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Dinge nicht vereinfachen

WINDENERGIE Zum Leserbrief von Alfred Hauer "Tickende Zeitbomben" (Trierischer Volksfreund vom 25. Januar), der sich auf den Artikel "Strom-Engpass droht - Bevölkerung soll Energie sparen!" (Trierischer Volksfreund vom 18. Januar) bezog, schreibt dieser Leser:Herr Hauer formuliert sehr gut, obwohl er in seinem Leserbrief nur Interessen der Windkraftlobby vertritt. Laut Herrn Hauer soll man den Schöpfern des Erneuerbare-Energieen-Gesetz (EEG) auf Knien danken, weil damit der Bau von Windkraftanlagen angeschoben wurde. Klaus Schlöder, Ernzen

Dass der Bau aber derart ausufern würde, war nicht geplant. Menschen, die gegen den überbordenden Ausbau der Windkraftanlagen votieren und auf reale Gefahren hinweisen, werden von Herrn Hauer als "sogenannte Umweltschützer" bezeichnet.
Dazu das Beispiel der Verbandsgemeinde Südeifel, die reale Abstände von weniger als 350 Metern zu Einzelgebäuden und weniger als 700 Metern zu Gemeinden plant. Sind Menschen, die dies nicht hinnehmen wollen, nun "sogenannte Menschenschützer"?
Dass Politiker für ihre Entscheidungen nicht belangt werden, ist normalerweise gerechtfertigt. In diesem Fall, da genügend Stellungnahmen auf diesen Missstand hinweisen, sollte der Verbandsgemeinderat persönlich haften.
Des Weiteren wird behauptetet, dass die Preissteigerungen nicht durch Subventionen für erneuerbare Energien entstehen. Dabei wird aber völlig ignoriert, dass Wind- und Solarenergie nicht zur Grundversorgung taugen. Biogasanlagen sind zwar weniger abhängig vom Klima, können jedoch nicht den Bedarf decken und sind auch nicht problemlos.
Ohne konventionelle Kraftwerke hätten viele von uns kürzlich mal ohne Strom auskommen müssen. Dass Atomkraftwerke ein riesiges Gefahrenpotenzial aufweisen, wurde und wird von vielen geleugnet.
Dass unter heutigen Bedingungen erneuerbare Energien nicht grundlastfähig sind, wird verschwiegen.
Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sollte man den Bau weiterer Windkraft-, Solar-, Biogasanlagen unterbinden. Je nach Wetterlage wird hier so viel Energie erzeugt, dass diese weder verbraucht noch gespeichert oder weitergeleitet werden kann, was zur Folge hat, dass einzelne Anlagen abgeschaltet werden. Bei entgegengesetzter, nicht seltener, Wetterlage muss Strom von konventionellen Anlagen im Umkreis hierher geleitet werden. Ohne die entsprechende Infrastruktur ist ein weiterer Ausbau nur ein Strompreistreiber und kein Gewinn für die Umwelt. Vermutlich gibt es in Kürze den Begriff "Du trumpst" für Beiträge oder Aussagen, die so vereinfachend sind, dass sie der Sache einfach nicht mehr gerecht werden.
Klaus Schlöder, Ernzen