Diskussion um das Grün des Eifelkreises

Diskussion um das Grün des Eifelkreises

Das Thema Kreiswald erhitzt weiter die Gemüter im Kreistag, obwohl man sich generell einig ist, wenigstens Angebote für den Verkauf von Teilen des wertvollen Grüns einzuholen. Bedingungen stellt die CDU. Sie will Waldteile nur verkaufen, wenn der Erlös für den DSL-Ausbau im Eifelkreis verwendet wird.

Bitburg. Grund und Boden sind den Eiflern heilig. Ein Stück des sicheren Werts, in diesem Fall des Kreiswaldes, zu verkaufen, wird deshalb im Kreistag heiß diskutiert. Ob das Grün teilweise zum Verkauf angeboten wird, sollte in der Kreistagssitzung am Montag entschieden werden. Die Diskussion darüber war eigentlich im nichtöffentlichen Teil vorgesehen. Doch auf Wunsch der Mehrheit der Kreistagsmitglieder wurde die Entscheidungsfindung im öffentlichen Teil der Tagesordnung diskutiert. Zu welchen Konditionen genau das Grün angeboten werden soll, darüber debattierten die Kreistagsmitglieder hinter verschlossenen Türen. Vier Blöcke des insgesamt 265 Hektar großen Waldgebiets sollten zum Verkauf angeboten werden (siehe Extra). Block 1 könnte allerdings Standort für Windkraftanlagen werden und wird deshalb vorerst nicht verkauft.
Gleich zu Beginn der öffentlichen Diskussion meldete sich Michael Billen (CDU) zu Wort. "Die CDU stimmt dem Verkauf zu, um Angebote einzuholen." Die Bedingung der Partei: Der Erlös soll sinnvoll verwendet werden und zwar für den DSL-Ausbau im Eifelkreis.
Die von der CDU gewünschte Zweckbindung des Verkaufserlöses rief Unmut bei den anderen Parteien im Saal hervor. Horst Büttner (SPD): "Eine Zweckbindung halte ich für nicht gut. Wir als SPD hätten auch einige Wünsche für die Verwendung des Erlöses. Das Geld soll einfach in den Haushalt fließen." Auch die FWG sprach sich gegen den CDU-Vorschlag aus. Rudolf Rinnen (FWG): "Wir sollten heute nicht den Erlös an einen Zweck binden, wir sollten darüber reden, ob und wie wir verkaufen."
Gegen einen Verkauf war der Vetreter der Partei Die Linke, Wolfgang Ferner: "Wie wollen wir verantworten, den Wert eines Kreiswaldes, der 100 Jahre halten sollte, für den Wert eines Jahres zu verkaufen? Ich werde deshalb gegen einen Verkauf von wirtschaftlich nutzbarem Kreiswald stimmen." Bündnis/Die Grünen sprach sich für die Einholung von Verkaufsangeboten aus. Regino Esch: "Ich sehe mich in der Lage zu sagen, dass wir Teile des Waldes ausschreiben können. Aber Zweckbindung halte ich für zu platt."
Der Antrag der CDU, den Wald nur unter der Bedingung zu veräußern, dass der Erlös für schnelles Internet verwendet wird, wurde im Kreistag knapp abgelehnt. Es gab 15 Nein-, 14 Jastimmen und fünf Enthaltungen. Billen: "Dann werden wir gegen den Verkauf des Kreiswaldes stimmen."
Hinter verschlossenen Türen wurde dann tatsächlich entschieden, ob die Blöcke 2 bis 4 zum Verkauf angeboten werden. Es handelt sich um insgesamt 160 Hektar, die nach TV-Informationen etwa 1,6 Millionen Euro einbringen könnten. Die Kreistagsmitglieder haben am Montag mehrheitlich für die teilweise Veräußerung des Kreiswaldes gestimmt. Nun bleibt abzuwarten, ob sich Käufer für das Grün des Kreises finden.Extra

Der Kreiswald hat eine Gesamtfläche von 265 Hektar, die in viele Parzellen aufgesplittet ist. Zum Verkauf anbieten wollte der Kreis vier Blöcke. Block 1 wird jedoch vorerst nicht veräußert, weil dort Standorte für Windkraftanlagen ausgewiesen werden könnten. Insgesamt umfassen die Flächen, die verkauft werden sollen, rund 160 Hektar. Der Wert des Kreiswaldes wird mit 2,5 Millionen Euro bewertet. 120 000 Euro Gewinn haben die 265 Hektar Wald dem Kreis jährlich eingebracht. Der Verkaufserlös der drei Flächen könnte nach TV-Informationen rund 1,6 Millionen Euro betragen. MRA