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Diese Projekte sind in Speicher für 2018 geplant

Stadtentwicklung : Kleine Sprünge, große Debatten

Der Verbandsgemeinderat Speicher hat den Haushalt 2018 verabschiedet. Viele Investitionen stehen nicht im Plan. Es wird trotzdem diskutiert - zum Beispiel über die VG-Umlage. Denn die Ortsgemeinden fühlen sich ausgenommen.

Viel haben sich die Speicherer im neuen Jahr nicht vorgenommen. Die Liste der Investitionen im Haushaltsplan ist kurz: eine Software fürs Rathaus, ein paar Möbel, Sport- und Spielgeräte. Große Posten sind nur die Sanierung des Kyllradweges und der Grundschule Spangdahlem. „Einen Sparhaushalt“, nennt Karin Plein von der CDU das. Und auch VG-Bürgermeister Manfred Rodens macht deutlich, dass es kaum Spielräume für Änderungen gibt. Trotzdem wird in der jüngsten Sitzung des VG-Rates teils heftig über den Haushaltsplan diskutiert.

Ausgang der Debatte ist ein Vorschlag von Ratsmitglied Oswald Krummeich. Der Sozialdemokrat beantragt, die VG-Umlage für 2018 um ein Prozent zu senken. Durch diese Umlage müssen die Ortsgemeinden einen Teil ihrer Einnahmen an die Verbandsgemeinde überweisen. In Speicher liegt die Umlage bei 36 Prozent. Hinzu kommt aber noch eine Grundschulumlage. Damit liegt man zum Vergleich etwa gleichauf mit der VG Bitburger Land und etwas niedriger als die VG Südeifel. Trotzdem findet auch Werner Pick, der Satz sei zu hoch: „Wir können als VG doch nicht sagen: Hauptsache hier läuft was. Was mit den Ortsgemeinden ist, ist uns egal“, ärgert sich der SPDler, der gleichzeitig Bürgermeister von Herforst ist. Den Gemeinden in der VG sei es kaum möglich ihren Haushalt auszugleichen. Sie verschuldeten zunehmend, hätten kaum noch Geld für Investitionen.

Rodens ist das Problem bekannt. Er warnt in der Sitzung trotzdem davor, die Umlage zu senken. „Alles, was wir als VG tun, tun wir ja für die Gemeinden“, sagt er. Gegen die sieben Stimmen der SPD-Fraktion wird der Antrag schließlich abgelehnt.

Sie stimmen dem Haushalt daher auch nicht zu. Verabschiedet wird er trotzdem mit den Gegenstimmen der SPD-Herren und der Enthaltung von Sozialdemokratin Agnes Tillmann-Steinbuß. Und das sind die größten Projekte.

Der Radweg: Allein 540 000 Euro sind für die Sanierung des Kyllradweges vorgesehen. Die Strecke zwischen Auw an der Kyll und Daufenbach hält schon lange nicht mehr, was ein Vier-Sterne-Weg verspricht. Risse und Schlaglöcher durchziehen den Asphalt.

Damit es künftig nicht mehr holpert auf der Route durch den Buchenwald, muss neuer Teer her. Fünf Kilometer werden ab 2018 erneuert. Aber vorher muss die VG einen Antrag auf Förderung beim Land stellen. Die Planer rechnen mit einer Zuwendung von rund 378 000 Euro. Der Rest soll über Kredite finanziert werden.

Aber das ist noch nicht alles, was die Speicherer für den von Sandsteinfelsen gesäumten Radweg ausgeben wollen.  Für Kosten sorgt wieder mal der Brandschutz. Und das kommt so: Der Kyller Tunnel, der ebenfalls auf der Buntsandsteintour liegt, soll saniert werden. Die Radler teilen sich die Unterführung mit der Bahn. Zwischen Gleisen und Weg muss es daher laut Brandschutzgesetz eine Trennwand geben. Die wird nur in dem unwahrscheinlichen Fall nötig, wenn ein brennender Zug zufällig zeitgleich mit einem Radler im Tunnel hält. „Ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher“, meint Manfred Rodens. Aber Gesetz ist Gesetz. Die Trennwand muss gebaut werden. Die Kosten liegen bei rund 139 000 Euro. Immerhin muss die VG diese nicht alleine stemmen. Etwa 60 000 Euro gibt es vom Land.

Beide Vorhaben sind nicht neu. Sie standen zuletzt im Haushalt 2016, wurden aber nie realisiert - ebenso wie die Renovierung der Sankt-Nikolaus-Grundschule-Spangdahlem.

Die Grundschule: Die Grundschule Spangdahlem ist  in die Jahre gekommen. Das Gebäude entspricht nicht mehr der aktuellen Brandschutzrichtlinie. Es stehen Arbeiten am Treppenhaus, an den Fenstern und Türen an. Rettungswege müssen geschaffen werden. Auch was den Energiehaushalt angeht, soll die Schule auf den neuesten Stand gebracht werden. Das wird die VG nach einer Kostenschätzung  rund 650 000 Euro kosten.