Dynamischer Bürgermeister gesucht

Der CDU-Gemeindeverband Obere Kyll sucht per Anzeige einen Kandidaten zur Bürgermeister-Wahl 2009 (der TV berichtete). Drei Bewerbungen liegen vor, weitere sollen folgen. Amtsinhaber Werner Arenz tritt als unabhängiger Bewerber und Mitglied im CDU-Kreisverband an.

Jünkerath. "Dynamisch und verantwortungsbewusst, mit einem hohen Maß an Einsatzbereitschaft und Kompetenz": So soll idealerweise der neue Bürgermeisterkandidat sein, der am 7. Juni 2009 für den CDU-Gemeindeverband Obere Kyll gegen Amtsinhaber Werner Arenz (CDU) und den zweiten Herausforderer Martin Schöddert (parteilos) antritt. Auf der Internetseite www.derneuekaemmerer.de unter dem Stichwort "Öffentliche Karriere" hat der CDU-Gemeindeverband eine Anzeige geschaltet. Die Bewerbungsfrist läuft am 6. November aus.

Entscheidung bis Ende des Jahres



"Wir haben bisher drei Bewerber. Ich rechne noch mit ein bis zwei weiteren", sagt Gemeindeverbands-Vorsitzender Walter Schmidt. Seit Samstag steht die Ausschreibung auch auf der Internet-Seite der Kreis-CDU. Mit den bisherigen Bewerbungen ist Schmidt durchaus zufrieden: "Da ist schon etwas Interessantes dabei." Die Erwartungshaltung sei hoch gewesen, und die bisherigen Bewerbungen hätten ihn erfreut.

Am 7. November trifft sich der geschäftsführende Vorstand des Gemeindeverbands. Danach zieht der Gesamtvorstand eine erste Bilanz. Anschließend werden die Mitglieder informiert. "Die Mitglieder nehmen wir mit ins Boot", sagt Schmidt, "diskutiert wird vor der Wahl." Die Mitglieder sollen mit über den Kandidaten entscheiden. Bis Ende des Jahres soll die Kandidatenaufstellung über die Bühne gegangen sein.

Unterdessen hat der CDU-Kreisvorstand einstimmig den Antrag von Werner Arenz auf eine Einzel-Mitgliedschaft genehmigt. Arenz war aus dem Gemeindeverband ausgetreten, weil die CDU seine Kandidatur als freier Bewerber nicht tolerieren, sondern einen eigenen Bewerber nominieren wollte. Ganz verlassen wollte Arenz die Partei nicht - seine neue Heimat ist der Kreisverband.

Meinung

Auf Kollisionskurs programmiert

Mit ihrer nachvollziehbaren Grundsatzentscheidung, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, hat die CDU Obere Kyll sich festgelegt. Der programmierte Kurs ist unumkehrbar und muss zwangsläufig zum Zusammenstoß mit Parteifreund Werner Arenz führen. Anscheinend schrecken mehrere Bewerber nicht davor zurück, sich in diesen Zug zu setzen. Der Gemeindeverband muss herausfinden, wie fachlich qualifiziert und menschlich überzeugend die Anwärter sind. Ist der Favorit gefunden und gekürt, geht es um die Strategie in diesem Wahlkampf unter besonderen Vorzeichen. Wie will die CDU mit dem Millionen-Unterschlagungsfall durch den ehemaligen Kämmerer umgehen? Soll Rathaus-Chef Arenz, dessen Rücktritt bisher nur die SPD gefordert hat, plötzlich offensiv angegangen werden? Das würde auch den stellvertretenden Vorsitzenden der Kreistagsfraktion und der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU im Kreis treffen - denn auch das ist Arenz. m.hormes@volksfreund.de

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