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Die Zukunft trägt auch Gummistiefel

Die Zukunft trägt auch Gummistiefel

Die Interessengemeinschaft (IG) Junge Eifel will mit neuen und innovativen Angeboten Kinder- und Jugendreisen in die Region intensiver bewerben. Nun ist der erste gemeinsame Katalog der IG erschienen.

Bitburg/Prüm/Hillesheim. Drei Anbieter erlebnispädagogischer Programme und neun Gastgeberbetriebe haben sich vor rund zwei Jahren zur IG Junge Eifel zusammengeschlossen. Der erste gemeinsame Katalog der zwölf Mitglieder für das kommende Jahr verknüpft die Angebote aus Naturerfahrung und Erlebnispädagogik, aber auch "Fun & Action" sind dabei. Unter dem Titel "Eifel - Volle Packung" schnürt die IG Erlebnispakete für Schulen, Gruppen und Familien. Neben Klassikern wie Floßbau als Teamaufgabe, Zeltlagern und Probewochenenden für Musikvereine ist auch ein Überlebenstraining im Angebot, das ungewöhnlich erscheint: Die Teilnehmer sollen während des "Eifel-Survival 2020" in fünf Tagen lernen, ihr Leben zu meistern, wenn das gewohnte Versorgungsnetz einmal nicht funktioniert. Auf dem Programm stehen Hüttenbau im Wald, Tipps und Tricks, was zu tun ist, wenn Heizung und Kühlschrank versagen, Nahrungszubereitung und Wasseraufbereitung in der freien Natur, Erste Hilfe im Notfall und sogar Selbstverteidigung.Kinder als Kunden von morgen

"Die ultimative Trainingseinheit zur Vorbereitung auf die Unwägbarkeiten der Zivilisation im 21. Jahrhundert" heißt es im Katalog der IG Junge Eifel. Auch bei den weiteren Angeboten stehen Erlebnisse unter freiem Himmel im Vordergrund, etwa bei der Rursee-Challenge oder beim Abenteuerprogramm in der Teufelsschlucht."Die Eifel eignet sich perfekt als Raum für aktive Naturerlebnisse", sagt Ralf Olk, der Vorsitzende der IG. "Wir setzen uns insoweit von vielen konkurrierenden Veranstaltern ab, als dass wir nicht ausschließlich Party-Angebote für Jugendliche versprechen - bei unseren Programmen gehören auch Gummistiefel und Regenjacken dazu." Bisher werde der stetig wachsende Markt für Kinder- und Jugendreisen in der Region von Touristikern und Politikern stiefmütterlich behandelt, "doch diese Kunden sind unsere Zukunft", sagt Olk, der auch das Jugendhotel Youtel in Bitburg leitet.Zwölf Anbieter in der IG

Auch bei einem weiteren Gründungsmitglied der IG, dem Unternehmen Arduinna Erlebnistouren mit Sitz in Hillesheim, ist man mit dem Zusammenschluss der bisher zwölf Anbieter und dem gemeinschaftlich erstellten Reisekatalog zufrieden: "Hier vernetzen sich qualitativ hochwertige Akteure und steigern den Bekanntheitsgrad der Region für Jugendreisen", sagt Hans-Christoph Heymann. "Durch die Vielfältigkeit, die hochwertigen pädagogischen Angebote und den gemeinsamen Internetauftritt haben wir die Chance, diesem Thema in der Eifel die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die es verdient."Rund 3000 Betten in Jugendunterkünften stünden eindrucksvoll für das umfangreiche Jugendreise-Angebot in der Eifel, sagt Olk. Mit einem geschätzten jährlichen Umsatzvolumen von fast 20 Millionen Euro seien Kinder- und Jugendreisen eine wichtige Säule der touristischen Wertschöpfung in der Eifel. "Der aktuelle Katalog sprüht vor tollen Ideen der unterschiedlichen Junge-Eifel-Partner", ergänzt Sebastian Korneli, ebenfalls Vorstand der Interessengemeinschaft. "Wir sind sicher, die Eifel als Reiseziel für junge Leute damit ein gutes Stück voranzubringen."Extra

 Ralf Olk. TV-Foto: Vladi Nowakowski
Ralf Olk. TV-Foto: Vladi Nowakowski

... Ralf Olk, Mitgründer und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Junge Eifel Die Eifel gilt überregional als begehrtes Ziel zur Naherholung, zum Wandern, Entspannen und als Wellness-Oase für Leute ab 40 plus. Sie wollen sie als Reiseziel für junge Menschen etablieren? Ralf Olk: "Ja, denn wir wollen und müssen auch einen Gegenpol zu dieser landläufigen Meinung schaffen. Dazu gehört auch, dass wir Verwaltungen und die Politik für das Thema sensibilisieren und durch unsere Angebote Aufmerksamkeit schaffen. Alle stürzen sich auf die sogenannten Best Ager, aber gerade in diesem Segment herrscht ein sehr starker Verdrängungswettbewerb. Überdies hat das Nachteile: Das Einkommen der älteren Touristen bleibt gezwungenermaßen statisch, und auch die Lust am Reisen lässt irgendwann nach. Bei jungen Menschen ist das anders - und es besteht auch die Hoffnung, dass das Reiseziel Eifel in Zukunft, vielleicht dann auch mit den eigenen Kindern, mehrmals einen Besuch wert ist." Welche Programme fanden in den vergangenen zwei Jahren den größten Anklang? Olk: "Es waren ganz klar die erlebnispädagogischen Angebote, die ein aktives Naturerlebnis beinhalteten. Aber auch die Englisch-Sommer-Camps, in denen Kinder und Jugendliche bis zu sechs Wochen lang von englischsprachigen Coaches betreut wurden, erwiesen sich als attraktives Angebot mit Mehrwert." Was plant die Interessengemeinschaft Junge Eifel für die Zukunft? Olk: "Wir wollen moderat wachsen. Neue Mitglieder sollten den Qualitätsansprüchen des deutschen Fachverbandes für Jugendreisen entsprechen. Darüber hinaus wollen wir uns vermehrt sozial engagieren - auch zu diesem Thema ist eine Mitgliederversammlung Ende November geplant." now