Dienst am Narren

BITBURG/PRÜM. Spätestens seit der Erstürmung der Rathäuser durch die Möhnen haben die Narren und Jecken im ganzen Kreis die Regentschaft übernommen. Im ganzen Kreis? Nein, es gibt ein paar Ausnahmen, denn nicht überall kann die Arbeit einfach liegen gelassen werden.

Arbeiten, wenn andere feiern: Auch an Karneval, wenn die Narren durch die Straßen ziehen gibt es Menschen, die arbeiten müssen. In den Krankenhäusern Bitburg und Prüm geht der Betrieb weiter. Zwar dürfen die normalen Stationen ein bisschen karnevalistisch geschmückt werden, wie Martin Lamsfuhs, kommissarischer Pflegedienstleiter im Krankenhaus Prüm berichtet, aber nur in begrenztem Ausmaß, "schließlich wird in einem Krankenhaus immer auch gestorben". An Rosenmontag arbeitet das Krankenhaus in einer normalen Wochentagsbesetzung, denn besonders der Karnevalsumzug in Olzheim hat sich laut Lamsfuhs "einen besonderen Ruf erworben", und man rechnet mit vielen Einsätzen. Aber das habe auch nachgelassen. "Vor zehn, fünfzehn Jahren war es noch deutlich schlimmer", sagt Lamsfuhs. Die Verwaltungen verschließen sich am Rosenmontag den karnevalsabstinenten Bürgern. Ob Kreisverwaltung oder VG-Verwaltungen, Rosenmontag bleiben die Türen zu. Für das Kreiswasserwerk in Prüm hat die Kreisverwaltung eine Notdienstnummer (Telefon 06551/95120) eingerichtet, an die man sich in dringenden Fällen wenden kann. Die Polizeidienststellen in Bitburg und Prüm können natürlich nicht einfach wie die Verwaltungen die Tür zusperren und freimachen. Für sie bedeuten die Karnevalstage mit den vielen Umzügen viel Arbeit. So arbeiten die Dienststellen mit voller Schichtbesetzung, "um an vielen Stellen Präsenz zu zeigen", sagt Polizei-Hauptkommissar Klaus Schnarrbach.Polizei will vor Ort Präsenz zeigen

Auch bei der Polizei in Prüm haben an den Karnevalstagen möglichst wenige Leute Urlaub, so dass man sich nach Auskunft von Polizei-Hauptkommissar Richard Schleder vor Ort zeigen kann. Auch bei der Bitburger Brauerei geht der Betrieb weiter, schließlich brauchen auch die Karnevalisten Nachschub, wenn auch am Rosenmontag nur mit eingeschränktem Dienst. Verkleiden dürfen sich die Angestellten, solange dort nicht Sicherheits- und Hygienebestimmungen dem entgegenstehen. Ähnlich ist es bei der Milch-Union Hocheifel in Pronsfeld. Auch hier muss an Rosenmontag gearbeitet werden, "die Milch kommt schließlich jeden Tag", sagt David Berry. Verkleiden sei in der Verwaltung kein Problem, aber natürlich müssen in der Produktion die Hygiene-Vorschriften eingehalten werden. Ganz und gar nicht karnevalistisch sind hingegen die Öffnungszeiten bei den großen Lebensmittelhändlern. So hat zum Beispiel der Toom-Markt in Bitburg auch während der tollen Tage normal geöffnet. Genauso sieht es beim Neukauf in Bitburg aus, auch hier ist durchgehend zu den üblichen Zeiten geöffnet. Fotos, Infos und Termine zur Fastnacht auf