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Donum Vitae Bitburg: Rat und Hilfe für werdende Eltern

Soziales : Donum Vitae Bitburg bietet seit 20 Jahren Rat und Hilfe für werdende Eltern

Seit 20 Jahren können sich Schwangere und junge Eltern beim Verein Donum Vitae beraten lassen. Im Corona-Jahr 2020 funktionierte das auch oft Online.

Die einen wünschen sich nichts sehnlicher ein Baby, bei anderen ist eine Schwangerschaft nicht immer sofort ein Anlass zur Freude. Unsicherheiten und Fragen rund um die Familienplanung gibt es auf jeden Fall. Dann versuchen Margit Kröner und Christiane Fischer von der Beratungsstelle Donum Vitae zu helfen.

Rund 120 bis 130 Familien betreuen die Diplompädagoginnen, die sich zwei gleichen Teilen eine Stelle teilen, durchschnittlich pro Jahr. Im vergangenen Jahr waren es 116. Bei etwa 70 Fällen handelte es sich um Konfliktberatungen in den ersten zwölf Wochen. Das war auch 2020 ähnlich, als 68 Frauen oder Paare die Beratungsstelle aus diesem Grund aufsuchten.

„Die meisten möchten wissen, ob sie das hinkriegen“, sagt Fischer. Viele hätten andere Pläne, wenn sie ungeplant schwanger werden, oft passe die Wohnsituation nicht, es gebe Probleme mit dem Kindsvater und die finanzielle Situation sei unsicher. Bei ganz jungen Frauen könne es auch sein, dass sie noch in der Ausbildung oder in der Probezeit seien.

Die Aufgabe der Beraterinnen sei es, ergebnisoffen zu beraten und alle Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen, erklärt Kröner. Zu den Unterstützungsangeboten gehört zum Beispiel die „Stiftung Familie in Not Rheinland-Pfalz“. Kein Kind solle aus Geldnot abgetrieben werden, sagen die Beraterinnen. Aber auf jeden Fall können die Frauen, die sich für einen Abbruch der Schwangerschaft entscheiden, hier auch den notwendigen Beratungsschein bekommen. Wie Kröner sagt, seien viele Frauen auch erleichtert, wenn sie sich jemandem anvertrauen können.

Fischer und Kröner betonen, dass bei den Frauen oder Paaren, die zur Konfliktberatung kommen, nur ganz wenige dabei sind, die schlichtweg nicht an Verhütung gedacht haben. „Meistens sind es Verhütungspannen“, sagt Fischer. Da werde die Pille nicht vertragen oder eine Dreimonatsspritze wirke doch nicht drei Monate. Es gebe viele Ursachen. „Viele junge Frauen sind auch skeptisch bei hormoneller Verhütung“, ergänzt Kröner. Soll eine Schwangerschaft und Geburt geheim gehalten werden, helfen die Frauen von Donum Vitae und beraten zur vertraulichen Geburt.

Neben der Konfliktberatung gibt es die Familienberatung. Dazu gehört zum Beispiel die Unterstützung bei Behördenkontakten. Allein die Anträge für Hilfen wie Elterngeld seien für viele Menschen zu kompliziert, sagen die Beraterinnen.

Eine weitere Säule des Angebotes ist die Sexualpädagogik. Das ist vor allem Christiane Fischers Tätigkeit, aber auch Kröner ist hier aktiv. Die Beraterinnen gehen in Schulen, um dort das nötige Wissen an die Schüler zu vermitteln. „Die Jugendlichen sind heute besser aufgeklärt“, haben sie dabei aber auch immer wieder festgestellt. Im vergangenen Jahr musste dieser Bereich ihrer Arbeit allerdings weitgehend ruhen, da es ohnehin wenig Unterricht für die Schüler gab.

Auch sonst hat sich das Coronajahr auf die Tätigkeit bei Donum Vitae ausgewirkt. Es seien weniger Menschen in die Beratungsstelle gekommen, obwohl diese geöffnet sei. Mit ausreichend Abstand und Maske sei ein Gespräch möglich.Was sich aber sehr weiter entwickelt hat, ist die Online-Beratung, die vor allem ein Schwerpunkt von Kröner ist. Da die Menschen, die hier Hilfe suchen, meist mit den digitalen Kommunikationsmedien vertraut sind, sei die Hemmschwelle niedrig.