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Ortsentwicklung: Durchbruch beim Ringen ums Baugebiet

Ortsentwicklung : Durchbruch beim Ringen ums Baugebiet

In Bitburg-Matzen entsteht Platz für ein Dutzend neuer Häuser. Das war wegen der Landluft gar nicht einfach.

Mehr als vier Jahrzehnte hat Matzen auf ein Neubaugebiet gewartet. Jetzt gibt es endlich einen Durchbruch. Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, einen Bebauungsplan für den Bereich „Dorfwiese“ aufzustellen, wo zwölf bis 14 Grundstücke entstehen sollen. Damit befindet sich ein langwieriger Prozess nun auf der Zielgeraden.

Nach Auskunft von Johannes Zimmer vom Stadtbauamt soll der Bebauungsplan diesen Sommer öffentlich ausgelegt werden, damit Behörden wie auch Bürger ihn einsehen und gegebenenfalls Einwände vorbringen können. „Läuft alles glatt“, sagt Zimmer, „dann könnte man im Herbst Baurecht schaffen.“ Und dann wolle die Stadt auch gleich mit den Erschließungsarbeiten beginnen.

Etwa eineinhalb Jahre wird es nach Auskunft der Stadt dauern, bis Kanäle und Leitungen verlegt und die Straßen in dem neuen Gebiet gebaut sind. Heißt: Im Frühjahr 2021 können Bauherren dann tatsächlich auf der Dorfwiese in Matzen loslegen und sich den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen.

Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs freut sich, dass es endlich weiter geht. „Jeden Tag fragen mich junge Leute aus dem Ort, wann es wieder Grundstücke gibt“, sagt Fuchs. Diese jungen Leute würden am liebsten schon morgen anfangen, zu bauen. So schnell geht es zwar nicht, aber immerhin geht es jetzt überhaupt mal voran.

Über Jahrzehnte schien es in dem Bitburger Stadtteil ein Ding der Unmöglichkeit, irgendwo zwischen Feldern und Weiden eine geeignete Fläche zu finden. Denn was viele schätzen, macht die Entwicklung eines Neubaugebiets schwierig: Matzen ist dörflich geprägt, es gibt noch Landwirtschaft und eben auch Landluft. Schließlich werden hier auch Schweine gezüchtet.

Die Chance, Platz für neue Häuser zu schaffen, tat sich 2015 auf. Damals stand ein landwirtschaftlicher Betrieb samt großem Gelände zum Verkauf. Den Hof hat Ingenieur Wolfgang Karpen aus Oberweis erworben. Er will das Gemäuer sanieren und umbauen, um darin Wohnungen zu schaffen. Karpen, der bereits mit dem Baukulturpreis Eifel für die liebevolle Sanierung eines alten Pfarrhauses ausgezeichnet wurde, ist für Matzen, so sieht es Orts-Chef Fuchs, „ein echter Glücksgriff“. Die Stadt wiederum wird das an den Hof angrenzende Land, die Dorfwiese, erschließen und vermarkten. Dabei sollen regionaltypische Häuser entstehen – keine Holzblockhäuser, keine Flachdach-Bungalows, Toscana-Villas oder wuchtige Mehrfamilienhäuser. So weit, so einig.

Die Schwierigkeit bestand darin, einen Weg zu finden, Wohnen und Landwirtschaft in einem Bebauungsplan unter einen Hut zu bringen. Es sollte vermieden werden, dass die Häuser so nah an die landwirtschaftlichen Betriebe heranrücken, dass später Klagen wegen Geruchsemissionen möglich wären. In diesem Punkt sollte für die Bauherren wie auch die Landwirte Sicherheit geschaffen werden.

Deshalb wurde Matzen komplett neu überplant – und zwar als „Dorfgebiet“, in dem ausdrücklich auch Landwirtschaft zulässig ist. Das Gebiet „Dorfwiese“ ist in diesem etwas komplexeren Plan nur einer von drei Teilen. Und in diesem Bereich, der allerdings auch wieder an landwirtschaftliche Flächen grenzt, soll die Wohnnutzung Vorrang haben.

Baurechtlich sei das anders nicht möglich gewesen, sagt Orts-Chef Fuchs. Und eben deshalb hat es sich mit dem Bebauungsplanverfahren gezogen: „Wir mussten da ganz schöne Klimmzüge machen.“ Nun also der Durchbruch und die Aussicht, dass in zwei Jahren um diese Zeit dann die ersten Häuser auf der Dorfwiese in Matzen gebaut werden.