Die Tafel braucht Vorarbeit, Geld und Helfer

Die Tafel braucht Vorarbeit, Geld und Helfer

BITBURG. Auch kleine Spenden sind gefragt, um die bis zu 80 000 Euro zusammenzubekommen, die der Förderverein Bitburger Tafel sammeln will. Ende August soll der Verein offiziell gegründet werden. Die Tafel ist ein Projekt, um Bedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen.

"Nicht alle Menschen haben ihr täglich Brot - und doch gibt es Lebensmittel im Überfluss." Dieser Erkenntnis haben sich bisher annähernd 600 so genannte Tafeln in Deutschland verschrieben. Auch in Bitburg sollen möglichst rasch qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden, an Menschen in Not verteilt werden (der TV berichtete).Tafel soll für alle Hilfesuchende da sein

Ehe die Bitburger Tafel jedoch ihre Arbeit aufnehmen kann, muss die nötige Infrastruktur finanziert werden. Das will der Föderverein übernehmen. Auf rund 80 000 Euro Erstinvestition bezifferte Joachim Streit bei einem Pressegespräch die Summe, die gebraucht wird. Er und mehr als ein Dutzend Mitstreiter haben sich bereit erklärt, den Gründungsvorstand des Förderkreises zu stellen. In diesem Vorstand sind unter anderem Vertreter der sozialen Organisationen, der Kirchen, der Politik, der Banken und der Wirtschaft vertreten. Größter Posten bei den Investitionen mit rund 40 000 Euro ist ein Kühlfahrzeug, mit dem verderbliche Waren von den Verkaufsstellen hin zum Standort der Tafel transportiert werden. Wo die Ausgabe der Lebensmittel sein wird, steht noch nicht fest. Rund 150 Quadratmeter groß sollte der fußläufig gut erreichbare Laden sein, der Lagerkapazitäten haben sollte. Außerdem gebraucht werden unter anderem eine Ladeneinrichtung oder eine Kühltheke. All diese Dinge will der Förderverein auftreiben. "Wir hätten nichts dagegen, wenn Firmen und Privatleute die benötigten Gegenstände spenden würden", sagte Streit. Die Organisation der Tafel (Raum, Miete und Logistik) hat die Caritas für die Region Westeifel übernommen. Die Caritas hatte sich bereits Ende 2005 eine Genehmigung für eine Bitburger Tafel beim Bundesverband Deutsche Tafel erwirkt. Das DRK, ebenfalls an der Mithilfe bei der Organisation der Tafel interessiert, kam deshalb nicht zum Zuge. Das Hilfsangebot richtet sich an alle Hilfesuchenden. "Wer Hilfe braucht, bekommt Hilfe", sagt Joachim Streit. Es sei egal, wo jemand herkomme, welchen Glaubens er ist oder ob er einen festen Wohnsitz habe. Das Angebot richtet sich an Hilfsbedürftige aus dem gesamten Kreisgebiet. Wenn die Tafel in Bitburg funktioniert, soll es ähnliche Einrichtungen auch in anderen Teilen des Landkreises geben. Mit rund 150 Hilfesuchenden rechnen die Organisatoren. Nachdem die Hilfsbedürftigkeit überprüft worden ist, erhalten die Tafel-Kunden einen Berechtigungsausweis. Er ermöglicht es Hilfsbedürftigen vermutlich ein Mal pro Woche während zwei Stunden Brot, Backwaren, Konserven, Obst, Gemüse, Milchprodukte, Kartoffeln, Nudeln, Reis oder alkoholfreie Getränke zu bekommen. Eventuell soll auch abgepacktes Fleisch abgegeben werden. Rund 40 bis 50 freiwillige Helfer werden gebraucht, um die Bitburger Tafel am Laufen zu halten. Die Rekrutierung dieser Menschen soll ein Nebeneffekt der Arbeit des Fördervereins sein. Seine Mitglieder sollen als Multiplikator bestehende Kontakte nutzen und für die Idee der Tafel werben. Helfen können übrigens nicht nur Lebensmittelmärkte, Produzenten von Lebensmitteln oder Bäckereien. So will beispielsweise auch ein Bitburger Entsorgungsunternehmen die Arbeit der Tafel unterstützen. Elfriede Graupeter, ebenfalls Mitglied des Gründungsvorstand, sagte, dass das Unternehmen kostenlos Abfälle entsorgen will. Die Gründungsversammlung für den Förderverein Bitburger Tafel beginnt am Dienstag, 29. August, 20 Uhr, im Haus Beda. Ein Spendenkonto ist eingerichtet bei der Raiffeisenbank östliche Südeifel, Bankleitzahl Kontonummer 119 909. Helfer, Ladenbesitzer und Spender können sich bei Michael Fasen, Caritas Bitburg, 06561/9671-0 melden.