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Die Tür zum Reich der Fantasie

Die Tür zum Reich der Fantasie

BEILINGEN. Die Kinder in Beilingen (Verbandsgemeinde Speicher) können sich über einen neuen naturnahen Spielplatz im Ortskern freuen. Bürger, Gemeinde und Sponsoren halfen tatkräftig mit.

Einst einer der ersten Spielplätze im Speicherer Land, war die Anlage in Beilingen nach 35 Jahren veraltet. Die Spielgeräte entsprachen längst nicht mehr den gültigen Sicherheitsbestimmungen. Der rote Lavaboden und die rings um die Spielfläche wachsende Hecke waren dem Ortsgemeinderat ein Dorn im Auge. Von den rund 400 Einwohnern des Eifelortes sind 50 Kinder unter 12 Jahren. Schon allein aus diesem Grund sahen Ortsbürgermeister Alois Klotz und seine Ratskollegen Handlungsbedarf: "Schließlich muss man den Kindern etwas bieten." Landschaftsplaner Jürgen Kaspari vom Bürgerservice Saarburg entwarf im Frühjahr 2005 ein Konzept für einen naturnahen Spielplatz mit 36 Meter Weidentunnel und drei Weidentipis. Bei einer Präsentation brachten Eltern, Großeltern und Kinder eigene Ideen ein und suchten Spielgeräte mit aus. Die Umsetzung mit 700 bis 800 Arbeitsstunden dauerte rund ein Jahr. Die Helfer entfernten defekte Spielgeräte und lagerten die noch brauchbaren bei einem Landwirt. Sie entfernten Hecken und Bäume sowie den roten Bodenbelag. Kletterturm, Rutschbahn mit Röhre, Indianerzelte, Schaukel und ein Weidentunnel wurden aufgestellt beziehungsweise angelegt. Denn nach den Vorstellungen der Planer sollten die Kinder nicht nur spielen, sondern auch ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Zu den Prunkstücken des Platzes gehört ein Schuppen aus Eichenbalken mit einem sechseckigen Tisch und Bank. Einige Bürger stellten ihre landwirtschaftlichen Geräte zur Verfügung, ohne die so manche Arbeit gar nicht möglich gewesen wäre. Hinzu kam der Autokran einer Firma. 25 Kinder und Erwachsene waren allein mit dem Verteilen von 27 Kubikmetern Holzschnitzel auf dem Boden beschäftigt. Einer der tatkräftigen Helfer war Markus Densborn aus Beilingen, Auszubildender bei RWE Rhein-Ruhr AG. Er hatte bei seinem Arbeitgeber im Rahmen des Projektes "Aktiv vor Ort" einen Antrag gestellt. Dabei unterstützt der Energieversorger soziale Maßnahmen von Mitarbeitern in deren Heimatgemeinden. Im Gegenzug verpflichten sich die Mitarbeiter, in ihrer Freizeit tatkräftig Hand anzulegen. Mit der Spende von 2000 Euro wurde ein Holzzaun zur Abgrenzung der Spielfläche angeschafft. Ortsbürgermeister Klotz: "Ich danke allen Helfern und Sponsoren und freue mich auch über das Engagement von RWE Rhein-Ruhr. Dank dieser Zuwendung kann das Projekt Spielplatz vollendet werden." Die Gemeinde nahm einen Kredit über 7100 Euro auf. Unterstützung kam unter anderem von der Allianz-Umweltstiftung sowie der Kreissparkasse Bitburg-Prüm, Volksbank Eifel-Mitte und Raiffeisenbank östliche Südeifel. Der Sportverein Beilingen spendete eine hochwertige Vogelnestschaukel. Alois Klotz: "Nach den Ferien planen wir eine Einweihungsfeier. Wenn alles fertig und vom Tüv abgenommen ist, können die Kinder aber schon vorher auf der Anlage spielen."