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DRK-Rettungsdienst im Eifelkreis Bitburg-Prüm: Mehr Aufwand und weniger Einsätze

Rettungsdienst Bitburg-Prüm : Mehr Aufwand und weniger Einsätze

Der Rettungsdienst des DRK Bitburg-Prüm ist im vergangenen Jahr deutlich weniger ausgerückt als im Vorjahr. Grund dafür ist vor allem Corona mit seinen Begleiterscheinungen.

Weniger Unfälle, weniger Krankenhausaufenthalte und Arztbesuche sowie ein öffentliches Leben, das weitgehend runtergefahren wurde: Für den Rettungsdienst des DRK Bitburg-Prüm ist die Zahl der Einsätze somit das zweite Jahr in Folge spürbar gesunken.

2019 war es ein Rückgang von acht Prozent und gegenüber 2020 waren es sogar weitere 12,6 Prozent.

Wenngleich es unterschiedliche Gründe gibt: Für den Einsatzrückgang vor zwei Jahren verantwortlich war eine Vorgabe des Mainzer Innenministeriums. Nach dieser dürfen einfache Krankenfahrten, zu denen beispielsweise Fahrten zu Arztterminen zählen, nicht mehr vom qualifizierten Rettungsdienst übernommen werden. Diesen Job machen jetzt andere. Und Grund für die Abnahme der Einsätze in 2020 ist eben die Corona-Pandemie.

Letztere erschwert auch die Einsätze. Vor allem dann, wenn es sich um Transporte mit Verdacht auf eine Corona-Infektion handelt. Ist das der Fall, müssen die Patienten im Vollschutz behandelt und die Fahrzeuge danach entsprechend desinfiziert werden. Es sind unterm Strich also weniger Einsätze, dafür aber ist der Aufwand höher. Und die Ansteckungsgefahr auch.

Rund 30 Mitarbeiter des Rettungsdienstes seien im vergangenen Jahr aufgrund von Kontakten mit Corona-Patienten in Quarantäne gewesen, sagt Rettungsdienst-Leiter Manfred Böttel. „Wir sind zwar personell ganz gut aufgestellt“, sagt Böttel, „doch wenn im Dienst auf einmal einer positiv getestet wird und dann acht Leute aus einer Schicht in Quarantäne müssen, dann haben wir ein Problem.“

18 596 Mal ist der Rettungsdienst im vergangenen Jahr ausgerückt, rund 830 000 Kilometer wurden dabei zurückgelegt. Und wie sehr sich die Pandemie im Einzelnen bemerkbar macht, wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Einsatzstatistiken der einzelnen Rettungswachen und Außenstellen wirft.

So gab es in Speicher bei Einsätzen des Krankentransportwagens einen Rückgang von 34 Prozent, in Echternacherbrück und Winterspelt waren es sogar jeweils mehr als 50 Prozent weniger.

Wie Böttel erklärt, seien zum Beispiel deutlich weniger Menschen mit Herz-Kreis-Beschwerden ins Krankenhaus transportiert worden. „Viele Leute hatten vielleicht Angst, sich im Krankenhaus anzustecken“, sagt Böttel. Und besonders auffällig sei das im vergangenen Frühjahr während der ersten Pandemie-Welle gewesen. Der Rückgang der Einsatzzahlen wirkt sich zwangsläufig auch auf die Bilanz aus. Defizitär ist das Geschäft im Eifelkreis aufgrund seiner großen Fläche mit vergleichsweise wenig Einwohnern jedes Jahr.

2020 jedoch ist das Minus nochmal etwas dicker als in den Vorjahren. „Wir haben ein Defizit von mehr als zwei Millionen Euro“, sagt DRK-Geschäftsführer Rainer Hoffmann. Für 2021 werde allerdings wieder mit einem etwas besseren Ergebnis gerechnet. Grund dafür sei die neue Gebührenordnung, mit der die Einnahmen pro Einsatz etwas steigen würden, sagt Hoffmann.

Allerdings gelte das auch nur für Einsätze, die abgerechnet werden könnten, wie der DRK-Chef erklärt. Für Fehlfahrten gibt es also kein Geld, auch wenn deren Anteil in 2020 höher war als der des Notarztwagens oder des Noteinsatzfahrzeugs.

Mehr als 13 Prozent aller Fahrten waren Fehleinsätze. Bei jeder achten Anforderung des Rettungsdienstes ist ein Wagen also umsonst beziehungsweise ohne Erstattung der Kosten ausgerückt.