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Diese 12 Eifel-Dörfer gehören zu den kleinsten deutschen Gemeinden

Statistik : Diese kleinsten Gemeinden Deutschlands liegen im Eifelkreis

Der Eifelkreis dominiert die Liste der kleinsten Gemeinden in Deutschland. Die winzigen Dörfer halten sich allerdings tapfer. Hier ein Überblick über die kleinsten Kommunen in der Region.

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm ist mit seinen 234 Gemeinden und einer Fläche von 1.626 Quadratkilometern der mit Abstand größte Flächenkreis von Rheinland-Pfalz. Zwar wird er bundesweit von etlichen deutlich größeren Kreisen bei weitem überholt, in einer Sache kann ihm aber kein Landkreis das Wasser reichen: Unter den 20 kleinsten Gemeinden Deutschlands bezüglich der Einwohnerzahlen finden sich allein zwölf aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm wieder.

Angeführt wird die Liste (Statistisches Bundesamt; Stand: Dezember 2020) zwar von dem elf Seelen großen Örtchen Gröde im Kreis Nordfriesland und von Wiedenborstel mit zwölf Einwohnern im Kreis Steinburg, beide liegen in Schleswig-Holstein, doch dann teilt sich bereits Keppeshausen mit nur 14 Einwohnern den dritten Platz mit Dierfeld im Kreis Bernkastel-Wittlich.

Hamm in der Südeifel schafft es mit 15 Einwohnern auf Platz 5, Herbstmühle mit 17 Bürgern auf den sechsten Rang, Ammeldingen an der Our und Waldhof-Falkenstein teilen sich die achte Position mit jeweils 20 Einwohnern.

Burg, Affler, Etteldorf und Co.: Diese Dörfer im Eifelkreis zählen zu den kleinsten Gemeinden Deutschlands

Auch auf den folgenden Plätzen von elf bis zwanzig dominieren Dörfer aus dem Eifelkreis: Burg besetzt Rang 11 (23 Einwohner), Affler und Etteldorf teilen sich die Position 13 (25 Einwohner), Sengerich liegt auf Rang 15 (26 Einwohner), Strickscheid auf Position 16 (28 Einwohner), Wettlingen erreicht Platz 18 (30 Einwohner) und selbst Platz 20 liegt mit Scheitenkorb (32 Einwohner) noch im Eifelkreis.

Mitte des vergangenen Jahrzehnts untersuchte die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz die 100 kleinsten Orte in Rheinland-Pfalz: Angesichts der oben genannten Statistik ist es kaum verwunderlich, dass 61 der betrachteten Dörfer im Eifelkreis liegen. Das Ergebnis war damals in manchen Punkten überraschend. Zwar beschäftigten sich Landes- und Bundespolitiker und auch politische Vertreter auf der Kreisebene ebenso wie die Medien 2015 sehr genau und umfangreich mit den prognostizierten Auswirkungen des demografischen Wandels, die in der Studie befragten Ortsbürgermeister schienen aber vom Thema kaum beeindruckt.

„Der ‚demografische Wandel‘ wird durch die Kommunalpolitik in Kleinstgemeinden nicht direkt als Problemstellung benannt.“ Eine der anhand der Untersuchung aufgestellten Thesen lautete: „Kleinstgemeinden sind im demografischen Wandel überlebensfähig“, sofern die Dorfgemeinschaft stark ist, der Haushalt genügend Mittel zur Verfügung stellt und „Zuzüge zumindest die Verringerung der Bewohnerschaft ausgleichen.“

Eifelkreis: Können die kleinsten Gemeinden Deutschlands überleben?

Lässt sich diese These sechs Jahre später noch halten? Ein Blick in die Zahlenwerke des Statistischen Bundesamts zeigt, dass der Trend sehr unterschiedlich aussieht. Keppeshausen zählte im Untersuchungsjahr nämlich noch 15 Einwohner, sank dann bis 2018 auf 12 und stieg wieder auf 14 an.

Auch das Örtchen Hamm zeigt eine ähnliche Entwicklung. Lebten dort 2015 noch 24 Einwohner, fiel die Zahl bis 2020 auf 15. Ebenso sank die Zahl von Ammeldingen an der Our von 2015 bis 2020 von 24 auf 20 Bürger. Auch Waldhof-Falkenstein konnte nicht wachsen. 2015 lebten dort noch 25, heute nur noch 20 Menschen. Nur Herbstmühle konnte die Einwohnerzahl von 2015 bis 2020 auf 17 Einwohner halten.

Auf den weiteren Plätzen zwischen elf und 20 zeigt sich dasselbe Bild – bis auf eine große Ausnahme: Sengerich ist der einzige Ort in der Liste, der von 2015 (21 Bürger) bis 2020 (26 Bürger) wachsen konnte. Spitzenreiter der geschrumpften Dörfer ist hier Wettlingen, das seit 2015 (45 Einwohner) 15 Einwohner weniger zählt (2020: 30).

Doch so klein manche Kommune auch sein mag, es zeigt sich, dass so manches Dorf einen längeren Atem hat, als erwartet. Affler zum Beispiel hat es in den vergangenen zwei Jahren nicht nur geschafft wieder zu wachsen, die eingeschworene Dorfgemeinschaft hat auch gemeinsam in seine Zukunft investiert. „Anfang des Jahres zählten wir 34 Einwohner. Wir sind immer noch nicht riesig, aber eben auch nicht weiter geschrumpft“, sagte Ortsbürgermeister Herbert Steins jüngst bei einem Ortstermin am neuen Solarpark Affler, den eine Dorfvollversammlung gemeinsam auf den Weg gebracht hat.