Die Zukunft wird super
Das Jahr geht zu Ende. Alle schauen zurück. "Nicht mit mir", sag' ich zu Walburga. "Ich antizipiere." Das hat Walburga dann nicht verstanden - dachte, das sei was "Schweinziges". Dabei meinte ich doch nur, dass ich eher an die Zukunft denke.
Was ich nicht bald alles Schönes machen kann!Ich freue mich schon auf die Stadthalle. Erstens gibt es da Bier und zweitens Senioren-Nachmittage. Da geb' ich dann Walburga ab und fahre mit meinem Kumpel Horst auf dem Fendt-Bulldog spazieren. In aller Seelenruhe auf der für LKW gesperrten, frisch ausgebauten B 51 zwischen Meilbrück und Meckel. Auf dem Rückweg schauen wir dann am Flugplatz vorbei und gucken den dicken Maschinen und den unzähligen reparaturbedürftigen Hubschraubern beim Landen zu - wenn wir denn überhaupt durch die vielen flugaffinen Gewerbebetriebe unseren Weg zur Landebahn finden. Weil die dann herrlich frisch saniert ist, trink ich in Zukunft auch nur noch Bier: Die Wassergebühren müssen das Loch in der Zukunfts-Kasse stopfen. Trotzdem ist die neue "Flugzeugstadt" so pleite, dass die Parkstunde jetzt überall fünf Euro kostet und der Müll nur noch alle drei Monate abgeholt wird. Hauptsache das Bier bleibt wie es ist."Lach nicht, Walburga", hab ich gesagt. "Die Instrumentenfluggenehmigung kommt jetzt ganz bestimmt ganz bald." Viel balder jedenfalls als in den vergangenen Jahren. "Und dann kriegt sogar Horst 'nen Arbeitsplatz." Alles wird also gut. Vor allem, seitdem das Rautenberg-Zentrum vielleicht gar nicht erst gebaut wird, weil die CDU es plötzlich nicht mehr will. Walburga hatte sich das nämlich so vorgestellt: Sie schoppt bei C&A BHs und ich geh ins Fitness-Studio. Nix da. Ich geh zu Karl-Heinz an den neuen Lärmschutzwall. Da machen wir im Sommer Tai Chi (hi, hi), und im Winter fahren wir Schlitten. Und dazwischen fördern wir die heimische Lebensmittelwirtschaft. Und die baut uns mitten im neuen Biergarten vor der ehemaligen Post einen Bier-Brunnen. Darauf dreht sich, auf ewigEuer