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Dreharbeiten für die arte-Wissenschaftsreihe in Prüm

Mit „Xenius“ beim Bücher-Gandalf : Dreharbeiten für die arte-Wissenschaftsreihe in Prüm

Bücher, Bücher, Bücher: Darum dreht sich eine neue Folge der Wissensreihe „Xenius“ beim deutsch-französischen Sender arte. Dazu war ein achtköpfiges Team einen Tag lang bei Martinus Janssen in dessen historischer Werkstatt. Wir schnüffelten ein bisschen rein.

Bücher – sie können das Leben reicher, bunter, tiefer und spannender machen. Und – sagt „Xenius“-Moderatorin Emilie Langlade, „sie verlängern das Leben ihrer Leser im Durchschnitt um zwei Jahre.“ So wollen es zumindest Wissenschaftler der amerikanischen Yale-Universität herausgefunden haben. Das glaubt man als Schmökerfreund doch sofort und will sich gleich den nächsten Folianten fangen, um noch ein bisschen mehr Lebenszeit herauszuholen.

Geht aber gerade nicht: Wir sind mittendrin in den Dreharbeiten für eine neue Folge des arte-Wissensmagazins. Dazu reisen die Moderatorenteams kreuz und quer durch Frankreich und Deutschland, die Sendungen befassen sich mit alltagsbezogenen Themen wie Glück oder Gemüse, Grenzen, Glas und Geschmack – und das sind nur die mit „G“.

Es sind, quasi wie bei der Sendung mit der Maus, allesamt Sachgeschichten, verständlich aufbereitet, unterhaltsam und unaufgeregt präsentiert, immer etwa 25 Minuten lang.

 Dreharbeiten für die arte-Reihe „Xenius“ in der historischen Buchbinderei.
Dreharbeiten für die arte-Reihe „Xenius“ in der historischen Buchbinderei. Foto: Fritz-Peter Linden

Thema diesmal, genau: das Buch. Und wie man es traditionell herstellt. Dazu fand die Produktionsfirma „Bilderfest“, die zahlreiche Folgen des Magazins herstellt, keinen Besseren als Martinus Janssen: Der gebürtige Niederländer betreibt seit Jahren im Keller unter dem Prümer Konvikt seine historische Binderei, gibt dort Kurse und begutachtet lädierte Schmöker. Um dann den Besitzern einen Buchbinder in der Nähe zu empfehlen, der es für sie wieder in Schuss bringen kann (der TV berichtete).

Und schon drehen sie wieder: Die Moderatoren müssen jeweils einen Buchdeckel leimen. Mit dem Pinsel tragen sie den Klebstoff auf. „Das muss zehnmal schneller gehen!“, ruft Janssen. „Der Leim trocknet!“

 Na, das ging doch gut alles: Martinus Janssen mit den Moderatoren Adrian Pflug und Emilie Langlade.
Na, das ging doch gut alles: Martinus Janssen mit den Moderatoren Adrian Pflug und Emilie Langlade. Foto: Fritz-Peter Linden

Aber natürlich klappt alles. Bis hin zur Prägung am Ende auf dem frischgeklebten Buchumschlag. Was steht da? Klar: Xenius. Auch dafür hat Janssen – mit seiner freundlichen Art und seinem Gandalf-Bart ohnehin ein sehr kameratauglicher Protagonist – eine Maschine in seiner Werkstatt. Wenn sie auch vielleicht nicht ganz so historisch aussieht wie die anderen Geräte. Unser Eindruck: Es wird bestimmt wieder eine schöne Sendung.

Beim Zigarettchen vor der Tür erklärt Alexander Spöri, der das Konzept für die Sendung mit Martinus Janssen geschrieben hat, warum man sich mit dem Thema Buch befasst: Gerade verändere sich ja das Lesen weltweit, alles werde digitalisiert – und genau deshalb „wollten wir einmal die alten Methoden in Betracht ziehen“.

Und wie kam man auf Janssen und die Prümer Werkstatt? „Tatsächlich über eine reine Internet-Recherche“, sagt Spöri. „Er ist einer der wenigen, die sich in Deutschland mit dem historischen Büchermachen beschäftigen.“

 Mit "Xenius" in Prüm: Dreharbeiten für arte in Martinus Janssens historischer Buchdruckerei.
Mit "Xenius" in Prüm: Dreharbeiten für arte in Martinus Janssens historischer Buchdruckerei. Foto: Fritz-Peter Linden

Man habe Janssen dann angeschrieben, der sandte Fotos und Videos von seiner Werkstatt, damit sich die Fernsehleute ein Bild machen konnten – und schnell sei klar gewesen: „Wenn man so eine riesige Werkstatt hat und alle Maschinen, dann lohnt sich der weite Weg“, sagt Spöri. Stimmt, weit war’s schon: Immerhin sitzt die Produktionsfirma in München. Sie verantwortet unter anderem auch Beiträge für „Terra X“ (ZDF), „Galileo“ (Pro7) oder „Quarks & Co.“ (WDR).

„Es war ein anstrengender Tag“, sagt Martinus Janssen hinterher. „Ich war zwölf Stunden da.“ Aber: „Das hat richtig Spaß gemacht.“ Und alle seien sehr nett gewesen. „Ohne Ausnahme.“

Der Sendetermin für die „Prümer“ Folge mit Martinus Janssen steht noch nicht fest. Es wird wahrscheinlich bis April dauern – wir geben den Termin im TV bekannt, sobald wir ihn erfahren. Bis dahin kann man sich alle Sendungen auch in der arte-Mediathek anschauen, unter www.arte.tv

Allein im laufenden Jahr entstehen etwa 70 weitere Sendungen für die Xenius-Reihe. Ausgestrahlt wird sie immer werktags, um 16.40 Uhr.

Eine davon befasst sich übrigens mit dem Thema „Funklöcher in Deutschland.“ Die hätten sie dann gleich auch in der Eifel drehen können.

Feste Öffnungszeiten in der Buchbinderei gibt es nicht. Schulklassen oder andere Gruppen, die dort etwas über das Handwerk lernen wollen, können sich mit Martinus Janssen in Verbindung setzen. Telefon: 06552/991370. Kontakt per E-Mail: info@der-kuenstler.eu; Internet: www.buchbinderei1600.de