dem Brandschutzbeauftragten der Kreisverwaltung, sagt Dorfchef Horn. Bis zu diesem Tag im März hatte man in der Gemeinde, die der Träger der Einrichtung ist, gehofft, glimpflich davonzukommen. Doch es kam anders.

Insbesondere die Decke des Sechziger-Jahre-Baus, die aus verschiedenen sogenannten Kassetten besteht, hat ihre besten Zeiten hinter sich. Zudem besteht die Konstruktion zum Teil aus Holz, was gemäß aktueller Brandschutzauflagen nicht mehr zulässig ist.

Würde man die Elemente tauschen, könnten sich Teile lösen. Wegen dieser Gefahr, dass die Decke runterkommen könnte, hat die Kreisverwaltung daher verfügt, dass die Schule erstmal nicht mehr betreten werden darf.

Die Orenhofener stehen also vor einer Generalsanierung ihres Gebäudes. Kosten und Dauer der Arbeiten laut Horn: unklar.

Zudem muss eine Alternative für die Schüler her. Der Unterricht kann schließlich nicht über Monate, oder Jahre, ausfallen. Schon gar nicht nach dem Rückstand, den die Kinder wegen der Corona-Sperre ohnehin zu bewältigen haben werden.

Die gute Nachricht ist aber: Ein Ausweichplatz steht schon in Aussicht — die ehemalige Kindertagesstätte in Speicher. Das Gebäude im Merscheider Weg steht leer seit in der Stadt die größte Kita des Kreises eröffnet hat (der TV berichtete). „Und für uns wäre die Einrichtung ideal“, sagt Horn: Es gebe dort eine Küche, eine Turnhalle, genügend Räume für die 51 Jungs und Mädchen.

Die Stadt Speicher hat sich bereit erklärt, die Lösung mitzutragen. „Das ging alles sehr schnell und unkompliziert“; sagt Horn. Auch im Dorf sei man sich einig gewesen. Was es nun noch zu regeln gebe, seien die Mietkonditionen für die Gemeinde und der Busverkehr von Orenhofen nach Speicher.

Doch es bleibt wohl noch genug Zeit, diese Dinge zu regeln. Mindestens bis Mai sollen die Schulen schließlich noch geschlossen, die Schüler zuhause bleiben. Zur Notbetreuung wurde bislang nur ein Kind angemeldet. Das auch ohne Probleme im Bürgerhaus unterrichtet werden kann.