Regionalentwicklung : Die Sieger aus dem Süden

Eisenach hat beim Kreisentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ den ersten Platz belegt. In der Sonderklasse siegte Dudeldorf. Die Orte in den Verbandsgemeinden Prüm gingen hingegen leer aus.

Dudeldorf gilt vielen als einer der schönsten Eifelorte. In kaum einer Liste mit regionalen Ausflugstipps fehlt die Gemeinde mit der Burg, den mittelalterlichen Gassen und Stadttoren. Und auch die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ überschlägt sich regelrecht mit Komplimenten für die Gemeinde. In der Bewertung schreiben sie, Dudeldorf sei einer der historisch interessantesten Orte des Eifelkreises. Die Bürger kümmerten sich „vorbildlich“ um alte Bausubstanz, aber auch um seine Streuobstwiesen und das Vereinsleben.

Kurzum: Die Dudeldorfer haben beim Kreisentscheid offenbar alles richtig gemacht und daher auch den ersten Platz in der sogenannten Sonderklasse „verdient“, wie die Delegation mitteilt. In dieser Kategorie darf nur antreten, wer schon einmal eine Runde des Wettbewerbs gewonnen hat. Dudeldorf gelang dies 2011 beim Gebietsentscheid.

Auf Kreisebene war der Wettkampf in diesem Jahr ein Derby. Denn auch Oberweis, das zweite Dorf in der Sonderklasse, liegt im Bitburger Land.  Warum sich die Dudeldorfer durchsetzen konnten, erklärt sich Ortsbürgermeister Stefan Lonien so: „Wir wachsen nicht nur nach außen.“ Das muss er erklären: „Statt mehrere Neubaugebiete auszuweisen, haben wir versucht, den Ortskern zu beleben.“ Und das offenbar mit Erfolg: Innerhalb der alten Stadttore konnten historische Häuser an den Mann gebracht und so saniert werden.Aber auch die Stadttore selbst und die mittelalterlichen Straßen habe man „schön hergerichtet, sagt Lonien, der stolz ist auf die Leistung seiner Bürger.

Und wie geht’s jetzt weiter? „Wenn wir den Kreisentscheid geschafft haben, dann packen wir’s auch auf Gebietsebene.“ Er muss es wissen, er kennt das mit dem Gewinnen ja schon.

Neu ist das für die Eisenacher. Ihr 370-Seelen-Ort hat zum ersten Mal beim Dorfwettbewerb gewonnen. In der Hauptklasse musste die Gemeinde in der Südeifel sich gegen Bettingen, Neidenbach, Herforst, Nasingen, Watzerath und Wallersheim behaupten. Was laut der Jury für die Eisenacher sprach: Der „gute, gepflegte Eindruck“ der Bauten und Grünflächen, die günstige Lage des Ortes zwischen Luxemburg, Trier und Bitburg und das aktive Vereinsleben. Aber auch eine Traktorfahrt dürfte zur positiven Bewertung des Dorfes beigetragen haben.

Ortsbürgermeister Martin Rau hat Jurymitglied Jörg Savelkouls mit einem Trekker aus dem Jahr 1951 durch die Eisenacher Landschaft chauffiert. Mit 15 Pferdestärken holperte der vom Traktor gezogenen Planwagen vorbei an den Feldern und Äckern des landwirtschaftlich geprägten Ortes. Und diese Reise und der Anblick überzeugten offenbar: Durch ein Flurbereinigungsverfahren haben die Eisenacher aus ihrem Umland offenbar ein Paradies für Bauern, aber auch für Touristen gemacht.

Aber nicht nur Dudeldorf und Eisenach haben sich für den Gebietsentscheid qualifiziert, den die Aufsichts- und Genehmigungsdirektion Trier Ende Mai  ausrichtet. Auch Bettingen und Nasingen werden den Eifelkreis in der nächsten Runde vertreten. Denn Erstere haben den zweiten, letztere den dritten Platz in der Hauptklasse belegt. Damit ist eine weitere Gemeinde aus dem Bitburger Land und eine aus der Südeifel dabei. Orte aus den Verbandsgemeinden Prüm und Speicher gingen in diesem Jahr hingegen leer aus. Sowohl Herforst, ein Anrainerdorf der Spangdahlemer Air Base, als auch Watzerath und Wallersheim haben es nicht geschafft.

Dieses Ergebnis bestätigt die Tendenz der vergangenen Jahre. So gewannen beim Kreisentscheid und später auch bei den Runden auf Gebiets- und Landesebene vor allem Gemeinden aus dem Süden der Eifel. Juryvorstand und Architekt Helmut Fink erklärt sich das so: „Diese Dörfer haben sich schon verhältnismäßig früh mit ihrer weiteren Entwicklung auseinandergesetzt.“ Außerdem sei die Gegend vom zweiten Weltkrieg weitestgehend verschont geblieben. Daher blieb dort häufig mehr historische Bausubstanz erhalten als im vom Bomben zerstörten Norden.