Bevölkerung : Warum es immer mehr Bitburger gibt

Während viele Orte mit sinkenden Einwohnerzahlen kämpfen, zieht es viele Menschen in die Eifelstadt. Wie kommt die Entwicklung zustande?

Es geht steil nach oben. Schon seit Jahren verzeichnet das Einwohnermeldeamt steigende Bevölkerungszahlen für die Stadt Bitburg.  Doch wem ist der Wachstumskurs zu verdanken?

Grundsätzlich wächst die Bevölkerung, wenn mehr Geburten als Begräbnisse stattfinden. Oder wenn mehr Menschen an einen Ort ziehen als abwandern.

 Im Falle von Bitburg ist vor allem Letzteres für den Trend ausschlaggebend. Betrachtet man genauer, wer zuzieht, fällt eine Besonderheit schnell auf: Vor allem der Anteil ausländischer Mitbürger steigt immer weiter an (siehe Grafik). Heute leben in der Stadt mehr als doppelt so viele von ihnen wie noch vor einer Dekade. Gerade in den vergangenen fünf Jahren wurden viele Neuankömmlinge begrüßt. Die Gründe für diese Entwicklung lassen sich im knapp 3000 Kilometer entfernten Syrien aufspüren. 2011 begann hier der Bürgerkrieg und zahlreiche Menschen sind in der Folge vor Bomben, Kugeln und Hunger geflohen. Einige Syrer verschlug es in die Eifel, was auch Bitburgs Bevölkerungszahlen in die Höhe schnellen ließ. Obwohl inzwischen wieder weniger Flüchtlinge nach Deutschland strömen, schlägt sich die Migrationsbewegung teils erst jetzt in den Büchern der Meldeämter nieder. „Die Asylverfahren dauern einige Zeit“, sagt Wernern Krämer, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Viele Flüchtlinge befänden sich schon länger in Bitburg. In der Statistik erscheinen sie jedoch erst, wenn sie anerkannt worden sind. Weitere anerkannte Asylsuchende kommen nach Angaben der Stadtverwaltung aus Afghanistan (56), dem Irak (36), dem Libanon (31) sowie Eritrea (23).

Doch nicht nur Flüchtlinge finden eine neue Heimat in Bitburg. Aus welchen zehn Ländern die meisten neuen Bitburger stammen, verrät die rechte Grafik. Vor allem aus Osteuropa, dem Nachbarland Luxemburg sowie den Vereinigten Staaten wandern Personen ein. „Insgesamt kommen die Menschen in Bitburg aus über 90 Nationen“, so Krämer. „Die Gesellschaft wird immer multikultureller.“ Dass die ausländischen Mitbürger sich hauptsächlich in Bitburg und nicht im Umland niederlassen, ist nach Einschätzungen des Pressesprechers auf die Möglichkeiten, welche die Stadt bietet, zurückzuführen. Arbeitsplätze, Schulen, medizinische Versorgung sowie Freizeit- und Einkaufsgelegenheiten seien Gründe „für einen verstärkten Zuzug nach Bitburg und weniger ins Umland.“

Auch viele ältere Leute, die aus der Region stammen, schätzen das Angebot in der Stadt: Geschäfte, Ärzte und Pflegeangebote finden sich hier geballt an einem Ort. Deshalb zieht es auch sie aus den häufig nur mäßig angebundenen Dörfern nach Bitburg. Mehr als ein Viertel der Einwohner ist inzwischen über 60 Jahre alt – drei Bitburgerinnen haben sogar bereits ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Doch auch für die restlichen Altersgruppen können die Beamten des Einwohnermeldeamts schwarze Zahlen notieren. Die Zukunft der Stadt scheint also für die nächsten Jahre gesichert.