Dinos sind der Erfolgsschlager: Mehr Gäste als gedacht im Saurierpark Teufelsschlucht – Attraktivität soll gesteigert werden
Weidingen/Ernzen · 73000 Gäste strömten 2015 in den Dinopark bei Ernzen – viel mehr als erwartet. In der letzten Sitzung des Verbandsgemeinderats Südeifel für dieses Jahr berichteten der Geschäftsführer der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH und die Integrationsbeauftragten über ihre Arbeit. Weiteres Thema: das Wappen für die VG.
Die Rechnung ist voll aufgegangen: Der Dinosaurierpark Teufelsschlucht bei Ernzen ist von den Besuchern gut angenommen worden. Starke Zahlen präsentiert Bruno Zwank, Geschäftsführer der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH, dem Rat der Verbandsgemeinde (VG) Südeifel auf dessen letzter Sitzung in diesem Jahr in Weidingen.
Statt der kalkulierten 40.000 Gäste kamen 73.000. "Supergut", findet Zwank das. Auch wenn er vermutet, dass Mai und Juni 2016 nicht so viele Besucher bringen können wie zur Eröffnung 2015. "Ich glaube aber, dass die Zahlen in den Sommer- und Herbstferien definitiv zu toppen sind."
Menschen kommen wieder
Denn ausruhen möchten sich die Verantwortlichen vom Dinopark auf ihrem Erfolg nicht. Das Modellprojekt, angelegt auf drei Jahre, habe weiterhin ein riesiges Potenzial, ist sich Zwank sicher. Auch für die Region ist die neue Einrichtung ein Gewinn: 30.000 Gäste von außerhalb habe man damit hergelockt. Fast alle hätten nach dem Parkbesuch auch noch die Teufelsschlucht besucht. "Ich glaube, dass wir das Interesse der Besucher geweckt haben, in diese tolle Landschaft zurückzukommen", sagt Zwank.
Um den Park attraktiv zu halten, wurde bereits im Herbst ein Audioführer bereitgestellt, den man sich per App auf sein Handy laden kann. "Ab dem 19. März schauen wir in die Zukunft", verrät Zwank. Denn dann eröffnet eine neue Ausstellung mit dem Titel "The future is wild" (die Zukunft ist wild). Zu sehen sein werden 16 Tiermodelle, die zeigen sollen wie sich Lebewesen an die Veränderung der Ökosysteme anpassen könnten (siehe Interview). Außerdem soll das Gelände mit weiteren Spielgeräten bestückt werden. Es wird einen T-Rex-Spielplatz geben und es soll noch mehr Spielaktionen für Kinder geben. Der Parkplatz soll optimiert, das Forschercamp erweitert werden. Kosten wird das alles vermutlich 75.000 Euro, schätzt der Geschäftsführer.
Insgesamt blickt die Felsenland Südeifel Tourismus GmbH auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. So gab es in 2015 einen Überschuss von 66.560 Euro. Für das Geschäftsjahr 2016 wird ein ausgeglichenes Ergebnis mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von jeweils 1,15 Millionen Euro erwartet.
Steigende Zahlen von Flüchtlingen in der VG Südeifel - davon berichten die beiden Integrationsbeauftragten Lothar Penning (zuständig für die Alt-VG Neuerburg) und Gunda Gercke-Stolzenbach (zuständig für die Alt-VG Irrel). Momentan gebe es im Neuerburger Land knapp 150 Asylbewerber. Fünf bis sechs Stunden am Tag gehen bei Penning für sein Ehrenamt drauf. Er sei heilfroh über jeden freiwilligen Helfer, der sich um eine Familie oder einen Flüchtling kümmern wolle. "Die Grenze der materiellen und physischen Leistungsbereitschaft ist damit erreicht", sagt er.
Lange Wartezeit
Vieles funktioniere gut. So gibt es ausreichend Sprachkurse, Sachspenden und wenig Rassismus. Durch die lange Wartezeit auf eine Entscheidung im Asylverfahren müsse man noch stärker versuchen, die Leute zu beschäftigen und ins Dorfleben zu integrieren, sagt Penning. "Die sehnen sich nach einer urbanen Umwelt. Nur ein Briefkasten als Infrastruktur ist einfach zu wenig."
Gunda Gercke-Stolzenbach betreut zurzeit 80 Menschen. Von denen besuchen 70 den Deutschunterricht. Ein Großteil ihrer Arbeit geht für Behördengänge und Schriftverkehr drauf. "Es ist weniger ein Problem, Arbeitsplätze zu finden, als der Bürokratie der Arbeitserlaubnis mit Vorrangprüfung zu entgehen. Da ist unendlich viel Sand im Getriebe", sagt sie.
Auch der fehlende öffentliche Nahverkehr sei ein großes Manko. "Bieten Sie in Ihren Dörfern Mitfahrgelegenheiten an. Die Flüchtlinge werden nicht bei Ihnen an die Tür klopfen, Sie müssen das bei denen tun", ermutigt sie die Anwesenden.
Kurzinterview -
Drei Fragen an ...
Bruno Zwank, Geschäftsführer der Südeifel Tourismus GmbH
Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung des Dinoparks?
Zwank: Wir sind super zufrieden. Wir hatten sehr viele, sehr zufriedene und glückliche Gäste.
Wie wollen Sie verhindern, dass das Interesse am Park abflaut?
Zwank: Wir wollen mehr Spielaktionen für Kinder anbieten und planen außerdem eine Erweiterung der Ausstellung unter dem Motto "The future is wild". Da blicken wir 200 Jahre in die Zukunft und zeigen Tiere, die es dann geben könnte.
Was denn zum Beispiel?
Zwank: Eine Dinoschildkröte. Das ist ein großes Tier, das wie eine Mischung aus Schildkröte und Dinosaurier aussieht.
Ist das nur Fantasie?
Zwank: Nein, es gibt ein Szenario, das von Wissenschaftlern entwickelt wurde. Die haben verschiedene Modelle durchgespielt und überlegt, wie sich die Kontinente und das Klima verändern und wie sich die Lebewesen daran anpassen könnten.
Laut Statistischem Landesamt in Bad Ems gibt es in diesem Jahr weniger Gäste in der Eifel als im Vorjahr. Was wollen Sie dagegen unternehmen?
Zwank: Die Zahlen des Statistischen Landesamts stehen nur bis September fest. Wir haben ganz konkret mitbekommen, dass es bei uns viele Buchungen durch den Dinopark gab, hören also eher von einem Zuwachs.
Zahlen zeigen nur einen Trend auf, man sollte das Ergebnis jetzt nicht auf die Goldwaage legen.
Der Dinopark bleibt unser Hauptprojekt. Wir bieten aber weiterhin unsere Naturerlebnisse an und sind in den Tourist-Informationen in Bollendorf und Irrel weiter präsent. Ein neuer Schwerpunkt ist das Online-Marketing für die gesamte Region.
EXTRA Neues Wappen
Christian Credner aus Lambertsberg hat für die neue VG Südeifel ein Wappen erarbeitet. Darin hat er einzelne Elemente der bisherigen Wappen übernommen. So wurden die Heroldsfarben nicht geändert. Der blaue Wellenbalken symbolisiert Wasserreichtum und Flusslage zahlreicher Gemeinden. An das Wappen der ehemaligen VG Neuerburg erinnert der rote Burgturm und an die ehemalige VG Irrel das rote Glevenkreuz.