Drei Räume für Investoren-Träume

Duftender Holzfußboden, herrschaftliche Kamine und edle Wandbehänge: Drei der zahllosen Räume in Schloss Malberg sind in den vergangenen Monaten restauriert worden. Unsere Reporterin war bei der feierlichen Einweihung dabei.

Malberg. Kabel laufen über nackten Estrich. Es bröckelt der Putz. Nur die stuckverzierte Decke des Raumes lässt erahnen, welche Pracht hier einst geherrscht haben muss und hier vielleicht eines Tages wieder einziehen wird. Ins Erdgeschoss des Schlosses Malberg.

Nur ein Stockwerk höher sieht die Welt anders aus. Die etwa 50 Gäste, die zur feierlichen Einweihung von drei frisch renovierten Schloss-Räumen geladen sind, staunen. Der Raum, den sie soeben betreten haben, sieht alt aus und riecht doch neu: nach dem frisch geölten Holz des Fußbodens. Seine kunstvoll gitterförmig angeordneten Teile sind mit Holznägeln befestigt. Perfektion bis ins Detail.

Inzwischen sind auf dem Boden viele weiße Fußspuren zu sehen - trotz der Ermahnung des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters Bernd Spindler, sich die Schuhe gut abzustreifen. Während er die Gäste begrüßt, darunter auch die Staatssekretäre Joachim Hofmann-Göttig und Karl Diller, ruhen viele Blicke auf den kostbaren Wandbehängen: Sie zeigen edle Herrschaften bei der Jagd, eine Dame, die an der Seite eines Herren durch einen Park flaniert, ein Liebespaar… "Fast acht Millionen Euro Investitionen seit 1989, zu 90 Prozent bezahlt vom Land Rheinland-Pfalz", sagt Spindler - auch dies dürfe man nicht verschweigen. Investiert in die statische Sicherheit des Schlosses, bessere Fenster, Versorgungstechnik, den Kampf gegen aufsteigende Feuchtigkeit… und eben jene drei prächtigen Räume.

Investor bekundet ernsthaftes Interesse



"Es ist wirklich ein Denkmal von nationaler Bedeutung", sagt Hofmann-Göttig - kein Kleinod, sondern ein "Großod". Und rechne es sich vielleicht auch betriebswirtschaftlich nicht, volkswirtschaftlich sei dies allemal so, sagt er - in einer Hoffnung, die er mit so vielen teilt: Es möge sich ein Investor finden, der aus Schloss Malberg ein Hotel macht, ein Hotel, das auch den Einheimischen Zutritt zu ihrem Schloss gewährt. Die drei "hochrepräsentativen" Räume sollen dazu beitragen, den Investoren das ansonsten sehr renovierungsbedürftige Schloss schmackhafter zu machen. "Soeben erst ist ein Brief eingegangen, in dem ein Investor ernsthaftes Interesse bekundet", sagt der Staatssekretär. Es gebe viele Interessenten, ergänzt Spindler. Interessanterweise stamme der größte Teil aus den Niederlanden. Es sei Licht am Ende des Tunnels.

Nur im Schloss gibt es noch keines. Trübes Tageslicht erhellt die drei "neuen" Räume, denen zwei weitere folgen sollen. Danach sei erstmal Schluss mit sanieren, sagt Spindler und betont, dass auch diejenigen, die beklagen, wie wenig Geld in den Kassen sei, stolz sein sollten auf ein Schloss dieser Größe. Ein Schloss, dessen Bedeutung weit über die Grenzen der Eifel hinausreiche. Ein Schloss mit drei prächtig restaurierten Räumen.