Die vergangenen fünf Jahre: Was geschah in Prüm?

Stadtentwicklung : Die vergangenen fünf Jahre: Was geschah in Prüm?

Kommunalwahl 2019: Der Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt, wie sehr sich Prüm in dieser Zeit äußerlich gewandelt hat. Auch weil der Rat zusammenhielt, als es wirklich darauf ankam.

Radikale politische Neuerungen sind des Prümers Sache nicht. Warum auch, wenn’s läuft? Man konnte das bei der bislang letzten Stadtratswahl im Mai 2014 sehen: „Fast alle sehen sich wieder“, titelte der TV damals, denn es hatte kaum sonderliche Verluste oder Gewinne gegeben bei der Verteilung der Sitze. Einer mehr für die CDU, einer weniger für die FWG, ansonsten: wie gehabt.

Die Verhältnisse in Prozent: 45 (CDU, mit Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy an der Spitze), 22 (FWG-Liste Kleis), 16 (SPD), 15 (Prümer Bürgerbewegung, mit Johannes Reuschen, der im Mai gegen die Amtsinhaberin antritt).

Der Rat also wurde kaum umgebaut. Anders ist das beim Gesicht der Stadt: Das hat sich deutlich verändert, die Geschichte der vergangenen fünf Jahre ist vor allem eine des Bauens. Klar, der Hahnplatz. Aber vorher wurde die Hillstraße erneuert, aus dem schlauchartigen Anstieg hinauf zum Konvikt wurde eine ansehnliche Pflasterstraße, ähnlich dem bereits umgestalteten Johannismarkt und dem Tiergartenplatz. Mit deutlich verbesserter – so nennen die das heute – „Aufenthaltsqualität“.

Das gilt auch für den Bushof im Gerberweg und hinter dem Regino-Gymnasium: Auch der wurde fertig, noch bevor man den Hahnplatz in Angriff nahm. Wie auch der Kreisverkehr in der Bahnhofstraße. Was nicht nach großer Aktion klingt, lieferte dann aber im Rat doch ein ziemliches Hin und Her: Denn weil Straße und Bürgersteig dadurch näher an die Friedhofsgrenze rückten, musste die Hecke dort fallen. Was aber sollte hin? Bruchsteinmauer, Betonstreifen, Gabionen, neue Hecke? Sie verzettelten sich, beschlossen eine Bruchstreinmauer, die aber wäre zu teuer geworden, also kam dann doch eine Betoneinfassung mit Geländer obendrauf.

Das war’s dann aber auch schon beinah mit den ausufernden Diskussionen. Zwar kabbelten sie sich gelegentlich, aber wirklichen Streit erlebte man selten im Prümer Rat.

Zumindest untereinander. Und vor allem beim dicksten Prümer Vorhaben: Dem Umbau ders Hahnplatzes von Beton- und Verbundsteintrübsal in ein wirkliches Zentrum. Der fing vor drei Jahren mit Ärger an, für den aber die Fraktionen auch nichts konnten: Alles verzögerte sich, weil für die vietnamesischen Pflastersteine nicht das nötige Zertifikat vorlag.

Also machten die Arbeiter der Trierer Firma Schnorpfeil, die den Zuschlag für das Vier-Millionen-Projekt erhielt, erst einmal den vorläufigen Kreisverkehr in Richtung Niederprüm und die Ritzstraße fertig.

Dann ging’s irgendwann los, zog sich erstens wegen neuer Kanalanschlüsse und zweitens wegen der Archäologen in die Länge, die am Hahnplatz unter anderem die Fundamente einer mittelalterlichen Kirche ausgruben.

Und immer wieder, seit Vorstellung der Entwürfe, entzündete sich die Diskussion um die Parkplätze, die Planer Maik Böhmer vorgesehen hatte. Aber auch hier: Der Rat hielt zusammen. Zumindest nach außen. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn es da an der beschworenen Einigkeit gemangelt hätte. Dann, mutmaßt Mathilde Weinandy, „hätt ich mir die Kugel geben können“.

Und sie bauen weiter: Das Seniorenheim auf dem ungeliebten Parkhaus in der Teichstraße wächst seit Januar in die Höhe. Und weil so viele so gern in Prüm wohnen wollen, legte die Stadt zwei Baugebiete in der Steinertsbach an. Ein drittes lässt Bauunternehmer Erich Backes vor dem Krankenhaus einrichten. Und die Flächen füllen sich, Baugebiet Nummer 1 ist bereits nahezu dicht.

Was noch? Eine Menge: Vor allem auf Initiative der Ratsmitgieder Julia Peter (CDU) und Markus Fischbach (SPD) entstand am Ausstellungsgelände ein Platz für Wohnmobile. An einigen Stellen änderte man den Bebauungsplan, um zum Beispiel dem Hit-Markt am Kalvarienberg die Möglichkeit zur Erweiterung zu geben.

Absolute Einigkeit herrschte auch beim Thema Bestattungswald: Als Peter Wind, Forstamtsleiter und CDU-Fraktionär, den Vorschlag machte, eine solche Ruhestätte am Kalvarienberg anzulegen, ging alles schnell und harmonisch vonstatten. Und bei den Bürgern, zeigte sich ebenso schnell, war und bleibt der Zuspruch enorm.

Demnächst wird das stark genutzte Waldjugendlager mit flammeuen Hütten und Zentralbau versehen. Der städtische Bauhof erhält ein neues Domizil in der Prümtalstraße. Wie gesagt: Hin und wieder diskutierten sie, oft über Kleinigkeiten, aber zu tiefen Zerwürfnissen kam es nie.

Das setzte sich auch in den bisherigen Wahlkampf ums Bürgermeisteramt fort: Böse Worte sind zwischen Mathilde Weinandy und Johannes Reuschen bislang nicht gefallen.

Apropos Worte, Apropos Wahl: Was die beiden Kandidaten den Prümer Bürgern und einander sonst noch alles zu sagen haben – man erfährt es beim TV-Forum in  knapp drei Wochen.

August 2016: Die Arbeiten in der Prümer Bahnhofstraße zwischen Gerberweg-Kreisel und Hahnplatz. Foto: Fritz-Peter Linden
Dezember 2018: Nur noch wenige Monate, dann ist alles gemacht am neuen Prümer Hahnplatz. Im Bild die Stufenlandschadft vor der Basilika. Foto: Fritz-Peter Linden
März 2016: Die Wartebüdchen sind da. Arbeiter der Firma Backes an der Bushof-Baustelle hinter dem Gymnasium. Foto: Fritz-Peter Linden
Ruhen unter Douglasien: Der Bestattungswald am Kalvarienberg. Foto: TV/Fritz-Peter Linden

Das TV-Forum ist am Dienstag, 7. Mai, 19 Uhr, im Konvikt Prüm. Der Eintritt ist frei.

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