Drei Jahre harte Arbeit: Familie aus Waxweiler baut altes Schulhaus in Eigenarbeit zur Seniorenresidenz um

Waxweiler · Das alte Schulhaus von Waxweiler ist innerhalb von drei Jahren zu einer modernen Seniorenresidenz umgebaut worden. Die Betreiberfamilie Haupt setzte den Umbau in großen Teilen mit Eigenleistungen um.

Drei Jahre harte Arbeit: Familie aus Waxweiler baut altes Schulhaus in Eigenarbeit zur Seniorenresidenz um
Foto: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"

Waxweiler. Jahrzehntelang fristete die alte Schule von Waxweiler nach ihrer Schließung in den 1970er Jahren als Lagerraum der Caritas und später der Ortsgemeinde ein Schattendasein am Ortsrand: Die Fassade grau, brüchig und vermoost, die Innenräume vernachlässigt. Damit sollte vor drei Jahren aber Schluss sein. Die Familie Haupt aus Waxweiler erwarb das alte Gemäuer, um es Stück für Stück umzubauen - in die Seniorenresidenz "Zur alten Schule".

"Wer plant, in Eigenleistung so ein Haus umzubauen, macht sich nicht unbedingt klar, was auf ihn zukommt - zum Glück, will man fast sagen", sagt Thomas Haupt. Für seine Mutter Marianne Haupt hat er die Verwandlung der maroden Schule in eine moderne Wohnanlage geplant und größtenteils eigenhändig umgesetzt. "Wo es eben nur ging. Sonst wäre das kaum finanzierbar", sagt er. Mehr als 600 000 Euro habe man bisher investiert. "Hätten wir nicht selbst angepackt, es wäre deutlich mehr." Entstanden ist ein Haus, in dem zwölf Senioren im Februar einziehen konnten. Sie werden von sieben Mitarbeitern und der Chefin, Marianne Haupt, betreut.Komplette Umstrukturierung


Eigentlich sei sie zufällig zu ihrem eigenen Seniorenheim gekommen, sagt die examinierte Altenpflegerin. "Als meine Großmutter pflegebedürftig wurde, hörte ich auf zu arbeiten und kümmerte mich um sie", sagt Marianne Haupt. Eine Freundin habe zur selben Zeit wiederum vor Problemen mit ihrer Mutter gestanden. "Sie wollte sie nicht ins Heim bringen und fragte, ob ich nicht helfen könnte. Schon kümmerte ich mich um zwei alte Damen, und die Dinge nahmen ihren Lauf." Übergangsweise habe sie zum Schluss sechs Senioren betreut. "Geduldet in einem großen Einfamilienhaus, aber es war klar, dass das auf lange Sicht nicht geht."

Nun also eine neues Haus. "Es ist von Grund auf umstrukturiert", erklärt Thomas Haupt. Die alten Klassenzimmer sind nicht mehr zu erkennen. Auch die ehemaligen Lehrerwohnungen wurden zu kleinen Einheiten umgebaut. "Je drei Bewohner teilen sich in der Regel eine. Es ist ein bisschen wie in Wohngemeinschaften", sagt Thomas Haupt.
Nur von der historischen Treppe trennte man sich nicht. Knapp 12 000 Mal sei er in den letzten drei Jahren die Treppe hoch und runter gelaufen, sagt Thomas Haupt. "Wir hatten die Wahl, entweder eine neue und weniger Brandschutzauflagen oder die alte zu erhalten. Wir entschieden uns für die Treppe und bereuten es nicht." Dabei habe allein ihre Sanierung einige Wochen Arbeit geschluckt. "Genau genommen vier. Wir mussten bis zu sechs Farbschichten abnehmen, aber es hat sich voll gelohnt."

Die Seniorenresidenz "Zur alten Schule", Lünebacher Straße 4, wird am Samstag, 10. September, mit einem Tag der offenen Tür ab 13 Uhr offiziell eingeweiht. Neben Hausführungen tritt auch der Musikverein Lyra zum Ständchen auf. Weil Parkraum knapp ist, werden Besucher mit Autos gebeten, ihre Wagen am Sportplatz, Fahrradweg oder der Grundschule abzustellen.