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Drohbriefe verunsichern 71-jährigen Mann - Anonymer Schreiber fordert Abriss oder Renovierung eines Hauses in Stahl bei Bitburg

Drohbriefe verunsichern 71-jährigen Mann - Anonymer Schreiber fordert Abriss oder Renovierung eines Hauses in Stahl bei Bitburg

Weil sich ein Unbekannter offensichtlich am Erscheinungsbild eines Wohnhauses in Stahl gestört fühlt, hat er den Eigentümer bereits mehrfach anonym dazu aufgefordert, das Haus entweder zu renovieren oder aber abzureißen.

Bitburg. Es gibt Straßen, da ist die Welt noch in Ordnung. Im Stahler Weg im Bitburger Stadtteil Stahl scheint das nicht der Fall zu sein. Zumindest hatte Axel Michalowski kürzlich einen Brief in der Post, der das gehörig in Frage stellt.
"Ihr Haus ist eine Schande für den ganzen Stahler Weg", heißt es in dem von Hand geschriebenen Brief. Und weiter: "Es müsste abgerissen werden oder total renoviert werden."Man fühlt sich beobachtet


Axel Michalowski wohnt mit seiner Frau im Stahler Weg. 1980 sei er dorthin gezogen, sagt der 71-Jährige, der, aufgrund einer Knochenkrankheit, schwerbehindert ist. "Eines Morgens lag das Schreiben im Briefkasten", erklärt er. Mit Briefmarke, richtig abgestempelt, aber ohne Absender.
"Das war ein richtiger Schock, und ich habe auch keine Ahnung, von wem dieses Schreiben kommt. Ich bin vorher nie auf den Zustand unseres Hauses angesprochen worden", sagt Michalowski. Und auch bei der Stadt hat sich nach Auskunft der Verwaltung nie einer über den Zustand des Wohnhauses beschwert. "Man fühlt sich auf einmal beobachtet. Und das, obwohl wir doch keinem etwas getan haben."
Doch damit nicht genug. Vor wenigen Tagen landet ein weiterer Brief in der Post. Der Inhalt ist ähnlich, die Handschrift scheint auch die gleiche zu sein und, genau wie beim ersten Brief, ist auch diesmal der Name des Empfängers falsch geschrieben.
Für Michalowski, der überlegt, rechtliche Schritte einzuleiten, besteht kein Zweifel daran, dass beide Botschaften von ein und derselben Person verfasst wurden.
Er wisse auch, dass sein Haus von außen durchaus renovierungsbedürftig sei, meint Michalowski. "Aber als über Siebzigjähriger bekomme ich doch dafür keinen Kredit mehr."
Aus diesem Grund habe er auch nach einer billigeren Lösung gesucht. "Sie werden lachen", sagt der Rentner, "eigentlich sollte im September ein Bekannter kommen, um mir das Haus zu streichen." Doch wenn er das jetzt tue, dann sehe das so aus, als reagiere er damit nur auf die Forderung.
Dass sich ein anderer am Anblick seines Hauses störe, sei die eine Sache. Dass er es mit Hilfe anonymer Schreiben tue, die andere. "Ich bin ein Mensch, mit dem man reden kann", sagt Michalowski. "Und ich würde dem unbekannten Schreiber auch anbieten, dass er uns das Haus für 165 000 Euro abkauft und es dann einfach selbst abreißt."Meinung

Bröckeln hinter der Fassade
Das ist erbärmlich: Da hat jemand ein Problem mit seiner Aussicht und greift dann zu solchen Mitteln. Wer es als derart störend empfindet, wie das Haus oder Grundstück eines anderen aussieht, der sollte es zunächst einmal mit einem Gespräch versuchen, anstatt anonym polemische Botschaften zu verbreiten. Ein solches Verhalten sagt weitaus mehr über einen Menschen aus als der äußere Zustand eines Hauses. Der Absender lebt vielleicht hinter einer schönen Fassade. Doch was nützt die schönste Fassade, wenn es dahinter gewaltig bröckelt. eifel@volksfreund.de