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Die Trachten an den Nagel gehängt

Vereine : Die Trachten an den Nagel gehängt

Die Zeit der Umzüge ist vorbei: Mehr als 80 Jahre nach ihrer Gründung wird die Beberiger Kameradschaft nun aufgelöst.

Die Entscheidung ist zwar schwergefallen, war aber im Grunde längst überfällig. „Wir haben schon im letzten Jahr damit gerungen, uns dann aber doch dazu entschieden, es noch ein weiteres Jahr zu versuchen“, sagt Matthias Zunker. Nun aber habe der Verein einen Schlussstrich gezogen. Seit dem 1. November befindet sich die Beberiger Kameradschaft in der Liquidationsphase. Wenn diese beendet ist, dann war es das.  Trachtenumzüge an der Mosel mit Bitburger Beteiligung wird es dann keine mehr geben.

Gegründet wurde der gemeinnützige Verein um 1936 – allerdings nicht als Beberiger Kameradschaft, sondern zunächst unter dem Namen Boulevard. 1953 entstand daraus die Kameradschaft, und vor gut 40 Jahren bildete sich daraus wiederum eine Trachtengruppe, die in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig an Umzügen in Leiwen, Kröv, Bernkastel-Kues und Cochem teilnahm und bis zuletzt auch beim Folklore-Festival tätig war.

Auch in 2018 waren die Männer und Frauen wieder an der Mosel unterwegs – allerdings mit einer ersten Einschränkung. „Wir haben dieses Jahr die Teilnahme am Umzug in Cochem abgesagt“, erklärt der Vorsitzende Zunker. „Die Strecke dort ist recht lang“, sagt er, „und das wollten wir unseren Leuten einfach nicht mehr zumuten.“ Die meisten Mitglieder des Vereins seien schließlich schon 75 Jahre und älter.

Zwar gebe es in der Beberiger Kameradschaft durchaus auch junge Mitglieder, so Zunker, doch halte sich deren Motivation in Grenzen. An den Trachtenumzügen hätten deshalb immer nur die Älteren teilgenommen. „Wären wir nächstes Jahr auch noch mitmarschiert, dann wären wir nur noch fünf oder sechs Leute gewesen“, sagt der Vorsitzende. „Damit hätten wir dann nicht nur uns, sondern auch die Stadt Bitburg blamiert.“ Und das habe man auf jeden Fall vermeiden wollen.

Dass die Beberiger Kameradschaft Nachwuchsprobleme habe, liege ein Stück weit auch am Verein selbst, räumt Zunker ein. Früher hätten nämlich nur waschechte Bitburger der Vereinigung beitreten dürfen. Und dadurch seien einige Interessenten schon von vorneherein ausgegrenzt worden. Irgendwann sei diese Regelung aber aufgehoben worden, erklärt er.

Ansonsten hätte auch Zunker nie der Kameradschaft beitreten, geschweige denn deren Vorsitzender werden können. Er selbst sei nämlich auch kein waschechter Bitburger, sagt Zunker. „Ich bin damals auch nur mehr oder weniger in den Verein reingerutscht.“ Das war vor zehn Jahren. Fünf Jahre später wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Und dabei bleibt es jetzt. Genau bis zum 31. Oktober 2019. Dann ist die einjährige Liquidationsphase beendet und die Beberiger Kameradschaft endgültig Geschichte.