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Die Stunde der Wintervögel: Naturschutzbund ruft zur Zählung auf

Die Stunde der Wintervögel: Naturschutzbund ruft zur Zählung auf

Viele Meisenknödel in deutschen Vogelhäuschen hängen ungenutzt herum. Denn möglicherweise ist die Population einiger Vogelarten gesunken. Der Naturschutzbund hat deshalb an diesem Wochenende bundesweit zur Zählung der Wintervögel aufgerufen.

Bitburg/Wittlich/Trier. Wer vermisst im Garten vielleicht die Vögel, die um diese Jahreszeit üblicherweise ums Vogelhaus schwirren und fleißig Körner picken? Wer dieses Phänomen im eigenen Garten feststellt, steht nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) derzeit nicht alleine da. "Seit Wochen erreichen den Nabu aus ganz Deutschland Meldungen, dass die heimischen Vögel am Futterhaus oder im Garten vermisst werden", teilt der Nabu mit.

Deshalb hat er bundesweit an diesem Wochenende, 7. und 8. Januar, zur Zählung der Wintervögel aufgerufen. "Die Aktion Stunde der Wintervögel wird nun zeigen, ob, wo und welche Arten tatsächlich schwächeln - und sie wird auch Hinweise auf die Ursachen geben", erklärt der Verein. "Vermutet wird dabei oft ein Zusammenhang mit der Vogelgrippe, den der Nabu aber nicht bestätigen kann, da Singvögel nicht von der Geflügelpest befallen werden."
Erste Erhebungen zeigen laut Nabu, dass einige Arten wie Kohl- und Blaumeisen in diesem Jahr deutlich seltener beobachtet werden.
Die Ergebnisse der bundesweiten Zählungen sollen genaueren Aufschluss über Verbreitung, Zugverhalten und Populationsentwicklung der heimischen Vögel geben. Wer sich an der Zählung beteiligt, der hilft mit, die schleichende Veränderungen in der Vogelwelt festzustellen. Und Preise gibt es obendrein auch noch zu gewinnen.

Jeder kann mitmachen: Alles was man braucht, ist eine Stunde Zeit. Man sollte sich einen Platz suchen, von wo aus man gut beobachten kann und der bequem genug ist, um es es dort eine Stunde auszuhalten. Doch wie der Nabu erklärt, soll man nicht einfach alle Vögel zählen, die man in einer Stunde zum Beispiel im Garten sieht. Das wäre wohl zu einfach gedacht. So macht man es richtig: Es soll nur von jeder Vogelart die höchste Zahl notiert werden, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen war. Das vermeidet Doppelzählungen. Dabei hilfreich sind die Zählhilfen, die der Nabu auf seiner Internetseite zum Ausdrucken bereithält. Außerdem finden sich im Onlineportal des Naturschutzbundes Steckbriefe, um die heimischen Vogelarten exakt zu bestimmen. Das ist nützlich, denn schon beim Spatzen sind zwei Arten, der Haussperling und der Feldsperling, zu unterscheiden.

Die Ergebnisse der Zählungen, die nur am 7. oder 8. Januar durchgeführt werden sollen, können Samstag und Sonntag, zwischen 10 und 18 Uhr, an den Nabu, Telefon 0800/1157115, übermittelt werden. Auf Wunsch des Nabus sollen die Ergebnisse aber, wenn möglich, online durchgegeben werden.
nabu.deExtra

Die Stunde der Wintervögel: Naturschutzbund ruft zur Zählung auf
Foto: Julian Stratenschulte (e_eifel )

An der Stunde der Wintervögel im Januar 2016 beteiligten sich über 93 000 Naturfreunde. Insgesamt gingen Meldungen aus 63 000 Gärten und Parks mit über 2,5 Millionen gezählten Vögeln ein. Gemessen an der Einwohnerzahl waren die Vogelfreunde in Bayern, Brandenburg, und Mecklenburg-Vorpommern am fleißigsten. Der Haussperling ergatterte den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel, die Kohlmeise Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Blaumeise, Feldsperling und Amsel. Quelle: Nabu