Drogengrüße aus Spanien: Landgericht Trier verurteilt vier junge Männer

Drogengrüße aus Spanien: Landgericht Trier verurteilt vier junge Männer

Vor dem Landgericht Trier sind vier junge Männer zu harten Strafen verurteilt worden. Sie hatten Drogen aus dem Ausland in die Eifel geschmuggelt - auf ungewöhnliche Weise.

1200 Seiten Prozessakten - eine Menge Holz war das, was der Vorsitzende Richter Günther Köhler im Drogenprozess am Montag im Landgericht Trier abarbeiten musste.

Vier junge Männer wurden verurteilt, weil sie zwischen Dezember 2016 und April 2017 in verschiedene Drogengeschäfte verwickelt waren. Sie hatten Drogen importiert, die sie teilweise selbst konsumieren, teilweise in der Gegend um Gerolstein und Prüm weiterverkaufen wollten.

Eigentlich waren für den Prozess zwei Verhandlungstage angesetzt worden. Weil sich die insgesamt fünf Verteidiger und der Staatsanwalt aber auf einen Deal einigen konnten, reichte ein einzelner, langer Verhandlungstag. Die Männer erklärten sich zu Geständnissen bereit, um den Prozess abzukürzen. Dies wurde ihnen im Urteil am Ende auch positiv ausgelegt. Hart bestraft wurden sie aber dennoch.

Im Mittelpunkt der Drogengeschäfte steht ein 22-jähriger Mann, der in Prüm wohnt. Er wurde vom Gericht zu drei Jahren und acht Monaten Freiheitsstraße verurteilt. Der Mann gab im Gerichtssaal zu, am ersten Weihnachtsfeiertag 2016 70 Gramm Kokain, unter dem Fahrersitz eines Autos versteckt, aus den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt zu haben. Als die Beamten ihn an der belgischen Grenze bei Aachen erwischten, durchsuchten sie im Anschluss auch seine Wohnung.

Dort fanden die Ermittler Marihuana und Amphetamine, teilweise für den Eigenbedarf, teilweise für den Verkauf bestimmt. Zudem war der Mann an der Organisation eines Drogenverstecks - Richter Köhler bezeichnete es als "Drogenbunker" - beteiligt, das im Auto des Darknet-Profis untergebracht war. In dem Auto, das mit einem gestohlenen Kennzeichen getarnt war, versteckten die beiden fast 400 Gramm Amphetaminpaste und mehr als ein Pfund Marihuana von besonders hoher Qualität. Die beiden waren gemeinsam in ein weiteres Drogendelikt verwickelt: Der Darknet-Kenner, 1998 in Gerolstein geboren, lebte alleine in einer Wohnung in Prüm. Er bezeichnet sich vor Gericht selbst als "computerinteressiert". Dieses Interesse hatte er auch auf kriminelle Art und Weise eingesetzt: Im Darknet, sozusagen einem parallelen, schwer zugänglichen Internet, besorgte er gehackte Daten von Postkunden. Unter dem Deckmantel dieser Kundenkonten ließen die beiden Drogenpakete aus Spanien nach Deutschland schicken. Der junge Mann wurde für seine Mitarbeit in den Drogengeschäften zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Den Kontakt in Spanien hatte ein dritter Krimineller geknüpft. Der Mann, 1988 geboren, verschuldet und mehrfach vorbestraft, schickte mehr als zwei Kilo Marihuana an Packstationen in der Eifel. Er wurde zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Der vierte und letzte der am Drogenhandel Beteiligten wurde verurteilt, weil er eines der Pakete auf Befehl der anderen Täter von einer solchen Station in Schleiden (Kreis Euskirchen) abholte. Als Belohnung sollte er 100 Gramm aus dem Paket bekommen, die wollte er dann selbst weiterverkaufen. Der 21-jährige, der in Gerolstein geboren wurde und inzwischen in Adenau lebt, wurde zu einem Jahr und zwei Monaten Jugendstrafe verurteilt. Außerdem muss er 1000 Euro an die Caritas-Stelle für Suchtkranke zahlen.
Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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