Die Wüste wird belebt

BITBURG. Nach Jahren des Stillstands sieht es so aus, als ob der teils brach liegende Bereich zwischen dem ehemaligen Bitburger Bahnhof und der Saarstraße auf Vordermann gebracht wird. Straßen-, Kanal- und Hausbau sollen im Frühjahr 2007 angegangen werden.

Es erinnert ein wenig an eine alte Sage: So wie Phönix aus der Asche soll auf dem Gelände der Raiffeisenbank östliche Südeifel (Rös) am Bahnhof Bitburg ein neues Gebäude dort entstehen, wo vor Jahren ein Feuer wütete. Eine Lagerhalle wurde dabei im August 1996 zerstört. "Im Frühjahr 2007 soll mit den Bauarbeiten für das neue Gebäude begonnen werden", sagt der für das Projekt zuständige Rös-Vorstand Holger Klein.Stadt übernimmt Bau von Straße und Kanal

Derzeit sind das Gebäude mit Bank-Zweigstelle, einer Arztpraxis, einem Steuerberatungsbüro und Räumen eines Krankengymnasten sowie eine Tankstelle eher schlecht als recht erreichbar. Besonders von der Saarstraße aus wagen wohl nur ortskundige Fahrer, das Rös-Gelände anzusteuern. Und auch von der Bahnhofstraße her ist die Anbindung noch verbesserungswürdig - seit nunmehr rund zehn Jahren. Dass zwischen dem Feuer und dem mutmaßlichen Baubeginn eine solch lange Zeit verstrichen ist, hat nichts mit dem fehlenden Willen der Bank zu tun. Es ist wohl eher die Unklarheit darüber gewesen, was gebaut werden darf und wie das Gelände von wem erschlossen werden kann. An Ideen für eine Nutzung hat es jedenfalls nicht gemangelt. Auf heftigen Widerstand stieß vor einigen Jahren das Vorhaben, ein Ärztehaus auf dem Gelände zwischen Saarstraße und Mötscher Straße zu bauen. Ursprünglich neun Bitburger Mediziner wollten sich dort niederlassen und bis zu 250 000 Patienten jährlich behandeln. Der Stadtrat verhinderte dieses Vorhaben, weil er ein weiteres Ausbluten der Innenstadt befürchtete (der TV berichtete). Inzwischen ist ein Ärztehaus als Anbau an das Clemens-August-Krankenhaus entstanden. Wohl eher ein Grund für die Stagnation auf der Industriebrache war, dass die Rös - ermutigt von der Stadt - ursprünglich vorhatte, das gesamte Gelände zu erschließen. Das gefiel scheinbar nicht allen Beteiligten. Nach einigem Hin und Her und einigen kontroversen Diskussionen hinter den Kulissen sind nun wieder die Stadt und die Stadtwerke am Brett. Berthold Steffes vom Tiefbauamt der Stadtverwaltung Bitburg geht davon aus, dass mit dem Bau von Straßen und Kanälen im Frühjahr 2007 begonnen werden kann, wenn mit den wenigen Anliegern eine Übereinkunft gefunden wird. Von städtischer Seite aus sind alle Voraussetzungen für die Erschließung inzwischen beschlossen. "Wir rechnen mit Gesamtkosten von rund 630 000 Euro", sagt Steffes. Knapp 480 000 Euro soll der Straßenbau kosten, gut 150 000 Euro die Arbeiten am Kanalnetz. Der von der Stadt zu tragende Anteil liegt laut Steffes bei 65 000 Euro. Die Anlieger müssen rund 310 000 Euro zahlen, das Land wird vermutlich rund 100 000 Euro im Zuge der Städtebauförderung überweisen. Auch die städtischen Werke werden einen Teil ihrer Kosten über Beiträge der Anlieger finanzieren. Ebenfalls nicht allein finanzieren will die Rös das neue Gebäude, das Wohnungen, Räumen für Dienstleister und Gewerbebetrieben Platz bietet. "Wir wollen gemeinsam mit anderen Investoren bauen", sagt Holger Klein. Deren Namen wollte er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt geben. Auch noch nicht spruchreif ist nach Worten des Vorstands, wer später in das Gebäude einzieht. Für rund drei Millionen Euro soll ein Gewerbe-, Büro- und Wohngebäude mit rund 2500 Quadratmetern Nutzfläche auf einem 0,75 Hektar großen Grundstück, das der Bank gehört, entstehen.

Mehr von Volksfreund