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DRK-Laden in Bitburg bietet auch Beratung an

Secondhand : Neuer DRK-Kleiderladen mit Beratung: Mehr als nur Kleidung kaufen

Größer und schöner soll der neue DRK-Kleiderladen werden. Nachdem das alte Geschäft für einen Monat geschlossen war, können die Kunden ab Montag, 5. Juli, in der Mötscher Straße 15 einkaufen. Und nicht nur die Kunden sollen von dem Angebot profitieren.

Noch sind die Regale und Kleiderständer leer. Aber das wird sich bis zur Eröffnung des DRK-Kleiderladens am Montag ändern. Die vorsortierten Säcke liegen schon im Nebenraum. Jetzt werden die Kleidungsstücke noch einmal sortiert und dann übersichtlich aufgehängt, damit am Montag die ersten Kunden wieder begrüßt werden können. Irmina Klassen, die Leiterin des Geschäftes und Ulrike Haab, Bereichsleiterin Soziale Dienste und Wohlfahrtspflege beim DRK freuen sich schon sehr, dass es jetzt wieder losgehen kann.

Die Zeit in dem alten Geschäft sei vor allem während der Corona-Beschränkungen schwierig gewesen, sagt Ulrike Haab. Wegen der kleinen Ladenfläche konnten nur wenige Kunden ins Geschäft. „Die Menschen haben aber sehr diszipliniert gewartet“, sagt Irmina Klassen. Dieses Problem wird es in diesem Maße hoffentlich nicht mehr geben, denn das Geschäft in der Mötscher Straße ist fünfmal so groß wie das vorherige. Es ist der dritte Umzug. Zunächst war der Kleiderladen an die Tafel angegliedert in einem kleinen Raum, dann später an der Ecke Hauptstraße/Dauner Straße.

In den neuen großzügigen Räumen soll auch wieder besser möglich, dass die Kunden und die Mitarbeiter ins Gespräch kommen, sagt Irmina Klassen. Denn das sei einer der Gründe, warum es den Kleiderladen gebe. Es solle ein niedrigschwelliges Angebot sein. Einigen Kunden könne man schon ansehen, dass sie Gesprächsbedarf haben. Und hier können sie Hilfe und Beratung finden. Ob es um Pflege von kranken Angehörigen oder um sonstige Fragen geht, hier gibt es offenen Ohren für Sorgen und Nöte. Dafür gibt es sogar einen Raum, in dem man sich zurückziehen kann für diesen Zweck. „Der Bedarf ist gestiegen“, sagt Ulrike Haab.

Die Kunden sind bunt gemischt, wie beide Frauen erzählen. Es gibt junge und alte, viele verschiedene Nationen, arme Menschen und solche, die etwas wohlhabender sind. „Ich mag es, wenn es bunt ist“, schwärmt Irmina Klassen vom Alltag im Geschäft.

Für Urlike Haab ist auch ein anderer Gedanke beim Kleiderladen wichtig. Sie möchte, dass nachhaltig gewirtschaftet wird. Das heißt, dass Kleidung nicht immer neu gekauft und dann nach kurzer Zeit wieder weggeworfen wird. Hier wird gutes Gebrauchtes weiter genutzt. Kostenlos werden die Sachen nicht abgegeben, aber für sehr kleinen Preis. Da kann man sich schon mal mit Jeans für drei Euro und einer Bluse für zwei Euro komplett einkleiden.

Da auch das für viele Menschen ein hoher Betrag ist, sollen die Kleidungsstücke möglichst auch gut passen. Und so gibt es im neuen Kleiderladen zwei richtige Umkleidekabinen, die auch Menschen mit weniger Einkommen ein Shoppingerlebnis ermöglichen. Es ist den Betreibern des Geschäftes wichtig, dass die Kunden nicht irgendetwas zugeteilt bekommen, sondern sie sich selbst etwas aussuchen können.

Damit der Laden läuft, sind natürlich auch viele Helfer notwendig. Die arbeiten alle ehrenamtlich. Dabei sind Freiwillige, die aus irgendwelchen Gründen vielleicht nicht mehr den Belastungen einer Berufstätigkeit gewachsen sind. Sie können sich hier ohne Leistungsdruck nützlich machen, haben Gesellschaft und bekommen Anerkennung. Eine Helferin komme beispielsweise, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, erzählt Irmina Klassen.

Die Tätigkeiten sind vielfältig. Die abgegebenen Kleidungsstücke müssen sortiert und gezählt werden. Sie werden aufbereitet, so dass sie in den Verkauf gehen können. Die Kasse muss verwaltet werden und die Kunden beraten. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter können sich auch mit eigenen Ideen einbringen.

Verkauft werden neben Kleidung aller Art, auch Hygiene-Wäsche wie beispielsweise BHs, Bettwäsche, Handtücher, Schuhe. Auch Modeschmuck oder Handtaschen sind „der Renner“, wie Irmina Klassen lachend sagt.

Der Vorteil des neuen Geschäftes ist auch der Parkplatz vor dem Haus. Die oft schweren Kleidersäcke können hier direkt bis vor die Tür gefahren werden. Und auch für die Mitarbeiter ist es von Vorteil, dass jetzt alles auf einer Ebene ist.

Nachdem während des Corona-Lockdowns teilweise die Altkleidercontainer übervoll waren, sind Kleiderspenden jetzt wieder sehr begehrt. Wer außerhalb der Geschäftszeiten Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 18 Uhr kommt, kann die Sachen auch in die Container, die vor der Tür stehen, werfen.

Die offizielle Eröffnung des Geschäftes ist für Donnerstag, 15. Juli geplant.