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Doppeljubiläum in der Nordeifel

Doppeljubiläum in der Nordeifel

Gleich ein doppeltes Jubiläum feiert der Naturpark Nordeifel in diesem Jahr: Vor 50 Jahren wurde er gegründet, seit 40 Jahren besteht der rheinland-pfälzische Teil. Noch immer steht der Park vor großen Herausforderungen, das zeigt der Jahresbericht.

Prüm. Neue Eifelblicke, die Bekämpfung der Herkulesstaude, die Umsetzung des Flussvertrags Our und dazu das runde Jubiläum: Der Naturpark Nord-eifel hat einiges zu tun. So finden sich im Prümer Land mittlerweile sechs der neuen "Eifelblicke".

Sie sind auf dem Schwarzen Mann, bei Buchet, Oberlauch, Büdesheim, Habscheid und ein Stück hinter der Tafel bei Prüm zu finden. Demnächst sollen noch zwei weitere hinzukommen. Zum einen in der Nähe des Irsfelder Hofs, zum anderen bei Feuerscheid. Weil die beiden Stellen aber außerhalb des eigentlichen Naturparks Nordeifel liegen, sei man im Auftrag der Verbandsgemeinde Prüm tätig, berichtet Ernst Görgen, verantwortlich für den rheinland-pfälzischen Teil.

Weiterhin beschäftigt der Riesenbärenklau - auch Herkulesstaude genannt - den Naturpark (der TV berichtete). Seit mehreren Jahren versucht man, die Ausbreitung der zugewanderten Pflanze zu stoppen und sie - wenn möglich, zurückzudrängen. Denn der Neuzugang (griechisch: Neophyt) verbreitet sich stark entlang von Flüssen und verdrängt andere Pflanzen.

Allein eine Pflanze verteilt Tausende von neuen Samen, die sich vom Wasser weitertragen lassen. Gefährlich ist der Riesenbärenklau, weil allein der Kontakt zu schmerzenden Quaddeln und Verbrennungserscheinungen führen kann. Schwerpunkt der Bekämpfung, die zusammen mit dem Trierer Bürgerservice vorgenommen wird, ist seit Jahren nach wie vor der Bereich der Prüm und ihrer Zuflüsse bis nach Lünebach. "Da hat sich auch noch nichts dran geändert", sagt Görgen. Das Problem sei, dass man im Frühjahr nur eine kurze Zeitspanne habe, bis der Bärenklau seine Samen verteilt. Danach sei die Bekämpfung sinnlos.

"Eigentlich müsste man überall gleichzeitig arbeiten", sagt Görgen. Doch dies ließen weder die personellen noch finanziellen Kapazitäten zu. Daher beschränke man sich derzeit auf das Einzugsgebiet der Prüm bis nach Lünebach. "Wir hoffen, dass wir diesen Abschnitt sauber kriegen", sagt Görgen. Dort sei man auch schon erfolgreich unterwegs. Ziel ist es, die Bestände so zu verringern, dass sie von örtlichen Vereinen bekämpft werden können. "Es ist wichtig, dass wir die Gemeinden mitnehmen. Denn wir können nicht überall sein", sagt Görgen.

Vor gut einem Jahr wurde der Flussvertrag Our in Ouren unterzeichnet (der TV berichtete). Das grenzüberschreitende Projekt mit vier beteiligten Naturparks (Naturpark Hohes Venn/Eifel, Naturpark Südeifel, Naturpark Nordeifel und Naturpark Our) hat zum Ziel, die Artenvielfalt und die Landschaft des Ourtals zu erhalten.

Dafür stehen 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Derzeit laufen die Planungen, ein Wehr bei Stupbach zu renaturieren, um die Fischwanderung zu erleichtern. Insgesamt, so berichtet Görgen, funktioniert die Zusammenarbeit mit den beteiligten Naturparks sehr gut. "Das ist schon fast Normalität geworden." Daher werden sie auch zu den Jubiläumsfeiern für den Naturpark eingeladen, die vom 7. bis 9. Oktober in Schleiden (Nordrhein-Westfalen) stattfinden sollen. Dort ist ein Ausflug zum Vulkanpark in Steffeln und zum Eichholzmaar geplant. "Das ist immer ein schöner, positiver Erfahrungsaustausch", sagt Görgen.