Die Züge rollen wieder

PHILIPPSHEIM. Nach 13 Tagen wird am heutigen Morgen die Sperrung der Eifelstrecke der Bahn zwischen Philippsheim und Speicher aufgehoben. Mehr als 350 000 Euro kostete die Reparatur des mehr als 700 Meter langen Streckenabschnitts, der nach einer Schlammlawine gesperrt werden muste.

Dass sich die Reparatur der eingleisigen Bahnstrecke zwischen Philippsheim und Speicher aufwändig gestalten würde, war bereits kurz nach der Sperrung der Strecke am 13. Juli klar geworden. Wohl niemand hätte aber gedacht, dass die Instandsetzungsarbeiten so viel Zeit in Anspruch nehmen würden. Mit dem ersten planmäßigen Zug am Mittwoch um 5.16 Uhr wird nach 13 Tagen Stillstand der reguläre Verkehr auf der Strecke wieder aufgenommen. "Ab Mittwochmorgen verkehren die Züge wieder planmäßig", sagte Bahnsprecher Torsten Sälinger auf TV-Anfrage. Dann hat der Bahn-Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Speicher und Philippsheim ausgedient. Die derzeit einzukalkulierenden Verspätungen von rund einer Stunde sind dann ebenfalls passé. Zudem verkehren ab Mittwoch auch wieder die planmäßigen Regional-Express-Züge. Diese waren für die Zeit der Arbeiten an der Strecke aus dem Fahrplanprogramm genommen worden. Alte Loks und Waggons aus Luxemburg

Eine der Ursachen für die lange Reparaturzeit war die Länge der wiederherzustellenden Strecke. "Rund 700 Meter Gleis wurden erneuert", sagte Sälinger. Hinzu kamen Arbeiten am Bahnkörper sowie an den im Gleisbett verlaufenden Leitungen. Doch damit nicht genug. Laut Bahnsprecher Sälinger mussten mehrere tausend Kubikmeter Schlamm und Geröll entfernt werden. Nach derzeitigem Stand belaufen sich die Kosten der Reparatur auf mehr als 350 000 Euro. Und weil gerade Arbeiten in diesem Streckenabschnitt vorgenommen wurden, tauschten die Mitarbeiter einer Spezialfirma aus dem Raum Koblenz die alten Gleise im nahen Eulentunnel gleich mit aus. Das Wagenmaterial für den Transport des Schotters zur Baustelle bei Philippsheim stammt übrigens nicht von einer der zahlreichen Bahn-Töchter. Die Diesellok Baureihe 365 der VEB Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft mbH aus Gerolstein - einst von der Bundesbahn in Gerolstein stationiert - war mit Waggons der luxemburgischen CFL im Einsatz. Ursache für die knapp zwei Wochen andauernde Sperrung war ein Gewitter mit großen Regenmengen am Donnerstag, 13. Juli (der TV berichtete). In nur wenigen Stunden waren damals im Bereich zwischen Welschbillig im Süden und Röhl im Norden große Regenmengen gefallen. Der Boden konnte nur einen Teil aufnehmen, der Rest floss in Sturzbächen oberirdisch Richtung Kyll ab. Es war aber nicht die in Sichtweite der Strecke vorbeilaufende Kyll, die den Gleise unterspülte. Vielmehr hatte ein sonst eher ruhiger Bach für die Schäden gesorgt. Das aus dem Waldgelände oberhalb des Guts Pfalzkyll gespeiste Gewässer hatte sich in Minuten in einen reißenden Wildbach verwandelt. Die im Gleisbett verlaufenden Rohre konnte das Wasser nach kurzer Zeit nicht mehr fassen. Folge: Die Fluten überschwemmten die Gleise, rissen den Schotter mit sich und hinterließen Schlamm, Geröll und Holz auf den Gleisen. Ein glücklicher Zufall war es auch, dass das notwendige Schottermaterial schnell zur Hand war. Wenige Tage zuvor waren nämlich rund 4000 Tonnen Schotter mit LKW zum Zwischenlager in Bitburg-Erdorf gebracht worden. Diese sollten ursprünglich zwischen Kordel und Ehrang eingebaut werden. "Das Zwischenlager ist inzwischen wieder aufgefüllt worden", sagt Bahnsprecher Sälinger. Und es waren wieder LKW, mit denen der Schotter in der Eifel kam. Der Steinbruch bei Taben - wenige Meter von der Strecke Trier - Saarbrücken entfernt - habe keinen Bahnanschluss, erklärt Sälinger. Für die Arbeiten zwischen dem 5. und dem 14. August auf einer fünf Kilometer langen Strecke zwischen Ehrang und Kordel wird das Material schließlich mit dem Zug auf die Reise zum Bestimmungsort gehen - unter anderem über die neu verlegten Schienen im Bereich Philippsheim.