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Schule
Noch hapert es bei der neuen Turnhalle für Bitburgs Gymnasium am Brandschutz

 Turnhalle Willibrord Gymnasium Bitburg
Turnhalle Willibrord Gymnasium Bitburg FOTO: TV / Uwe Hentschel
BITBURG. Diese Woche werden die neue Turnhalle und die Mensa des Bitburger St.-Willibrord-Gymnasiums eingeweiht. Die Nutzung der Sportstätte bleibt aber weiter eingeschränkt. Von Uwe Hentschel

Für den Eifelkreis ist es eines der größten Bauprojekte der vergangenen Jahre: Rund 15 Millionen Euro werden seit Sommer 2017 am St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg investiert.

Neben Brandschutz- und Umbauarbeiten im Bestandsbau umfasst dieses Projekt vor allem den Neubau einer Turnhalle sowie eines Mensagebäudes samt Bibliothek. Mitte November letzten Jahres wurde in der Mensa der Betrieb aufgenommen, seit Anfang dieses Jahres können die Schüler auch die Turnhalle nutzen.

Mit etwas Verspätung werden nun beide Gebäude am kommenden Freitag im Rahmen einer Feier offiziell eingeweiht. Geplant ist die Veranstaltung in der Mensa. Deutlich mehr Platz wäre natürlich in der Turnhalle. Zumal es sich ja um eine große Dreifeldhalle handelt, für die der Kreis lange und am Ende dann auch erfolgreich gekämpft hat (siehe Info). Doch dass die Halle als Austragungsort für ihre eigene Einweihungsfeier erst gar nicht in Frage kommt, dafür gibt es einen Grund.

Die Bauarbeiten verliefen nämlich anders als geplant. Ursprünglich sollte die Sportstätte bereits mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 einsatzbereit sein. Aufgrund von Verzögerungen beim Bau wurde die Inbetriebnahme aber verschoben –  zunächst auf Oktober 2018 und dann auf Januar 2019. Bei einem öffentlichen Projekt dieser Größenordnung, an dem nach Angaben des Kreises auch mehr als 80 Unternehmen beteiligt sind, sind Verzögerungen nichts Ungewöhnliches. Der Haken ist nur: Die Halle darf selbst jetzt aufgrund von Brandschutzmängeln nur eingeschränkt genutzt werden.

So wurde bei der Brandschutzbegutachtung der beiden neuen Gebäude festgestellt, dass sowohl beim Bau der Mensa als auch beim Bau der Turnhalle einige Brandschutzvorgaben nicht eingehalten wurden. Nach Auskunft der Kreisverwaltung sind unter anderem für die Rauch- und Wärmeabzugsanlagen der beiden Gebäude Stromleitungen verlegt worden, die nicht den Brandschutzvorgaben entsprechen.

„Gemäß der Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen muss die Dauer des Funktionserhalts der Leitungsanlagen bei natürlichen Rauchabzugsanlagen mindestens 30 Minuten betragen“, erklärt dazu ein Sprecher der Kreisverwaltung. Und die brandschutztechnische Überprüfung habe ergeben, dass die verlegten Leitungen die Vorgaben nicht erfüllten.

Während der Austausch dieser Leitungen in der Mensa rechtzeitig zur Eröffnungsfeier am Freitag abgeschlossen sein soll, müssen die Änderungen in der Turnhalle laut Kreisbehörde aufgrund des Umfangs außerhalb des Schulbetriebs, also in den kommenden Sommerferien erfolgen. „Eine vollumfängliche Nutzung der Sporthalle kann somit im Anschluss zum Schuljahresbeginn 2019/2020 erfolgen“, teilt die Kreisverwaltung mit. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass auch der Zugang zur Halle von außen bis dahin fertig ist. „Sobald die äußere Erschließung des Gebäudes gesichert ist, kann eine Vereinsnutzung der Sporthalle aufgenommen werden“, kündigt die Verwaltung an. Und erst wenn das alles erledigt sei, könne die Halle auch als Versammlungsort genutzt werden.

Rund 18 500 Euro sind für die Nachbesserung in der Mensa veranschlagt. Was den Austausch der Leitungen in der Turnhalle betrifft, so werden dazu laut Kreisverwaltung derzeit die ungefähren Kosten ermittelt. Fest steht für den Kreis als Schulträger und Bauherr allerdings, dass er nicht gewillt ist, diese Kosten zu übernehmen. Schließlich seien sämtliche Planungsarbeiten an ein externes Architektur- sowie ein Ingenieurbüro (zuständig für die technische Gebäudeausstattung) übertragen worden. Und zu dessen Aufgaben gehöre nun mal auch die Bauüberwachung.