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Dinopark übertrifft Erwartungen

Dinopark übertrifft Erwartungen

Die Südeifel ist bei Touristen besonders beliebt. Bei den Übernachtungen liegt sie im Eifelkreis Bitburg-Prüm an der Spitze. Das beschert der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH viel Kundschaft und ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Ungebrochen ist auch der Besucherstrom zum Dinopark in Ernzen.

Niederweis. "Das kommt selten vor, dass ein öffentlicher Betrieb schwarze Zahlen schreibt. Das ist eine großartige Sache", sagt Günter Scheiding, Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Verbandsgemeinde Südeifel. Auf der jüngsten Sitzung wurde am Donnerstagabend in der Nimstalhalle in Niederweis unter anderem die Bilanz der Felsenland Südeifel Tourismus (FST) GmbH vorgestellt. Diese hatte in 2015 Umsatzerlöse von 874 500 Euro mit einem operativen Gewinn von 59 000 Euro. Laut einer Studie übernachteten 2015 rund 700 000 Menschen in der Südeifel.
Dazu wurden aber auch sogenannte "Sofatouristen" gezählt, die quasi privat und kostenlos bei Freunden und Verwandten schlafen. Das Statistische Bundesamt nennt die offizielle Zahl von 285 000 Übernachtungen. "Mit den aktuellen Zahlen verglichen bedeutet das zwar ein Minus von 6,7 Prozent, insgesamt liegt die Südeifel aber im Eifelkreis weiter an der Spitze", sagt Bruno Zwank, Geschäftsführer der FST.
Die Felsenland Tourismus GmbH ist unter anderem für die Touristeninformationen in Bollendorf und Irrel zuständig, für das Besucherzentrum Teufelsschlucht, das Naturerlebniscamp Ernzen und den Dinopark Teufelsschlucht.
Und der ist weiterhin auf Erfolgskurs. Herzstück des Parks ist das Forschercamp. Dort können Kinder, betreut von Mitarbeitern des Parks, zum Beispiel Dinomodelle bemalen, Überraschungseier aus der Urzeit knacken oder im Schatzsandkasten nach Edelsteinen und Haifischzähnen suchen. "Das kommt unglaublich gut an", sagt Zwank. Eine weitere Attraktion war die Ausstellung "The future is wild", bei der Modelle von Lebewesen besichtigt werden konnten, die es vielleicht in 200 Millionen Jahren geben wird.
Ein weiterer "Aktions-Knaller" sei eine Abendveranstaltung in den Herbstferien gewesen, bei der 40 Modelle beleuchtet wurden. "Es kamen 1200 Gäste. Deswegen überlegen wir, ob wir das wiederholen", sagt Zwank. Gut laufe auch der Umsatz im Shop. Haben die Gäste im vergangenen Jahr durchschnittlich 1,74 Euro dort ausgegeben, waren es in diesem Jahr schon 2,06 Euro. Natürlich gebe es noch viel zu verbessern, räumt der Geschäftsführer ein. So steht ganz oben auf der Wunschliste die Asphaltierung des Parkplatzes. "Es ist der erste und der letzte Eindruck, den die Besucher vom Park haben - im Augenblick ist der Parkplatz eines der größten Probleme, die wir haben."
Den Vertrag mit der Firma Wolter design aus Münchehagen bei Hannover, von der die Dinosauriermodelle stammen, ist um weitere sieben Jahre verlängert worden. Allerdings zu verbesserten Konditionen für die FST. Wie geht es weiter mit dem Dinopark? "2017 wollen wir checken, ob der Erfolg bleibt.
Geht er zurück, können wir die Notbremse ziehen, geht es gut weiter, dann müsste investiert werden", rät Zwank. Ihm schwebt eine größere Gastronomie vor. "Ich glaube, dass da noch eine ganze Menge geht."
Auch in 2017 sollen neue Aktionen angestoßen werden. Geplant ist, eine Ausstellung mit dem Titel "Giganten der Meere" zu zeigen. Außerdem überlegt die FST, ob sie die Gastronomie selbst betreiben soll. "Der Vorteil wäre, dass wir die Gewinnspanne noch erhöhen könnten und die Fäden selbst in der Hand hätten", sagt Zwank. Allerdings müssten dann auch 35.000 Euro investiert werden. Den Plan findet Peter Trauden (UBV) gut. Er sei voller Freude über das gute Jahr: "Ihr habt euch jeden Dank verdient!" Auch Bürgermeister Moritz Petry lobte: "Das war eine sensationelle Leistung. Der Erfolg gibt uns Recht."
Meinung

Besonnene Planung
Toll! Die Felsenland Tourismus GmbH hat ein super Jahr hingelegt. Vor allem der Dinopark in Ernzen entwickelt sich weiterhin prächtig. Die Macher scheinen selbst vom Erfolg überrascht. Doppelt schön, weil das ganze Team so viel geleistet hat. Um die Qualität noch zu steigern, müsste jetzt allerdings Geld in die Hand genommen werden. Doch auch da verfolgt Geschäftsführer Bruno Zwank eine kluge Strategie. Sollte der Park in 2017 weiterhin gut laufen, dann dürfte gegen höhere Investitionen, zum Beispiel für die Parkplatzasphaltierung, nichts mehr sprechen. Diese Besonnenheit wünscht man sich manchmal auch an anderer Stelle von Menschen, die öffentliches Geld verwalten. s.glandien@volksfreund.de