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DRK ruft zur Blutspende auf wegen knapper Vorräte Eifeler spenden

Medizin : Eifeler spenden am meisten Blut, sollten sich aber nicht ausruhen

Das Rote Kreuz schlägt Alarm: Die Vorräte an Blut werden knapp. Auch die eifrigsten Helfer im Land sind jetzt gefragt.

(utz) Die gute Nachricht vorweg: Die Menschen in der Eifel sind Blutspende-Meister in Rheinland-Pfalz. Niemand im Land spendet mehr von der kostbaren roten Flüssigkeit als die Menschen im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Vulkaneifelkreis.

Ein Erfolg, der für Carmen Badem nicht überraschend ist. Denn erstens spenden Menschen auf dem Land generell öfter und zweitens werde in den Kreisverbänden  von den Ehrenamtlichen gute Arbeit geleistet. Und  das nicht nur in der Eifel, sagt die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim DRK, die für den Bereich Blutspenden in den Kreisen Bitburg-Prüm und Vulkaneifel  sowie Trier-Saarburg (mit Stadt Trier) zuständig ist.

Auf dem Land gehöre Blutspenden  eben zu den festen Traditionen: Der Großvater hat es gemacht, der Vater und die Mutter machen es noch, Tochter und Sohn haben gerade damit angefangen. „Viele gehen mit der ganzen Familie oder mit ihren Freunden  zusammen zum Blutspenden“, sagt sie. Das sei für viele  ein  Event.

Also alles in Butter? Nicht ganz. Denn die Blutspender werden im Schnitt immer älter. Heißt: Es kommen zu  wenige junge Spender nach. „Die Menschen der geburtenstarken Jahrgänge kommen teilweise in ein Alter, in dem sie nicht mehr  spenden können –   sei es wegen Erkrankungen oder wegen der Altersgrenze“, sagt Badem. Zum Hintergrund: Erstspender dürfen zum Zeitpunkt ihrer ersten Spende das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und bei Menschen über 60 darf die jüngste Blutspende nicht länger als zehn Jahre zurückliegen.

Da das immer häufiger der Fall ist, werden also immer mehr jüngere Menschen gebraucht, um den demografischen Wandel und seine Folgen auszugleichen. Und da kommen Christian Dahm und seine Mitstreiter ins Spiel.

Denn eine wichtige Aufgabe des stellvertretenden Vorsitzenden des Jugendrotkreuzes  im Eifelkreis ist es, junge Leute fürs Blutspenden zu begeistern. Zweimal im Jahr organisiert das Jugendrotkreuz  (JRK) eine Mottoblutspende, die Nachwuchs anlocken soll.  So war vor kurzem in Pronsfeld ein Ereignis unter dem Motto „Beach“. Wegen Corona gab es allerdings nicht, wie sonst üblich, ein offenes Grillen mit alkoholfreien Getränken und Gelegenheit zum Plausch. Essen und Getränke in der Mitnahmebox und Deko mussten genügen.

Trotz der Corona-Auflagen: Die Jugendrotkreuzler schwören auf ihre Mottoblutspenden. Denn sie haben damit Erfolg.  Zum  Beispiel mit einer Oktoberfest-Blutspende in Dahnen oder mit einer Halloween-Blutspende in Lützkampen, wo man sogar etwa 70 Neuspender begrüßt hat, erzählt Dahm. Und diese Leute kämen dann oft nochmal wieder. Daher will das JRK diese Strategie weiter verfolgen.

Das ist auch dringend notwendig, denn nicht nur der demografische Wandel macht dem DRK zu schaffen. Hinzu kamen  – besonders am Anfang des Jahres – die Einschränkungen  durch Corona. Teilweise fanden Termine gar nicht statt, weil man in den  Räumen die Auflagen  nicht erfüllen könnte oder weil Einrichtungen wie Schulen ganz geschlossen waren. Inzwischen, sagt Badem, habe sich die Lage weitgehend normalisiert. Es fänden wieder mehr Termine statt, allerdings unter strengen Auflagen.

Die Angebote sollten aber auf jeden Fall genutzt werden, sagt sie. Denn es  habe durch Corona und  durch die Ferienzeit  Einbrüche bei den Blutspenden gegeben, die  zwar nicht bedrohlich, aber besorgniserregend seien. „Die Mengen, die wöchentlich reinkommen, gehen meist direkt wieder raus“, sagt Badem.  Das sei normalerweise nicht üblich.

Aktuell fehlen laut  DRK-Blutspendedienst West Konserven. Dabei seien die Vorräte über alle Gruppen hinweg knapp, besondere aber bei 0 Rhesus positiv und 0 Rhesus negativ. Durch die kurze Haltbarkeit bestimmter Blutbestandteile werde regelmäßig Nachschub benötigt. Einige Blutbestandteile (Blutplättchen) seien nur bis zu vier Tage haltbar. 

Daher bittet das DRK alle, die zu Hause geblieben oder aus dem Urlaub zurück sind, zu helfen. Einen besonderen Appell richtet es an alle, die normalerweise auf Blutspenden in ihren Unternehmen aktiv sind. Alleine dadurch fehlten monatlich tausende Konserven. Das habe zur Folge, dass Krankenhäuser nicht alle Blutbestellungen im vollen Umfang erhielten. Gekürzt werde derzeit bei bestimmten Blutgruppen um bis zu 25 Prozent.