Die Steppkes schnuppern schon

Die Steppkes schnuppern schon

So ein Zirkus: Mit einem ersten Projekt hat die Graf-Hartard-Grundschule in Schönecken den Einzug des Kindergartens in ihre Räume vorbereitet. Vorläufiges Ergebnis: Groß kümmert sich schon richtig gut um Klein.

Schönecken. "Das läuft wirklich hervorragend", sagt Martina Fröhlinger, Chefin der Schönecker Graf-Hartard-Schule. Sie spricht vom Zirkusprojekt, das diese Woche mit zwei umjubelten Aufführungen zu Ende ging.
Gemeinsam mit den Grundschülern sind dabei auch die Schützlinge des Kindergartens aufgetreten - und hatten offenbar Spaß: "Ja", sagt die fünfjährige Paula Thielen aus Dingdorf. "Sie macht übrigens Feuer", fügt ihr siebenjähriger Bruder Tobias nicht ohne Stolz hinzu, denn Paula war bei der Nummer mit den Flammenstäbchen dabei. Tobias geht bereits zur Schule, Paula ist noch im Kindergarten - wie auch die fünfjährige Marie Rosch aus Schönecken. Sie freut sich sehr darüber, "dass ich mitmachen durfte" - und über die Hilfe der Großen: Die waren nämlich, jawohl: "Lieb!"
Für Martina Fröhlinger war das, neben dem Applaus für die jungen Artisten, die schönste Erfahrung - dass es so gut zwischen den Schul- und den Kindergartenkindern funktionierte. Denn anfangs sei sie doch etwas besorgt gewesen, dass die Kleinen im Zirkustrubel untergehen könnten. Aber das geschah nicht, wie auch Ruth Suermondt vom Kinderzirkus "Zappzerapp" aus Leverkusen bestätigt: "Das war komplett problemlos", die Kinder seien toll miteinander umgegangen und sehr diszipliniert gewesen, die Größeren seien den Jüngeren dabei "mit großem Respekt" begegnet.
Erfolgreiche Generalprobe


Und auch die Eltern halfen mit: Schon beim Sponsorenlauf auf dem Sportfest im Juni engagierten sie sich, um das Projekt zu ermöglichen, damals liefen die Vorschulkinder ebenfalls bereits mit. "Wir sind da von den Eltern unglaublich unterstützt worden", sagt Martina Fröhlinger. Dabei kam ein wesentlicher Teil des Geldes zusammen, mit dem die geglückte Zirkusnummer finanziert wurde, 3500 Euro hatte man für das Engegement der Leverkusener bezahlt.
Das gemeinsame Projekt war die gelungene Generalprobe: Denn wie bereits berichtet, soll der Kindergarten schnellstmöglich in die Schule umziehen.
Umbau vor Einzug


So weit ist es aber noch nicht. Zunächst ist der Grundschulzweig ins Obergeschoss gezogen, um unten Platz für die kleineren Kinder zu machen - und für alles, was sie dort brauchen, darunter auch altersgerechte Sanitärräume. Auch Klassenzimmer müssen umgebaut und neu eingerichtet werden, es soll getrennte Treppenhäuser geben, die Außenanlagen werden ebenfalls kindergartengerecht umgestaltet. All diese Dinge werden erst im kommenden Jahr in Angriff genommen. "Wir freuen uns wirklich darauf", sagt Martina Fröhlinger. Das gelte für die Kinder genau so wie für ihre Betreuerinnen in der Tagesstätte: Denn es gehe nun auch darum, als Team zusammenzuwachsen.Extra

Dass der Kindergarten in die Schule umzieht, ist eine finanzielle Vernunftentscheidung der Ortsgemeinde: Ein An- und Ausbau der bisherigen Einrichtung im Ortsteil Wetteldorf (nötig wegen des Anrechts auf Kita-Plätze auch für Kleinkinder) wäre zu teuer geworden, er hätte 1,16 Millionen Euro gekostet. Nachdem aber der Hauptschulzweig an der Graf-Hartard-Schule im vergangenen Sommer auslief, wurde dort Platz für die Kleinen frei - und um die Schule entsprechend auszustatten, werden nur 700 000 Euro gebraucht. Die Kosten werden etwa zur Hälfte von Eifelkreis, Kirche und Landesförderung bestritten. Der Anteil der Gemeinden, aus denen Kinder zu Schule und Kita gehen, liegt bei 358.400 Euro. fpl