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Dorint-Schließung in Bitburg: Zukunft der Immobilie

Vier-Sterne-Hotel in der Eifel : Dorint-Schließung: Jetzt erklärt der Eigentümer, was er mit der Immobilie vorhat

Er ist Chef von Dorint und Eigentümer der Immobilie am Stausee in Biersdorf: Jetzt spricht Dirk Iserlohe darüber, wieso er sich aus der Eifel zurückzieht – und was an den Gerüchten dran ist, aus dem Hotel könnte ein Seniorenzentrum werden.

Dirk Iserlohe möchte etwas klarstellen, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Dagegen, dass er auf beiden Seiten der Kündigung des Pachtvertrages für das Dorint-Hotel am Stausee in Biersdorf gesessen hat, möchte er nicht argumentieren. Das sei richtig. Aber: „Es gibt bei dieser Geschichte keine Gewinner“, sagt der 55-jährige Geschäftsführer der Honestis AG, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender deren Tochtergesellschaft, der Dorint GmbH ist. Fest steht: In diesen Funktionen entschied er, mit Dorint den Standort Biersdorf zu verlassen. „Das war nicht zu verhindern“, sagt er.

Wir fragen nach den Gründen für diese Entscheidung. Iserlohe, der sich selbst als „Einzeleigentümer“ der Immobilie am Stausee bezeichnet, sagt, er habe sich „zugunsten der Dorint dafür entschieden, das negative Ergebnis zu beenden, indem man sagt: Wir schließen das Hotel“. Auf die Nachfrage, ob er es also als „Schadensbegrenzung“ ansehe, antwortet er mit einem klaren „Genau so.“

 Dirk Iserlohe, Dorint-Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstand der Beteiligungsgesellschaft Honestis AG.
Dirk Iserlohe, Dorint-Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstand der Beteiligungsgesellschaft Honestis AG. Foto: picture alliance/dpa/Federico Gambarini

Dorint schließt: „Da gibt es dann auch Opfer.“

Aber wieso muss eine Hotelgesellschaft wie die Dorint (mehr als 60 Hotels) Schadensbegrenzung betreiben? „Wenn der Staat uns schon nicht gerecht behandelt, muss man alle Register ziehen, um einen Konzern erhalten zu können. Da gibt es dann auch Opfer.“

Was er meint, sind die Corona-Hilfen des Bundes. „Gleichheitswidrig“, nennt Dirk Iserlohe diese. Kurz zur Erklärung: Vom Staat gab es für Verbundunternehmen wie die Dorint eine Obergrenze der Corona-Hilfen. Diese betrug 54,5 Millionen Euro für die gesamte Gruppe. Dadurch habe er – im Vergleich dazu, wie wenn die Hotels einzeln angerechnet worden wären – nur 45 Prozent seines Schadens, der durch die Pandemie entstanden ist, ersetzt bekommen. 72 Millionen Euro fehlen laut Iserlohe, die er „irgendwie ausgleichen muss“. Mit „knallharten wirtschaftlichen Entscheidungen“ wie der in Biersdorf, sagt er. „Wäre Bitburg ein Einzelunternehmen, dann hätte ich sogar noch renovieren können“, erklärt der Dorint-Chef. Er klagt deswegen gegen den Staat und will bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Kapitel Dorint ist beendet – wie geht es weiter?

Selbst wenn er dort Erfolg haben sollte, wird das keine Auswirkungen auf seine Entscheidung haben: „Das Kapitel Dorint am Stausee ist vorbei“, stellt er klar. „Die Investitionen, die wir tätigen müssten, um unter der Flagge Dorint weiterzumachen, wären so erheblich, dass man sie in dieser Zeit niemals amortisieren kann“, sagt Iserlohe. Auch die Nachfrage sei dafür zu gering gewesen. Dass die Schließung plötzlich und schnell kam, erklärt er damit, dass man Maßnahmen in einem Paket treffen müsse. „Da kann man nicht noch sagen, dass man einen Einzelfall wie diesen noch durchfüttert.“

Blicken wir nach vorne. Denn: Auch, wenn das Dorint-Hotel schließt, ist Dirk Iserlohe noch immer Eigentümer der Immobilie am Stausee. Bei der Frage, wie es mit dieser weitergeht, hält sich ein Gerücht in der Region: Aus dem Hotel solle ein Seniorenzentrum werden. Dafür würde sprechen, dass Dirk Iserlohe laut Handelsregister auch Gesellschafter bei mehreren Seniorenzentren (wie beispielsweise in Solingen) ist.

Wir fragen nach, was an dem Gerücht dran ist: „Das glaube ich jetzt nicht“, sagt Iserlohe, „das habe ich noch nicht gehört. Ich glaube auch nicht, dass das so eine gute Lage dafür wäre.“ Die Dichte gebe das über die Jahre vermutlich nicht her. Grundsätzlich sei der Standort ideal für die Nutzungsart eines Hotels. Und das könnte es bleiben.

Man hört heraus, dass die Idee Iserlohes in Richtung eines Verkaufes der Immobilie gehe. Ob er dazu bereit wäre, fragen wir. „Klar“, deutliche Antwort. Über einen Verkaufspreis möchte er nicht sprechen. Als im März dieses Jahres eine gefälschte Immobilienanzeige das Hotel scheinbar für 7,3 Millionen Euro anbot, sagte ein Honestis-Sprecher jedoch sehr deutlich, dass man „für diesen Preis nicht verkaufen werde“.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sieht es beim Dorint-Hotel am Stausee in Biersdorf aus