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Diskussionen um Preisvorstellungen für Flächen im Matzener Neubaugebiet

Entwicklung : Zweifel an Wunschpreisen der Stadt Bitburg

140 Euro soll der Quadratmeter Bauland im Matzener Neubaugebiet Dorfwiese kosten. Das zumindest war die Vorstellung der Verwaltung. In Bitburgs Stadtteil selbst sieht man das etwas anders und blickt kritisch auf den Wunschpreis.

Die Rechnung ist schnell erklärt. Teilt man die veranschlagten Erschließungskosten des Matzener Neubaugebiets Dorfwiese (1103365 Euro) durch die Gesamtfläche der 13 Baugrundstücke (8066 Quadratmeter), so kommt man auf einen Quadratmeterpreis von 136,79 Euro. Und damit der Betrag nicht so krumm ist, hat ihn die Stadtverwaltung einfach auf 140 Euro aufgerundet.

Mit Blick auf die Bodenrichtwerte anderer städtischer Neubaugebiete wie etwa Prümer Straße (145 Euro pro Quadratmeter), Monental (130 Euro), In der Persch (135 Euro) oder Neuerburger Straße (160 Euro) sei dieser Verkaufspreis durchaus angemessen, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Diese wird zunächst dem Bitburger Hauptausschuss und einem Tag später dann auch dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt. Und sowohl in dem einen als auch in dem anderen Gremium teilen nicht alle Mitglieder die Auffassung der Verwaltung.

Im Hauptausschuss ist es Winfried Pütz, der sich an der Summe stört. „Ich finde, dass 140 Euro für einen Ortsteil ein strammer Preis sind“, sagt Pütz. Und noch deutlicher wird am Tag darauf FBL-Stadtratsmitglied Hermann Josef Fuchs. Der Preisvorschlag sei „absolut aus dem Rahmen“ gefallen, sagt Fuchs.

Der ehemalige Ortsvorsteher in Matzen, der auch nach wie vor Mitglied des Ortsbeirats ist, weist darauf hin, dass es sich bei dem Neubaugebiet in seinem Stadtteil nicht um ein reines Wohngebiet, sondern um ein Dorfgebiet handle. Wer dort baue, müsse bis zu einem gewissen Grad auch Geruchsbelästigungen durch die Landwirtschaft hinnehmen. Und das, so Fuchs, müsse man bei der Gestaltung der Grundstückspreise berücksichtigen.

„Matzen ist nicht vergleichbar mit den Neubaugebieten in Stahl oder Masholder“, sagt Fuchs. Er ist der Auffassung, dass man mit einem solchen Quadratmeterpreis junge Familien vergraule. Zumal Grundstücke ein paar Kilometer weiter deutlich günstiger zu haben seien.

„In Erdorf gibt es Baustellen für 75 bis 80 Euro pro Quadratmeter, die viel aufwendiger erschlossen wurden“, fügt der Matzener hinzu, der darüber hinaus auch eine Beteiligung der Stadt an den Erschließungskosten vermisst. Zudem ärgert er sich darüber, dass der Ortsbeirat nicht in die Beratung zur Preisgestaltung mit eingebunden worden sei.

Genau das soll nun nachgeholt werden. So schlägt Bürgermeister Joachim Kandels in der Stadtratssitzung vor, den Tagesordnungspunkt zur Festlegung der Grundstückspreise zu vertagen, was schließlich vom Stadtrat auch einstimmig gebilligt wird.