Die Veganer kommen

GEROLSTEIN. Mitte August macht in der Rondellpassage der erste VegaRia-Laden auf – als Pilotprojekt für eine bundesweite Kette. Inhaberin Brigitte Weber setzt ausschließlich auf pflanzliche Lebensmittel, bietet Gerichte und Snacks im Bistro sowie Zutaten im Shop plus Kochparties für Kunden an. Fünf Mitarbeiter wurden schon eingestellt.

"VegaRia, alles rein pflanzlich, aber tierisch gut." So lautet der Slogan zur Geschäftsidee der gelernten Müllerin Brigitte Weber. Das Logo in orange, grün und gelb signalisiert Lebensfreude pur. Die 45-Jährige sieht gute Chancen auf geschäftlichen Erfolg: "Das Gesundheitssystem bricht zusammen, weil die Menschen krank werden, weil sie Fleisch aus Massentierhaltungen essen." Veganische Kost ist absolut cholesterin- und lactosefrei. Ein Vorteil, auf den immer mehr Menschen, die unter Milch- und tierischer Eiweiß-Unverträglichkeiten leiden, achten müssen. Webers Partner Kurt Inglin erklärt: "Wegen der Gesundheit greifen immer mehr Leute zu veganischer Kost. Gefäßverengungen sind das Gesundheitsproblem Nummer eins. Sie entstehen eben durch tierische Fette und Eiweiße." Inglin ist Produktentwickler bei den Firmen Viana und Tofutown im Wiesbaumer Gewerbepark. Der 54-jährige Schweizer kennt den Markt aus dem Effeff. Er sagt: "Junge Leute kommen aus ethischen Beweggründen zu uns. Außerdem gibt es viele ökologische Vorteile, weil für die herkömmliche Fleischproduktion zehn bis 15 Mal mehr Ressourcen verbraucht werden als für unsere Produkte." Die gibt es als Geschnetzeltes, Cevapcici, Hacksteaks oder Schnitzel - hergestellt aus Weizeneiweiß, Tofu und Protein. Fünf Mitarbeiterinnen hat Weber schon eingestellt und geschult im Umgang mit den Vegano-Produkten. Zeitgleich mit der Ladeneröffnung wird auch die erste Kochparty für interessierte Kunden angeboten. "Wir wollen zeigen, wie schmackhafte Gerichte zubereitet werden können", meint Weber. Die Ergebnisse der Kochparties, die regelmäßig stattfinden sollen, werden als Tagesgerichte im VegaRia-Bistro angeboten. Täglich bis zu sieben Angebote im Preis zwischen fünf und zehn Euro. Snacks wird es ab 2,80 Euro geben. "Hip-Hap", eine Teigtasche mit zwei pflanzlichen Burgern drin, soll in drei Varianten der Renner werden. Im angrenzenden Shop gibt es die veganischen Produkte für die Zubereitung zu Hause. Auch Sahne und Käse auf rein pflanzlicher Basis gehören dazu. "Es muss niemand auf den überbackenen Auflauf verzichten", sagt Weber. Zum Konzept gehört auch der Ausbau einer bundesweiten VegaRia-Bistro-Shop-Kette. Im Gerolsteiner VegaRia soll das Personal nach und nach dafür geschult werden. "Im nächsten Jahr soll es Partner-Filialen in Trier, Koblenz und Köln geben", gibt Weber die Schlagzahl vor. Später soll Süd- und Ostdeutschland folgen. "Ich habe schon Kontakte nach Magdeburg und Gotha", sagt sie. Um den Erfolg ihrer großen Ziele ist es der Existenzgründerin nicht bange. Sie erklärt: "Meine Hausbank und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft sind auch sehr optimistisch. Außerdem stehen viele Mediziner hinter mir." Gerolstein hat sie als Standort gewählt, weil es nah an ihrem Wohnort ist und ihr das Ladenlokal gut gefallen hat. Auch sei ihr die Stadt Gerolstein als Vermieterin bei dem Mietpreis entgegen gekommen.

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