DRK-Paten helfen in Bitburg Migranten auf vielfältige Weise.

Integration in der Eifel : Hilfe kann ganz unterschiedlich ein

Sprachunterricht, Behördengänge, soziale Kontakte: Paten unterstützen Migranten auf vielfältige Weise.

Es gibt viele Möglichkeiten seine freie Zeit zu nutzen. Die einen gehen auf den Fußballplatz, andere machen Musik, lesen, gärtnern oder was auch immer. Wiederum andere verbringen ihre Zeit im Internet und kommentieren alles, was irgendwo veröffentlicht wird. Und es gibt die, die ihre Zeit investieren, um anderen zu helfen. Dazu gehören auch Roman Kimmling und Michèle Damer. Sie engagieren sich beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Bitburg als Paten für Migranten.

Roman Kimmling ist seit Anfang Mai dabei. „Ich hatte Zeit und beim DRK wurden Leute gesucht“, erklärt er, wie er zu seinem Ehrenamt gekommen ist. Er betreut den Vietnamesen Ngo beim Sprachunterricht. „Wir treffen uns einmal in der Woche“, erzählt er. Meist dauere so ein Treffen rund zwei Stunden. Dabei mache er mit Ngo Übungen, gehe Sachen durch, die gerade wichtig sind für den jungen Mann. Ein wenig spreche man auch über Privates, aber „ es geht hauptsächlich darum, die Sprache zu trainieren“.

Bei Michèle Damer ist das anders. Sie ist Patin von Joyce aus Ghana, einer jungen alleinerziehenden Mutter mit einer sieben Monate alten Tochter. Bei ihre gehe es weniger um schulische Dinge, sondern mehr um soziale Kontakte. So konnte Michèle bereits ermöglichen, dass die Mutter mit ihrem Töchterchen eine Krabbelgruppe besucht und Kontakt zu deutschen Müttern aufbaut. Bei privaten Treffen mit Freunden von Michèle ist Joyce auch öfter dabei. Auch bei Fahrten beispielsweise zum Kinderarzt hilft die angehende Studentin. Anders als bei Roman mit regelmäßigen Treffen, hängt es bei Joyce und Michèle mehr davon ab, was gerade gebraucht wird und wieviel Zeit da ist. Wenn sie wie jetzt kürzlich im Urlaub ist, helfe aber auch ihre Mutter hin und wieder aus.

Karin Jung ist beim DRK zuständig für die Betreuung der Paten. Wie sie sagt, haben sich die Aufgaben in den vergangenen Jahren verlagert. Vor einigen Jahren, als viele Flüchtlinge nach Bitburg kamen, war vor allem Hilfe bei Behördengängen, bei Asylanträgen und ähnlichen Dingen gefragt.

Heute ist es Hilfe bei der Sprache. So gebe es beispielsweise einen Paten, der einer junge Frau bei der Ausbildung hilft und ihr fachspezifischen Sprachunterricht gibt. Aber auch bei der Wohnungssuche können Paten wichtige Hilfe leisten, denn für Menschen aus dem Ausland ist es oft schwierig, eine Bleibe zu finden. Derzeit gibt es etwa 30 Paten, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Wie Karin Jung sagt, gehe man auch aktiv auf Menschen zu, die beispielsweise einmal eine Patenschaft hatten.

Generell könne der Bedarf meistens gedeckt werden. Manche würden eine Betreuung über lange Zeit fortführen.

In anderen Fällen sei eine solche begleitende Hilfe im Idealfall überflüssig, wenn der Betroffene alleine klar kommt.

Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich beim DRK melden. „Wir fragen dann, wie viel Zeit die Menschen investieren möchten und wo ihre Stärken liegen.“ Auf der anderen Seite können Migranten um Hilfe bitten und sagen, was sie brauchen. Sollte es aus einem  Grund nicht passen, können Betreuungen auch wieder beendet werden.

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