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"Dieses Haus muss man lieben"

"Dieses Haus muss man lieben"

BLEIALF. "Für mich ist es Gewohnheit, hier zu wohnen", sagt Gisela Schlapka, die hier vor 50 Jahren geboren wurde. Ihr Mann Wolfgang bezog das denkmalgeschützte Bruchsteinhaus vor 17 Jahren, für ihn hieß es erst einmal eingewöhnen. Das Ehepaar fühlt sich wohl, auch die Kinder leben gerne hier.

Gisela (50), Wolfgang (55) sowie ihre Kinder Janina, Kevin und Danny bewohnen ein echtes "Denkmal". Der markante Bruchstein-Bau in der Bahnhofsstraße 29 fällt sofort ins Auge. Unverputzte Fassaden, dicke Wände, das schiefergedeckte Dach, das äußerliche Ambiente - eine Augenweide. Über die Historie dieses Hauses weiß das Ehepaar nicht allzu viel. "Aber immerhin haben wir einen Hinweis auf dem Türstein", sagt Wolfgang Schlapka. "Paulus Moli - 1688" steht hier eingemeißelt. Eine weitere Jahreszahl darüber ist wohl nachträglich angebracht, oder sie markiert einen Erweiterungsbau. Weitere Indizien lassen vermuten, dass hier ein Pferdehof stand. An den Außenwänden befinden sich eiserne Ösen zum Festbinden der Tiere. "Eisenfunde im Außenbereich deuten auf eine Nutzung als Schmiede hin, aber das ist Vermutung", erklärt der Hausherr. Noch einen tollen Fund machte Wolfgang bei Arbeiten im Außenbereich: Er fand eine Takenplatte mit einem Hauswappen, das aber keine weiteren Einsichten in die Hausgeschichte freigibt. "Viel Liebe steckt in diesem Haus und in den Details", sagt Gisela. Hier wurde sie geboren, und seit sie sich erinnert, gab es immer viel am Haus zu tun. Ehemann Wolfgang reparierte so manchen Dachbalken aus Eichenholz, ersetzte poröse Steine oder verlegte neue Platten im Außenbereich. Auch das gesamte Haus musste aufwändig verfugt werden. "Auch waren wir sehr viel unterwegs, um Feld- und Wiesensteine zu sammeln", erzählt er. Akkurat verlegt bildet der "Teppich aus Findlingen" heute ein besonders attraktives "Ambiente". Den Gewölbekeller kann man von außen und von innen begehen, er hat zu jeder Jahreszeit immer die gleiche Temperatur. Besonders wertvoll im Innenbereich: die "Kölner Decke". Gisela Schlapka: "Das ist eine Rarität, von der wir auch erst später erfuhren." Es handelt sich um Dachbalken, die allesamt eingefasst sind von Lehm und Farbe. Übrigens: Die "Schokoladenseite" des Hauses befindet sich an der unteren Seite, die man nicht einsehen kann. "Das liegt daran, dass der Weg früher unterhalb vorbeiführte, wo heute der Hof ist", weiß Gisela. Die Bahnhofsstraße gab es damals noch nicht, auch nicht die Bebauung wie heute. An dieser abgewandten Front befindet sich auch der Hauseingang mit Türsturz, die herrlichen Fenster-Randungen aus Sandstein, die Ornamente tragen. Und immer wieder die Hinweise auf Pferde, so in einer Darstellung am Fenstersturz. "Ja, man liebt es, es gibt einen Herzensbezug", sagen die Eheleute. "Es steckt einfach zu viel Arbeit, Zeit und Geld in diesem Anwesen", sagen beide. "Und es ist mein Elternhaus, da ist der Bezug ganz anders", so Gisela. Ehemann Wolfgang pflichtet ihr bei: "Was wir hier schon an Arbeit investiert haben, ist enorm. Aber man tut das gerne, es ist für die Zukunft und unsere Kinder."