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Douglasien aus der richtigen Mondphase

Douglasien aus der richtigen Mondphase

SCHÖNECKEN. Mit einer cleveren Geschäftsidee bedient die Blockhausbau Floss gesundheits- und naturbewusste Kunden: In dem 100 Jahre alten Betrieb in Schönecken baut man seit kurzer Zeit Blockhäuser nach den Prinzipien des Feng Shui. Zudem wird das in der Eifel angebaute Douglasienholz nach dem Rhythmus des Mondes gefällt.

Das Kreischen der Motorsäge durchdringt den Bollendorfer Wald, und nach kurzer Zeit fällt die 30 Meter hohe Douglas-Tanne ächzend und knackend zu Boden. Es ist kein Zufall, dass sie ausgerechnet an diesem milden Frühlingstag ihr Leben lässt: Wie 60 andere Douglasien wird sie innerhalb eines genau festgelegten Fünf-Tage-Zeitraums gefällt - zwischen dem 15. und 20. März, bei abnehmendem Mond.Mond im Widder muss man meiden

"Wann die Bäume gefällt werden sollen, teilt uns die Firma Floss schon im Herbst mit. Wir bekommen eine minutiös ausgearbeitete Liste mit Daten. So haben wir schon im Dezember, Januar und Februar nach den Wünschen der Firma gefällt", erklärt Willy Orth, Revierleiter im Forstrevier Bollendorf. Im März habe es die letzte "Mond-Fällung" gegeben. Gut 100 Festmeter "Mondholz" von den insgesamt 8000 Festmetern im Revier gehen an die Schöneckener Firma. "Ein lukratives Geschäft - die Sonderhölzer verkaufen sich gut", sagt Orth. Man fühle sich "auch als Dienstleister" und gehe gern auf die Wünsche der Kunden ein. Firmeninhaber Peter Floss ist überzeugt, dass im Rhythmus des Mondes geschlagenes Holz je nach Zeitpunkt für verschiedene Verwendungsarten geeignet ist: "Es gibt wirklich Kriterien, wann das Holz härter ist, wann weicher, wann leichter, wann schwerer. Für unsere Blockhäuser, deren Fassaden aus Rundhölzern gemacht werden, ist der beste Zeitpunkt der abnehmende Mond. Denn der Wassergehalt ist dann gering und das Holz schwindet kaum." Unterstützt wird Floss bei seinen Mondphasen-Berechnungen von Schreinermeister Carl Jacoby. Der beschäftigt sich seit zehn Jahren damit, welchen Einfluss der Mondrhythmus und die die Jahreszeiten auf das gefällte Holz haben kann: "Brennholz muss man im Herbst schlagen, wenn Holz schwer entflammbar sein soll, muss es im Frühling geerntet werden." Wichtig seien auch die Sternzeichen, in denen der Mond jeweils steht: "Den Mond im Widder muss man meiden, denn dann reißt das Holz leichter ein!" Das "Mondholz" wird geschält, ein Jahr gelagert und dann weiterverarbeitet, mit Nuten versehen und mit Aussparungen, damit die Rundhölzer später am Blockhaus ineinander greifen können. Das Blockhaus besteht aus einem Steinfundament und den übereinander, Stamm für Stamm, aufgebrachten Douglasien-Rundhölzern. Es wird isoliert und entspricht den Standards eines Niedrigenergie-Hauses. Auf das Dach kommen dann echte Ziegel oder auch Schindeln. "Ein Blockhaus kostet nicht mehr als ein normales Haus", versichert Peter Floss. Bei der Gestaltung der Häuser richtet man sich nach den Wünschen der Kunden. Mit seinem Service hatte das Unternehmen im Januar den Marketingpreis der Kreishandwerkerschaft Westeifel bekommen (der TV berichtete): Die Kunden werden ausführlich über Einrichtungsmöglichkeiten und die Bepflanzung beraten und dürfen auch mal zur Probe wohnen. "Unsere Strategie ist, den Kunden umfassend zu bedienen und auch langfristig an das Unternehmen zu binden, zum Beispiel durch den lebenslangen Wartungsservice", sagt Geschäftsführer Peter Floss. Im Nachbarort Hersdorf besteht mittlerweile ein ganzer Ortsteil aus Blockhäusern - das Älteste ist 40 Jahre alt. So lange baut die Firma schon Häuser aus in der Eifel wachsendem Douglasienholz. Heute macht der Blockhausbau etwa 60 Prozent des Umsatzes aus, der Rest verteilt sich auf den Holzrahmenbau und andere Zimmereiarbeiten. Der neueste Marketing-Schachzug ist eine Feng Shui-Beratung. Dieser Teilbereich chinesischer Medizin sieht den Menschen in direkter Verbindung mit dem Raum, der ihn umgibt. Damit der Raum einen positiven Einfluss auf den Menschen hat, muss er nach bestimmten Gesichtspunkten gestaltet werden. Die Trierer Einrichtungs- und Feng Shui-Beraterin Anne Fesser-Konder arbeitet seit einem Jahr mit Floss zusammen. Sie geht mit der Wünschelrute die Grundstücke ab und bestimmt anhand ihrer Berechnungen unter anderem, welchem Element der spätere Hausbewohner angehört. "Danach kann ich ihm sagen, welche Farben und Formen am besten zu ihm passen und in welche Himmelsrichtung das Haus ausgerichtet sein soll", erklärt Anne Fesser-Konder. Für Holzhäuser als Lebensraum spricht ihrer Meinung nach vor allem das Material: "Es ist eine ökologische Haut, die atmen kann. Das hat das Blockhaus einem Betonhaus voraus."