Die Suche nach Befreiung

SCHÖNBERG. Die Proben für die Passionsspiele "Ecce homo" im Freizeitzentrum der ostbelgischen Gemeinde Schönberg laufen auf vollen Touren. Nach 1993 und 1998 sind es die dritten Passionsspiele, die in dem Grenzort, aufgeführt werden (der TV berichtete).

Vor derBühne in dem großen Saal wimmelt es von Fotografen, die auf dieersten Aufnahmen der Darsteller in ihren neuen Kostümen wartet.Derweil herrscht im Nebenraum Betriebsamkeit. Die Darstellerwerden geschminkt und gleich an mehreren Tischen wird hektischgenäht - die Vorbereitungen für die erste Kostümprobe laufen aufHochtouren. Zahlreiche deutsche und belgische Pressevertreter sind ins Schönberger Freizeitzentrum gekommen, um sich die ersten Kostümprobe für die Passionsspiele anzusehen. "Ecce Homo" lautet die Bezeichnung für die Neufassung der Passion, die 13 Mal in der Fastenzeit vom 8. März bis 6. April dort aufgeführt wird.

Das Leiden und Sterben von Jesus von Nazareth ist eine Geschichte, die auch heute noch von brennender Aktualität ist. Der Mensch, seine Ängste, seine Sehnsüchte und sein Verlangen nach wahrer Befreiung werden in der Neufassung der Passion thematisiert, die der aus Waismes stammende Autor Siegfried Bongartz (36) geschaffen hat.

Aktuelle Bezüge sind wichtig

Bongartz versucht, in seinem Stück das Leiden und Sterben Christi auf der Bühne darzustellen und dabei den Kern der Leidensgeschichte in drei unterschiedlichen Zeit- und Bedeutungsebenen sichtbar zu machen. Er beschränkt sich nicht darauf, das Leben, Sterben und die Auferstehung Jesu darzustellen, sondern nimmt Bezug auf das moderne Leben. Bongartz hat für die Passionsspiele 2003 aktuelle Themen aufgegriffen und beleuchtet im Kontext der Bibel Menschen in ihrem persönlichen Leben.

In Szene gesetzt werden die Passionsspiele von dem 1951 im ostbelgischen Mürringen geborenen Lehrer und Regisseur Alfons Velz.

Marlene Backes ist Koordinatorin im Organisationsteam. Sie erklärt, dass es schon eine Menge Einzelproben in kleineren Gruppen seit November des vergangenen Jahres gegeben habe. Die Koordinatorin im Organisationsteam stellt die insgesamt 32 Spieler vor, vor allem den Jesus-Darsteller, Lothar Krämer aus Schönberg und den Pastor der drei Ourtal-Pfarreien, Claude Theiss, der die Paulus-Rolle spielt.

Neben den Darstellern gibt es mehr als 100 Personen, die als Statisten oder in der Organisation an den Aufführungen mitwirken. Laut Marlene Backes werden - entgegen der vorangegangenen Aufführungen - die Frauen mehr herausgestellt. Deutlich wird das vor allem an der Rolle der Magdalena und der Darstellung der Mutter des Jüngers Judas.

Der Kartenvorverkauf für die Passionsspiele ist bei Bärbchen und Joseph Kirchens, Telefon 0032/80549444.

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