Die "Strickliesel" halten zusammen
Bitburg · Im DRK-Mehrgenerationenhaus Limbourgs Garten kommt regelmäßig ein Strickliesel-Treff zusammen. Der Gruppe ist nicht nur die gemeinsame Handarbeit, sondern auch soziales Engagement wichtig.
Bitburg. Handarbeit liegt im Trend - das können die "Strickliesel" im DRK-Mehrgenerationenhaus Limbourgs Garten gut verstehen. Jeden ersten Montag und jeden dritten Mittwoch im Monat trifft sich die Gruppe strickbegeisterter Frauen, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen.
"Wenn alle da sind, sind wir bis zu 15 Frauen zwischen 40 und 87 Jahren", sagt Anita Assmann. Auch mehrere Frauen aus Südamerika, die bei den Treffen nicht nur ihre Fingerfertigkeit, sondern auch ihre Deutschkenntnisse verbessern können, sind dabei. Wie die meisten Mitglieder sind sie durch eine Zeitungsmeldung auf die Gruppe aufmerksam geworden.
Und deren Mitglieder freuen sich jederzeit über Neulinge. Die Treffen sind öffentlich und kostenlos. Die "Strickliesel" stellen Artikel für den privaten Gebrauch und zum Verschenken her, sie engagieren sich aber auch sozial.
Kürzlich spendete der Treff beispielsweise Strickmützen an eine Selbsthilfegruppe für krebskranke Frauen im Marienhaus-Klinikum Bitburg. Für Pinguine, die von einer Ölkatastrophe betroffen waren, fertigte die Gruppe Pullover als Schutz vor einer Vergiftung, und die Kinder in einer Düsseldorfer Klinik bekamen Spielzeug, Schals und Mützen. Um Spenden für das DRK zu sammeln, verkauften die Frauen außerdem Smoothie-Flaschen, die sie mit Strickkappen dekoriert hatten.
Auch mit der Stadt Bitburg arbeitete die Handarbeitsgruppe schon zusammen und verzierte das Bedahaus, den Gäßestrepperbrunnen am Petersplatz und die Bronzepferde vor der Kreisverwaltung mit "Urban Knitting". Dabei wird der öffentliche Raum, also zum Beispiel Statuen oder Bäume, eingestrickt oder es werden Strickaccessoires angebracht. Gelegenheit, ihr Wissen weiterzugeben, hatten die "Strickliesel" beim Besuch einer Berufsschulgruppe.
Im Mehrgenerationenhaus selbst sind die Spuren des Strickliesel-Treffs kaum zu übersehen: Strickarbeiten zieren die Räume. In der Eingangshalle ist ein eingestrickter Stuhl aufgehängt, dem bald ein Wandteppich folgen soll. "Wir wollen damit auf die Seniorenarbeit des DRK aufmerksam machen", sagt Anita Assmann. jd
Extra
Ich mag es, mit den anderen gemütlich zusammenzusitzen und zu stricken. Wir kommen alle gut miteinander aus. Ich komme hierher, um mich vom stressigen Alltag zu erholen und mich in geselliger Runde zu entspannen. Als ich vor drei Jahren neu zugezogen bin, haben mich die "Stricklieseln" sehr nett aufgenommen. Ich komme zum Treff, um Stricken zu lernen. Die anderen bringen mir mit viel Geduld alles bei. Umfrage/Fotos: Julia Dahm